Essen aus Supermarktmüll Studentinnen wegen Containerns verurteilt

Zwei Studentinnen brachen im bayerischen Olching den Müllcontainer eines Supermarkts auf und nahmen mit, was sie für essbar hielten. Laut Gericht ist das gemeinsam begangener Diebstahl.

Lebensmittel in einer Mülltonne (Archivbild)
DPA

Lebensmittel in einer Mülltonne (Archivbild)


Sie wollten ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen: Wegen sogenannten Containerns sind in Bayern zwei junge Frauen schuldig gesprochen worden, berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). Die beiden Studentinnen hatten demnach im vergangenen Juni den zugesperrten Müllcontainer eines Supermarkts in Olching aufgebrochen und Lebensmittel, die sie noch für genießbar hielten, mitgenommen. Das Gericht sah darin gemeinsam begangenen Diebstahl.

Das Amtsgericht Fürstenfeldbruck sprach beiden Studentinnen demnach eine Verwarnung aus und verurteilte sie - unter Vorbehalt - zu einer Geldbuße von 225 Euro. Diese seien aber nur zu zahlen, wenn die Frauen innerhalb der zweijährigen Bewährungszeit Straftaten begingen. Das Gericht verhängte dem BR zufolge als Bewährungsauflage jeweils acht Stunden Arbeit bei der örtlichen Tafel.

Der Wert der Waren betrug rund 100 Euro, zitiert der BR die Staatsanwaltschaft München II. Die Studentinnen begründeten das Containern in einem Interview damit, dass sie die Verschwendung von Lebensmitteln moralisch nicht vertretbar fänden. Viele Lebensmittel in Müllcontainern sind trotz eines abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar.

Den Frauen zufolge hatten einige der mitgenommenen Lebensmittel das Mindesthaltbarkeitsdatum noch gar nicht erreicht. Die Studentinnen forderten, dass wie in Frankreich auch deutsche Supermärkte dazu verpflichtet werden sollten, diese weiter zu verteilen.

Gegen einen Strafbefehl, dem zufolge sie jeweils 1200 Euro Geldbuße hätten zahlen sollen, hatten die Studentinnen zuvor nach eigenen Angaben Einspruch eingelegt. Ihnen seien zwei weitere Fälle mit ähnlichen Umständen in Bayern bekannt, die jedoch eingestellt worden seien.

Mehr zum Thema: Mein Festschmaus aus der Tonne - Warum Alex Cio containert

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insgesamt 416 Beiträge
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Seite 1
Newspeak 30.01.2019
1. ....
Ich denke auch, dass man Supermärkte verpflichten sollte, die Nahrungsmittel kostenfrei abzugeben. Wo man hinschaut gibt es nur noch Verschwendung. Wenn ein Supermarkt das nicht will, muss er dann halt besser planen, wieviel er einkauft.
matthias111 30.01.2019
2. Der Wert der Waren betrug rund 100 Euro
Ja, wer es sich leisten kann 100 Euro weg zuschmeißen, kann es sich auch leisten Menschen dafür verurteilen zu lassen, dass sie die 100 € nicht verkommen lassen wollen. Wo kämen wir denn hin, wenn ich nicht mehr wegschmeißen kann, was immer ich will, ohne dass das dann auch wirklich im Müll landet. Die sollen das Essen bei mir kaufen und nicht aus dem Müll fischen. Kein Geld? Pech gehabt.
gunnarqr 30.01.2019
3. Nach den Buchstaben des Gesetzes...
ist das tatsächlich Diebstahl und die Studentinnen hatten mit dem Urteil sogar noch Glück. Das ändert aber Nichts daran, dass solche unsinnigen, dem Allgemeinwohl abträglichen Gesetzte abgeschafft gehören. Anstatt die Studentinnen zur Arbeit bei der Tafel zu verurteilen (was sie unter Umständen sogar freiwillig machen würden), sollte man die Supermarktketten dazu verpflichten diese Waren den Tafeln oder ähnlichen Hilfsdiensten zur Verfügung zu stellen. Aber was erdreiste ich mich... es ist ja auch unter Strafe verboten, dass Ärzte/Ärztinnen über Abtreibungen informieren. Die Richter müssen sich an bestehende Gesetze halten, den verantwortlichen Gesetzgebern sollte endlich mal jemand erklären, dass wir inzwischen im 21. Jahrhundert leben und nicht mehr im Mittelalter.
Sueme 30.01.2019
4.
Die Überschrift ist fehlerhaft nicht wegen containern sondern wegen aufbrechen des Container. So etwas könnte man auch der Einfachheit halber als Einbruchdiebstahl titulieren. Bevor jetzt irgendwer aus der Ecke kommt, wenn jemand etwas weg-/verschließt ist es wohl offensichtlich das er das Eigentum daran nicht gedenkt aufzugeben. Bei einem nicht verschlossenen Container ist das wieder eine ganz andere Geschichte.
hileute 30.01.2019
5. Die wahren Straftäter sind die Supermärkte
die die Nahrungsmittel unnötig verschwenden. ob es weggeschmissen wird oder an die Tafel geht macht für die Supermärkte eigentlich keinen Unterschied
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