Gaststudenten USA in der Gunst gesunken

Die Vereinigten Staaten müssen um das Wohlwollen angehender Akademiker aus anderen Ländern bangen. Die Zahl der Gaststudenten in den USA gehe weiter zurück, berichtet der amerikanische Hochschulverband. Schuld seien die Visa-Regulierungen und ein schlechteres Image im Ausland.


Schrecken Akademiker ab: Visa-Querelen in den USA
Silvia Kling

Schrecken Akademiker ab: Visa-Querelen in den USA

Die Zahl der Bewerbungen ausländischer Studenten an amerikanischen Universitäten ist im Studienjahr 2004/2005 zum zweiten Mal in Folge gesunken. Die Bewerbungen aus dem Ausland für einen Studienplatz im Hauptstudium gingen um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, berichtet der amerikanische Hochschulverband "Council of Graduate Schools" (CGS).

Die Anstrengungen der US-Regierung und der Universitäten, dem Trend entgegenzuwirken, habe nur begrenzt Erfolg gehabt: Zwar verlangsamte sich der Rückgang, der im Vorjahr noch 28 Prozent betragen hatte, doch hielt der Abwärtstrend an.

Als Gründe für den Rückgang an Bewerbungen nennt die Organisation die geänderte Visa-Vergabe seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001, das gesunkene Ansehen der USA im Ausland und den schärferen Wettbewerb der Universitäten weltweit untereinander. Besonders stark fiel der Rückgang in den Ingenieur- (minus sieben Prozent) und den Wirtschaftswissenschaften (minus acht Prozent) aus.

Negativtrend hält an

Nach Angaben des CGS sind rund 215.000 ausländische Studenten im Hauptstudium in den USA eingeschrieben. Für die Studie seien 450 amerikanische Universitäten befragt worden.

Skulpturen in Stanford: Eliteunis begehrt
AP

Skulpturen in Stanford: Eliteunis begehrt

Schon im vergangenen Jahr hatten mehrere Studien belegt, dass Amerika um die Gunst angehender Akademiker aus dem Ausland bangen muss. Besonders skeptisch gegenüber einem Sprung über den Teich zeigen sich dabei junge Deutsche, vor allem aus politischem Unwohlsein. Auch die bürokratischen Hürden sind höher geworden. So müssen Visumsbewerber inzwischen ein Interview in Berlin oder Frankfurt am Main absolvieren und sich die Fingerabdrücke abnehmen lassen.

Dem "Open Doors"-Report des "Institute of International Education" (IIE) zufolge ist die Zahl deutscher Studenten in den Vereinigten Staaten im vergangenen Studienjahr 2003/2004 um sechs Prozent gesunken, stärker als für die meisten Entsende-Ländern.

Nach wie vor eine große Anziehungskraft üben aber offenbar amerikanische Elitehochschulen wie Yale, Harvard, Princeton oder Stanford aus. 47 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Wissensportals Gallileus-Umfrage gaben an, sie wollten an einer solchen Hochschule studieren.



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