Harvard-Spektakel Scarlett Johansson erhält Lohn für intime Fragen

Wer den "Hasty-Pudding-Award" will, muss ganz tapfer sein. Die Theatertruppe der noblen Uni Harvard piesackte Preisträgerin Scarlett Johansson mit einem derben Test - und die Schauspielerin machte bei der Kultveranstaltung gut gelaunt mit.


"Mit wem bist du vor der Kamera am liebsten intim?", fragte "Hasty Puddings"-Präsident Joshua Brener. "Und welches Durchschnittsalter muss eine Person haben, damit du gern mit ihr rum machst?" Scarlett Johannson, 22, konterte geschickt: "Kommt darauf an, wie viel Champagner wir die Nacht hatten." Dann musste sie sich Scherze über Regisseur Woody Allen und über Modemacher Issac Mizrahi gefallen lassen, der ihr im vergangenen Jahr vor laufender Kamera an die Brust gefasst hatte.

Solche Wortgefechte sind Teil des Pseudo-Aufnahmetests, den die Schauspielerin ("Match Point", "Lost in Translation")absolvieren musste. Denn ohne bestandene Prüfung gibt es keinen "Hasty-Pudding"-Award. Die kleine goldene Puddingschüssel wird jedes Jahr an Personen verliehen, die für "bleibende und beeindruckende Beiträge in der Welt des Entertainments" sorgen.

Doch die Auszeichnung müssen sich die Kandidaten erst erarbeiten. Die Theaterstudenten gehen jedes Jahr hart mit ihnen ins Gericht. Die meisten Hollywoodstars, darunter Julia Roberts, Meryl Streep, Catherine Zeta Jones, Harrison Ford, Tom Cruise und Clint Eastwood, machen den Spaß mit, denn die Verleihung hat mittlerweile Kultstatus erreicht. So schreckte Richard Gere letztes Jahr nicht davor zurück, mit einem stark gepolsterten BH aufzutreten. Preisträgerin Halle Berry knutschte einen als König verkleideten Studenten und musste schwören, nie eine Fortsetzung von "Catwoman" zu drehen.

Festparade mit Drag-Queens

Scarlett Johannson kam da vergleichsweise glimpflich davon: Sie musste in einer Theaterszene bei der Aufnahme von Nacktfotos assistieren. Die Studenten spielten damit auf ein Titelbild der Zeitschrift "Vanity Fair" an, auf dem die Schauspielerin hüllenlos zu sehen war.

Nach bestandenem Test und Übergabe der goldenen Puddingschüssel verließ Johannson das warme Egassiz-Theater. Eskortiert von zwei schrill gekleideten Drag-Queens, den "Botschaftern" der Theatergruppe, fuhr sie im Bentley bei Minusgraden durch die Straßen von Boston. Für jeden neuen Träger des "Hasty-Pudding"-Awards ist es Pflicht, die anschließende Festparade anzuführen.

"Vielen Dank für diese fantastische goldene Schüssel", sagte Johannson am Ende der Verleihung und hob ihre Trophäe in die Höhe. Sie scherzte, eine andere Chance, ihren Abschluss in Harvard zu machen, habe sie nicht. Hunderte von Harvard-Studenten und Einwohnern der Stadt jubelten ihr zu. Nächste Woche wird US-Komödiant Ben Stiller, 41, den Spaß-Preis überreicht bekommen. "Wir freuen uns schon darauf, ihn zu rösten", so der Produzent der Theatergruppe im Studentenblatt "The Harvard Crimson", "das wird aber schwer, der kann bei jedem Witz dagegenhalten."

may/dpa



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