Hochschulabsolventen Lehramt im Aufwind, Schwund bei Ingenieuren

Gut zwei Millionen Jung-Akademiker haben ihr Studium in den 90-er Jahren erfolgreich abgeschlossen. Stark gefragt waren Lehramt und Geisteswissenschaften, weniger beliebt die Technik-Fächer.


Rund 222.000 Absolventen verließen 1999 die deutschen Universitäten und Fachhochschulen, fast die Hälfte mit dem Diplom oder Magister Artium. Jeder Zehnte konnte sich gar mit dem Doktortitel schmücken. Die jahrelange Flaute am Lehrer-Arbeitsmarkt schreckte die Studenten kaum: Fast 28.000 angehende Lehrer absolvierten 1999 das erste Staatsexamen - immerhin 70 Prozent mehr als 1993.

Die stärkste Fächergruppe blieben nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit einem Plus von 50 Prozent gegenüber 1993. In der gleichen Zeit schrumpften die Absolventenzahlen in den Ingenieurwissenschaften deutlich - angesichts der Achterbahnfahrt auf dem Arbeitsmarkt machten viele Abiturienten einen großen Bogen um alle Technik-Fächer. Erstaunlich hoch im Kurs standen derweil die Sprach- und Kulturwissenschaften: Trotz der wenig rosigen Berufsaussichten bestanden 1999 rund 37.000 Geisteswissenschaftler ihre Prüfungen, deutlich mehr als in Mathematik und den Naturwissenschaften zusammen.

Die Akademiker-Hochburgen sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Ganz vorn lag die Uni München mit knapp 6000 Absolventen; auf den nächsten Rängen folgten Köln, Münster, Hamburg und die FU Berlin. Die Universitäten verzeichneten bundesweit einen Absolventinnen-Anteil von 46 Prozent, die Fachhochschulen von 36 Prozent.



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