Geldstrafe für Virginia Tech Uni hätte früher vor Amokläufer warnen müssen

Trifft die amerikanische Universität Virginia Tech eine Mitschuld am Tod von 32 Studenten und Mitarbeitern? Ja, findet das US-Bildungsministerium und verhängte eine Geldstrafe. Die Uni bestreitet, vor vier Jahren zu langsam auf den Amoklauf eines Studenten reagiert zu haben.

Blacksburg-Amoklauf, 2007: Über zwei Stunden zwischen erstem und letztem Schuss
DPA

Blacksburg-Amoklauf, 2007: Über zwei Stunden zwischen erstem und letztem Schuss


Es ist fast vier Jahre her, dass der damals 23-jährige Südkoreaner Cho Seung Hui an der Virginia Tech University in Blacksburg ein Blutbad anrichtete, 32 Menschen erschoss und sich anschließend das Leben nahm.

Nun wurde die Hochschule vom Bildungsministerium mit einer Geldstrafe von 55.000 Dollar belegt. Begründung: Die Leitung der technischen Universität in Blacksburg hätte die Studenten im Frühjahr 2007 nicht rechtzeitig vor dem Amokläufer gewarnt.

Nach Beginn des Amoklaufs seien mehr als zwei Stunden vergangen, bevor die Hochschule eine Warnung auf dem Campus verbreiten ließ, lautet die Begründung des Ministeriums. Die angegebene Geldbuße ist der mögliche Höchstbetrag, der in einem Bundesgesetz festgelegt ist. Demzufolge ist eine Hochschule verpflichtet, im Fall eines Amoklaufs zeitnah alle gefährdeten Personen zu informieren, berichtet die Tageszeitung "New York Times". Grund für die tödliche Verzögerung und das Ausmaß des schlimmsten Campus-Amoklaufs in der Geschichte des Landes war auch, dass die Polizei zwei Stunden lang einen falschen mutmaßlichen Täter verfolgte.

Waffen auf den Campus - für mehr Sicherheit

In einer Erklärung kündigte ein Sprecher der Virginia Tech an, gegen die Zahlung der Geldstrafe Berufung einzulegen. "Wir glauben, dass die Verwaltung der Hochschule richtig auf die tragischen Ereignisse reagiert hat", heißt es in einem Schreiben. Die Universität habe sich entsprechend der damals geltenden Vorschriften verhalten, teilte die Leitung mit. Der Universität drohte zunächst sogar der Verlust von Bundeszuschüssen, worauf das Bildungsministerium aber verzichtete.

Wie die Sicherheit auf Universitäts- oder Schulgeländen erhöht werden kann, ist in den USA ein Dauerthema. Im texanischen Repräsentantenhaus sprachen sich kürzlich mehr als die Hälfte der Abgeordneten dafür aus, an den 38 staatlichen Hochschulen des Bundesstaates das Tragen von versteckten Schusswaffen zu erlauben. Mit der umstrittenen Maßnahme soll die Sicherheit auf Hochschulgeländen erhöht werden, argumentieren die Befürworter.

Ähnliche Pläne gibt es in mehreren Bundesstaaten, meist stoßen sie auf heftigen Widerstand der Universitäten. In Oklahoma sprachen sich zu Jahresanfang 25 Hochschulpräsidenten in einem gemeinsamen Statement gegen Schusswaffen auf ihren Hochschulgeländen aus.

jon/cht/AFP/AP



insgesamt 6 Beiträge
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TSGarp1974 30.03.2011
1. Besser Recherchieren
Ja was nun? Ein Chinesicher Student oder ein südkoreanischer Student. Bilder und Text widersprechen sich..
nadie 30.03.2011
2.
super idee schusswafen an hochschule kann ja nicht schief gehen
Zephira 31.03.2011
3. Kommentar
Zitat von nadiesuper idee schusswafen an hochschule kann ja nicht schief gehen
Dieser ungemein wertvolle geistige Erguss konnte wohl keine Rechtschreibprüfung abwarten, oder? Sie glauben vermutlich, dass sich Verbrecher auf magische Weise von Verbotsschildern aufhalten ließen. Menschen, deren Verstand nicht durch derart wahnhafte Ideologien getrübt sind, wissen dagegen, dass das ausgerechnet die Personen sind, die sich am wenigsten um Gesetze scheren. Davon abgesehen sollten gewisse Zugangsbeschränkungen für Waffenbesitz installiert und angewandt werden. Cho Seung-hui durfte Waffen besitzen, weil er die Psychiatrie freiwillig aufsuchte. Hier ist es unerlässlich, keine falsche Rücksichtnahme auf geistig labile Personen zu nehmen. Derart deutsche Praktiken haben in den USA bitte nichts zu suchen.
y2m 31.03.2011
4. Nun ja...
Und wo sind die KLimawandelskeptiker geblieben? Oder gar die bezahlten Schreiberlinge für die Energiekonzerne + FDP?
hokie 02.04.2011
5. go TECH
Zitat von ZephiraDieser ungemein wertvolle geistige Erguss konnte wohl keine Rechtschreibprüfung abwarten, oder? Sie glauben vermutlich, dass sich Verbrecher auf magische Weise von Verbotsschildern aufhalten ließen. Menschen, deren Verstand nicht durch derart wahnhafte Ideologien getrübt sind, wissen dagegen, dass das ausgerechnet die Personen sind, die sich am wenigsten um Gesetze scheren. Davon abgesehen sollten gewisse Zugangsbeschränkungen für Waffenbesitz installiert und angewandt werden. Cho Seung-hui durfte Waffen besitzen, weil er die Psychiatrie freiwillig aufsuchte. Hier ist es unerlässlich, keine falsche Rücksichtnahme auf geistig labile Personen zu nehmen. Derart deutsche Praktiken haben in den USA bitte nichts zu suchen.
natuerlich funktioniert das ... siehe : http://www.youtube.com/watch?v=S7pGt_O1uM8 So wie ich Virginia Code §18.2-308.2:01 verstehe/auslegen wuerde, so haette Cho als 'lediglicher' permanent resident legal keine der beim Amoklauf verwendeten Waffen erwerben duerfen! Jagdgewehr/Schrotflinten okay aber keine Glock bzw Walter himagcap's... naja die VA gesetze machen es einem aber auch leicht Waffen an Unberechtigte zu 'verteilen', dass wird hier als Class 1 Misdemeanor bestraft , macht bei den ueberbelegten Knaesten idR 10 Monate auf bewaehrung MAXimal! im uebrigen war es auch schon vor dem Amoklauf (und erst recht danach) moeglich eine Waffe auf dem Campus zu tragen, dazu musste man natuerlich ein paar VA State Anforderungen erfuellen und ein berechtigtes Interesse aufzeigen (nach der heroischen Leistung von VTPD reicht berechtigter Selbstschutz idR aus ... dass weis ich aus zuverlaessigster Quelle )
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