Wegen "irreführender Werbung" Britische Uni muss Studentin 60.000 Pfund zahlen

Sie machte einen Abschluss in "Internationaler Business Strategie", doch der hielt nicht, was er versprach. Die ehemalige Studentin einer Universität in Cambridge klagte - und erhält jetzt eine Entschädigung.

Fiona Pok hat ihre Universität auf verklagt - und bekommt jetzt ziemlich viel Geld zurück
Heathcliff O'Malley/ CAMERA PRESS/ Telegraph/ DDP

Fiona Pok hat ihre Universität auf verklagt - und bekommt jetzt ziemlich viel Geld zurück


Fiona Pok hatte sich viel von ihrem Studium versprochen: Schließlich warb die Anglia Ruskin Universität im britischen Cambridge mit einem professionellen Netzwerk und überdurchschnittlichen Jobchancen ihrer Absolventen.

Doch Poks Erwartungen wurden enttäuscht - obwohl die Studentin ihr Studium in "Internationaler Business Strategie" mit der bestmöglichen Note abschloss. "Es handelt sich um einen Mickey-Mouse-Abschluss", sagte Pok der Zeitung "The Standard" bereits im vergangenen Jahr. Sieht nett aus, macht Spaß - ist aber nichts Wert.

Seit mehreren Jahren streitet sich Pok, die ursprünglich aus Hong Kong stammt, deshalb mit ihrer ehemaligen Universität: Sie sagt, diese habe ihr falsche Versprechen gemacht - und klagte wegen "irreführender Werbung". Nun hat Pok Recht bekommen. Ihre Universität muss ihr eine Entschädigung von 60.000 Pfund zahlen, wie die BBC berichtet.

Man habe sich außergerichtlich geeinigt, erklärte ein Sprecher der Universität. Eine Schuld erkennt die Universität anscheinend aber nicht an: Die Rechtsanwälte der Universität hätten die Einigung ausgehandelt. Man unterstütze die Zahlung allerdings nicht, so der Sprecher weiter.

Nicht eingelöste Versprechen

Für Pok zählt die Einigung trotzdem als Erfolg. "Die Zahlung ist ein bewiesener Sieg", sagte sie. Ein Prospekt habe sie damals auf die Universität aufmerksam gemacht. Darin habe sie von "hochqualitativer Lehre" und "exzellenten Karriereaussichten" gelesen. Beides habe die Universität nicht eingelöst. Lehrer seien zu spät zu Vorlesungen erschienen und im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass das angepriesene Netzwerk der Universität gar nicht exklusiv sei - sondern auch öffentlich zugänglich.

"Die glauben, dass internationale Studenten hier nur für ein Stück Papier und einen Abschluss herkommen, aber wir machen uns Gedanken um die Qualität. Wir machen uns Gedanken, wie viel wir hier lernen können", sagte Pok. Ausländische Studenten zahlen in Großbritannien besonders hohe Studiengebühren. Viele von ihnen kommen aus asiatischen Ländern.

Grundsätzlich sei es nicht die Aufgabe einer Universität, Jobs für ihre Absolventen zu vermitteln, sagte Pok in einem Interview mit der BBC. Doch in diesem Fall habe die Lehranstalt ihr Versprechen nicht eingehalten - dagegen habe sie sich wehren wollen.

lmd

insgesamt 8 Beiträge
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Thomas Schröter 03.06.2019
1. In Deutschland machen 30 % der Technikunistudent einen Abschluß
In Deutschland machen 30 - 40% der Mintunistudent einen Abschluß. Der Rest wird mit fiesen Tricks rausgeprüft z.B. indem man den für die Prüfung relevanten Stoff nicht klar macht oder ungeeignetes Vorbereitungsmaterial verbreitet. Die hohen Abbrecherquoten müssen dann als Ausweis für die "Lehrqualiität" und nicht etwa für geschicktes Boulemielernen herhalten - also für auf Prüfung pauken und anschliessend alles auskotzen. Aus wievielen Mintbereichen wurde Deutschland in den letzten Jahrzehnten verdrängt? Insgesamt ein kriminelles System bei dem es zu allerletzt darum geht etwas zu lernen.
fin2010 03.06.2019
2. und das hat genau was
Zitat von Thomas SchröterIn Deutschland machen 30 - 40% der Mintunistudent einen Abschluß. Der Rest wird mit fiesen Tricks rausgeprüft z.B. indem man den für die Prüfung relevanten Stoff nicht klar macht oder ungeeignetes Vorbereitungsmaterial verbreitet. Die hohen Abbrecherquoten müssen dann als Ausweis für die "Lehrqualiität" und nicht etwa für geschicktes Boulemielernen herhalten - also für auf Prüfung pauken und anschliessend alles auskotzen. Aus wievielen Mintbereichen wurde Deutschland in den letzten Jahrzehnten verdrängt? Insgesamt ein kriminelles System bei dem es zu allerletzt darum geht etwas zu lernen.
mit dem Artikel zu tun? Mal davon abgesehen, dass halt so mancher Abiturient doch eher auf ein Studium verzichten sollte.
fin2010 03.06.2019
3. Logik?
Zitat von Thomas SchröterIn Deutschland machen 30 - 40% der Mintunistudent einen Abschluß. Der Rest wird mit fiesen Tricks rausgeprüft z.B. indem man den für die Prüfung relevanten Stoff nicht klar macht oder ungeeignetes Vorbereitungsmaterial verbreitet. Die hohen Abbrecherquoten müssen dann als Ausweis für die "Lehrqualiität" und nicht etwa für geschicktes Boulemielernen herhalten - also für auf Prüfung pauken und anschliessend alles auskotzen. Aus wievielen Mintbereichen wurde Deutschland in den letzten Jahrzehnten verdrängt? Insgesamt ein kriminelles System bei dem es zu allerletzt darum geht etwas zu lernen.
Kreativität/Erfindungsgeist und Grüderelan müssten nach der Logik ausgerechnet bei Studienabbrechern anzutreffen sein. Ernsthaft? Könnte es sein, dass Sie beim Studium nicht so wirklich erfolgreich waren und jetzt den Grund bei anderen suchen?
physikstudent321 04.06.2019
4. @Thomas Schröter
Also ich spreche nur für eine Uni und nur für das Fach Physik, aber ich halte Ihre Anschuldigungen für stark übertrieben wenn nicht sogar populistisch. Noch nie wurde bei uns an der Uni mit Abbrecherquoten geprahlt und fast alle Dozenten die ich bisher näher kennen gelernt hab waren bemüht ihr Wissen und ihre Faszination zu vermitteln. Abbrecher kommen meiner Ansicht nach durch Faulheit oder (auch wenn's nicht nett klingt) zu geringe intellektuelle Fähigkeiten zustande.
IsmiraSchlecht 04.06.2019
5. Unglaublich, dass die damit durchkommt!
"Grundsätzlich sei es nicht die Aufgabe einer Universität, Jobs für ihre Absolventen zu vermitteln, sagte Pok in einem Interview mit der BBC. Doch in diesem Fall habe die Lehranstalt ihr Versprechen nicht eingehalten - dagegen habe sie sich wehren wollen." Hurra, ich studiere erstmal irgendeinen Quatsch und wenn ich dann logischerweise keinen Job finde, verklage ich die Uni, dass sie mir keinen Job vermittelt hat, obwohl das nicht ihre Aufgabe ist. Läuft, Frau Pok, läuft.
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