Göttinger Urteil Kinderpornos kosten Professor den Job

Ein Professor der Uni Göttingen hatte Kinderpornos auf seinem Dienstrechner gespeichert. Deshalb wurde er suspendiert - zu Recht, so das Verwaltungsgericht. Studenten sei nicht zuzumuten, von einem Hochschullehrer unterrichtet zu werden, der Kinderpornos besitze.

Der Besitz zahlreicher Kinderpornos kostet einen Göttinger Universitätsprofessor sein Amt. Die Entfernung des Lebenszeitbeamten aus dem Dienst sei rechtmäßig, entschied das Verwaltungsgericht Göttingen.

Der Wissenschaftler hatte eingeräumt, kinderpornografische Bilder und Videos aus dem Internet auf seinen Dienstcomputer geladen zu haben. Dafür hatte er einen Strafbefehl in Höhe von 9000 Euro erhalten. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe vor mehr als zwei Jahren hatte die Universität den Wissenschaftler suspendiert.

Der Professor habe durch sein Verhalten das Vertrauensverhältnis zu seinem Dienstherrn endgültig zerrüttet, sagte Gerichtspräsident Thomas Smollich in der Urteilsbegründung. Der verheiratete Familienvater habe mehr als ein Jahr lang von einschlägigen Internet- Anbietern kostenpflichtige Dateien mit kinderpornografischen Fotos und Videos bezogen und auf seinem Uni-Computer gespeichert.

Dies sei ein schweres Dienstvergehen, das zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis führen müsse, auch weil der Professor dem Ansehen der Universität schweren Schaden zugefügt habe, sagte Smollich. Ein Professor habe eine sozial herausragende Position. An ihn seien ähnliche Anforderungen zu stellen wie an Ärzte, Lehrer, Richter oder Polizisten.

Nach seiner Enttarnung bezog er weiter Kinderpornos

Studenten könne man jedenfalls nicht zumuten, von einem akademischen Lehrer unterrichtet zu werden, der Kinderpornos besitze und betrachte. Erschwerend komme hinzu, dass der Wissenschaftler auch nach der Sicherstellung seines Dienstrechners durch die Ermittlungsbehörden weiteres kinderpornografisches Material bezogen und auf seinem privaten Computer gespeichert habe.

Das Gericht folgte in seiner Entscheidung dem Antrag der Hochschule. Deren Rechtsvertreterin hatte die Entfernung aus dem Dienst als härteste mögliche Disziplinarmaßnahme auch "aus generalpräventiven Gründen" gefordert. Der Anwalt des Professors dagegen hatte lediglich eine Gehaltskürzung verlangt.

Der Wissenschaftler hatte in seinem Schlusswort erklärt, er sei fassungslos angesichts seines Verhaltens, das er zutiefst bereue. Das Gericht zeigte sich davon allerdings ebenso wenig beeindruckt wie von der Tatsache, dass sich der Wissenschaftler nach Bekanntwerden der Vorwürfe in psychologische Behandlung begeben hatte, um seine Neigung zur Kinderpornografie aufzuarbeiten. Dies, so sagte der Präsident, sei doch wohl eher eine Selbstverständlichkeit.

(Aktenzeichen: 5 A 4/07)

otr/dpa
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