SPIEGEL-Gespräch mit Andreas Wirsching Wieso ist Hitlers "Mein Kampf" ein Bestseller?

Die Neuauflage von Hitlers "Mein Kampf" steht seit Wochen auf der Bestsellerliste. Wer kauft das Buch? SPIEGEL-Autor Martin Doerry diskutiert darüber an der Uni Zürich mit Zeithistoriker Andreas Wirsching, der die Edition betreut hat.
Neue kommentierte Fassung der Hetzschrift "Mein Kampf"

Neue kommentierte Fassung der Hetzschrift "Mein Kampf"

Foto: Matthias Balk/ picture alliance / dpa

Mehr als sieben Jahrzehnte nach dem Tod Adolf Hitlers ist sein Propaganda-Buch "Mein Kampf" wieder zum Bestseller geworden - in einer wissenschaftlichen Edition, die ein Team von Experten des Münchner Instituts für Zeitgeschichte herausgegeben hat.

Mehr als 50.000 Exemplare sind bereits verkauft, das Werk steht seit Wochen auf den vorderen Plätzen der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die beiden insgesamt 2000 Seiten starken Bände enthalten nicht nur den Originaltext, sondern auch zahlreiche Anmerkungen, die Hitlers Lügen und Legenden entlarven. Die Entstehungsgeschichte von "Mein Kampf" wird ebenso geschildert wie die verheerende Wirkung des Werks auf Millionen von Lesern in der NS-Zeit.

Woher rührt heute das neue Interesse an der Nazi-Bibel? Sind es kritische Historiker oder unverbesserliche Alt-Nazis, die das Werk unbedingt lesen wollen? Verdient Hitlers Buch wirklich so viel Aufmerksamkeit? Welche Erkenntnisse bringt die kommentierte Ausgabe?

Andreas Wirsching

Andreas Wirsching

Foto: IFZ

Über diese und andere Fragen diskutiert SPIEGEL-Autor Martin Doerry mit Professor Andreas Wirsching. Der Münchner Zeithistoriker hat die Edition des Hitler-Buches über Jahre betreut und immer wieder gegen Kritik verteidigt. Der Bestseller-Erfolg, so räumt Wirsching ein, habe ihn "völlig überrascht".

Zeit: am Dienstag, 24. Mai 2016, 18.15 Uhr

Ort: Universität Zürich, Karl Schmid-Straße 4, 8006 Zürich, Hörsaal K02-F-180

Der Eintritt ist frei.

Seit dem Sommersemester 2007 diskutieren SPIEGEL-Redakteure regelmäßig an zahlreichen Hochschulen mit prominenten Gästen. Die SPIEGEL-Gespräche live an Universitäten begannen mit Harald Schmidt und einer Debatte über TV-Satire und dem Bestsellerautor Daniel Kehlmann über "Filme, Bücher, schöne Frauen".

Etliche weitere Gespräche folgten, darunter Diskussionen mit Joschka Fischer, Götz Aly, Hans-Christian Ströbele, Hartmut Mehdorn, Joe Kaeser, Claudia Roth, Cem Özdemir, Charlotte Roche, Gesine Schwan, Sascha Lobo und Nasa-Manager Jesco Freiherr von Puttkamer.

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