Folge des Handelsstreits China warnt Studenten vor Studium in den USA

Der Handelsstreit zwischen China und den USA geht in die nächste Runde: Die chinesische Regierung warnt Studierende vor einem Aufenthalt in den USA. Seit Kurzem gebe es häufiger Probleme mit den Visa.

Chinesische Studierende an der Columbia-University in New York
Xinhua/ imago images

Chinesische Studierende an der Columbia-University in New York


Chinesische Studierende sollten vorsichtig sein, wenn sie in den USA studieren wollen. Das empfiehlt zumindest das chinesische Bildungsministerium. In einer Mitteilung erinnert die Behörde chinesische Studierende und Wissenschaftler "an die Notwendigkeit, sich vor dem Studium in den USA Risiken und Probleme bewusst zu machen und entsprechende Vorbereitungen zu treffen."

Seit Kurzem hätten chinesische Studierende immer wieder Probleme mit der Aufenthaltsdauer oder bei der Beantragung von Visa gehabt, so die Behörde. Das betreffe sowohl chinesische Studierende, die in die USA einreisen wollen, als auch solche, die bereits dort studieren.

Die "generelle Situation" für chinesische Studierende sei trotz des Handelsstreits aber nach wie vor "stabil", sagte eine Pressesprecherin der Behörde gegenüber einem chinesischen Fernsehsender. US-Institutionen würden chinesische Studierende immer noch willkommen heißen.

"Diese Warnung ist eine Reaktion auf die jüngste Reihe von Diskriminierungen der USA gegen chinesische Studenten und kann auch als Antwort auf den von den USA ausgelösten Handelskrieg verstanden werden", schrieb der Chefredakteur der chinesischen Zeitung "Global Times", Hu Xijin, auf Twitter.

Im letzten Monat hatten Republikaner ein Gesetz im Kongress vorgestellt, das Angehörige oder Stipendiaten des chinesischen Militärs davon abhalten soll, Studenten- oder Forschungsvisa in den USA zu erhalten.

US-Präsident Donald Trump hatte vor rund einem Jahr einen Handelsstreit mit China angezettelt. Die beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte überziehen sich seither mit immer neuen Strafzöllen und Vorwürfen. In den USA studieren momentan rund 360.000 Chinesen.

faq/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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ebieberich 03.06.2019
1. Zurueck in die Steinzeit
Wer sich mal die Autorenliste amerikanerischer Publikationen ansieht wird feststellen, dass mehr als die Haelfte Asiaten sind. Chinesische Doktoranden und Post-doktoranden sind die Arbeiterklasse der amerikanischen Wissenschaft. Ohne die lauft nichts mehr, weil kein gebildeter Amerikaner unter diesen Voraussetzungen (>40 h/Woche, mieses Gehalt, keine Zukunftsaussicht) arbeiten will. Ich weiss, dass chinesische Trainees mit gueltigen Visa die USA nicht mehr fuer internationale Konferenzen oder Urlaub verlassen, weil sie befuerchten, nicht mehr zu ihrer Familie zurueckkommen zu koennen. Die Grenzbeamten haben unbegrenzte Gewalt und koennen jeden abweisen, egal ob mit gueltigem Visum oder sogar "Greencard". Klagen kann man ja dann vom Ausland aus. Wenn das so weiter geht, fallen die USA zurueck in die Steinzeit (aber da fuehlen sich manche, die den Praesidenten gewaehlt haben, ja ganz wohl).
Beat Adler 03.06.2019
2. Freier Studenten-AUS-Tausch ist ein wichtiges Puzzleteil der Welt von
Freier Studenten-AUS-Tausch ist ein wichtiges Puzzleteil der Welt von heute. Vermutlich sogar einer der Wichtigsten im Vorbeugen von Konflikten, gar Kriegen. Allerdings geht es hier um Austausch, nicht einseitiges Aufsaugen der brillianten Koepfe durch US Universitaeten. Die chinesischen Universitaeten, wenn sie auch im Forschungssinne hoechst attrativ sein sollen, heute schon oder in der Zukunft, leiden daran, dass die Fuehrung der KP willkuerlich solche Auslaender mit haarstraeubenden Vorwurfen ueberzieht und festsetzt, wenn die Regierung in deren Heimatland eine Entscheidung trifft, die der KP nicht passt. Die beiden Kanadier in der Todeszelle sind das abschreckende Beispiel. Die KP in China muss zeigen, dass sie auch zur neuen Welt gehoert, wenn sie das nicht will oder nicht schafft, ist die Organisation eines auf Gegenseitigkeit beruhenden Studentenaustausches schwierig. mfG Beat
neutralfanw 03.06.2019
3. Ziel erreicht?
Es war Trump's Ziel, die USA immer an erster Stelle zu sehen. Seine Nachfolger werden Jahrzehnte brauchen, um seine Politik zu korrigieren. Wer / Welcher Europäer möchte heute noch gerne in den USA studieren. Mr President it's your fault.
micspiegelforum 03.06.2019
4. Fehlende Infos
Mir fehlt hier die Information, ob die Schwierigkeiten, die die US Administration chinesischen Studierenden und Wissenschaftlern wie beschrieben bereitet tatsächlich existieren. Im Kern will ich das einmal glauben. Dann sollte vielleicht auch einmal Journalistisch der Frage nachgegangen werden, wie wir mit unseren Grundwerten und die so genannte 'freie' westliche Welt darüber denkt.
Teutonengriller 03.06.2019
5. Die USA haben seit Jahrzehnten oder schon seit es die gibt
gute Forschungsbedingungen gebotenund damit Zugriff auf Erkenntnisse und Erfindungen gehabt, die si ezu Geld und Arbeitsplätzen macten. wen die Einwanderung von Studenten und Forschern jetzt erschwert wird, wird denen bald die Innovationkraft verloren gehen mit dramatischen Folgen. Ich habe gestern gerade gelesen, hier im Forum im Zusammenhang mit der Offenlegung von Zugangsdaten zu sozialen Netzwerken für die Visaerlangung,daß sich Geschäftsreisende, die oft in den USA sind über schikanöse Behandlung aufregen und ,daß die sich nirgends so unwillkommen wie in den Staaten fühlten. Sehr gut USA. Macht man weiter so, dann werden die brillianten Köpfe bald woanders forschen. Und Deutschland sollte sich maldas als abschreckendes Beispiel anschauen, was passiert, wenn man den einzigen Vorteil den man hat , die Bildung und Forschung, verspielt
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