Neue Milliarden für Elite-Unis Nachfolger der Exzellenzinitiative abgesegnet

Nach einigem Hin und Her haben sich Bund und Länder auf eine Fortsetzung der "Exzellenzstrategie" geeinigt. Zuvor musste jedoch ein Kompromiss mit Veto-Kandidat Hamburg gefunden werden.
HU Berlin

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Foto: Tim Brakemeier/ picture alliance / dpa

Der Nachfolger der Exzellenzinitiative ist gesichert: Bund und Länder haben sich auf höchster Ebene auf die neue "Exzellenzstrategie" für Spitzenforschung in Deutschland geeinigt. Das teilte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit den Länder-Ministerpräsidenten mit.

Damit können ab 2019 elf Hochschulen in Deutschland für einen siebenjährigen Zeitraum mit zusammen 533 Millionen Euro pro Jahr als "Exzellenz-Universitäten" gefördert werden.

Zuletzt hatte Hamburg mit einem Veto gedroht und das Projekt so noch einmal in Gefahr gebracht. Nun konnten sich Bund und Länder jedoch auf einen Kompromiss einigen, der auch die Hansestadt zufrieden stellt.

Ein dynamischeres System

Der Kompromiss sieht vor, dass die elf Elite-Hochschulen der ersten Förderphase nach sieben Jahren gründlich evaluiert werden. Dann würden sicherlich einige Unis aus dem Exzellenz-Programm wieder herausfallen, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Die frei werdenden Plätze würden ausgeschrieben - in jedem Fall sollten aber vier Hochschulen neu zum Zuge kommen. Damit sei auch die von Hamburg geforderte "Dynamik" im System gewährleistet.

Außerdem segneten die Regierungschefs das Programm "Innovative Hochschule" für kleinere Unis und Fachhochschulen sowie den sogenannten Tenure-Track-Pakt zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ab. Damit investieren Bund und Länder nochmals insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro für die Hochschulen.

"Ich freue mich, dass das Gesamtpaket heute durchgesetzt und beschlossen werden konnte", sagte Wanka. "Das ist ein wirklich großartiger Tag für das deutsche Wissenschaftssystem, für alle Hochschulen und unseren wissenschaftlichen Nachwuchs."

Das Förderprojekt für den wissenschaftlichen Nachwuchs soll von 2017 bis 2032 laufen und mit insgesamt rund einer Milliarde Euro ausgestattet sein. Es stellt sicher, dass bundesweit 1000 "Tenure-Track-Professuren" entstehen, die nach Auslaufen des Programms in 15 Jahren von den Ländern dauerhaft weiterfinanziert würden. In dem in den USA schon länger üblichen Tenure-Track-Verfahren qualifizieren sich Promovierte für eine Lebenszeit-Professur. Erreichen sie die mit der Uni vereinbarten Ziele in Forschung und Lehre, wird ihre Stelle nach etwa sechs Jahren entfristet.

asc/dpa
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