Fiese Schleusermasche Studenten auf Jobsuche die Ausweise gestohlen

Mit einem neuen Trick wollten zwei Männer Chinesen unverdächtig nach Europa einschleusen: In Darmstadt und Stuttgart luden sie ausländische Studenten zu Gesprächen in Hotels ein, unterbreiteten ihnen fiktive Jobangebote – und klauten dabei die Ausweise. Doch beim zweiten Mal hatten die Betrüger Pech.


Polizei und Staatsanwaltschaft haben es seit einigen Wochen mit einer besonders miesen Masche zu tun. Wie die Polzei am Donnerstag mitteilte, wurden zwei Kameruner im Alter von 23 und 25 Jahren festgenommen. Sie sollen 14 vorwiegend chinesischen Studenten unter dem Vorwand eines Stellenangebots die Pässe, Studentenausweise und Krankenversicherungskarten gestohlen haben.

Die beiden Männer köderten arglose Studenten, darunter zehn Chinesen, Ende September bei einem Informationsgespräch in einem Darmstädter Hotel und stellten ihnen Kellner-Jobs in chinesischen Restaurants in Aussicht. Unter dem Vorwand, dass alles gesetzestreu sei und seinen geregelten Gang gehe, sammelten sie Personalpapiere, Studentenausweise und Krankenversicherungskarten ein und gingen angeblich kopieren. Erst nachdem die Studenten eine Weile gewartet hatten, stellten sie fest, dass die angeblichen Vermittler aus dem Hotel geflohen waren - und damit waren sämtliche Papiere weg.

Beim zweiten Versuch am 15. Oktober hatte das Betrüger-Duo Pech. Als sie 33 chinesische Studenten in ein Stuttgarter Hotel einluden, wusste einer der Interessenten bereits vom Darmstädter Fall und alarmierte seine Kommilitonen. Als die Beschuldigten tatsächlich die Ausweise einsammelten, begleiteten einige der Gäste sie zum Fotokopierer. Auf halber Strecke ließen die beiden Männer die Ausweise fallen und flohen auch aus diesem Hotel.

Nach Angaben der Ermittler sollten die Papiere zur illegalen Einschleusung von Chinesen nach Westeuropa benutzt werden. Die Verdächtigen haben bereits gestanden und sind in Untersuchungshaft genommen worden. In den letzten Tagen durchsuchte die Polizei die Darmstädter Wohnungen der Männer und fand Beweismittel, darunter auch drei Pässe von nichtchinesischen Studenten.



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