Erstmals seit 2001 Zahl der Uni-Absolventen geht zurück

Die Zahl der Studierenden an deutschen Unis ist auf einem Rekordhoch - aber zum ersten Mal seit 2001 spiegelt sich das nicht in der Zahl der Abschlüsse wider. Nur bei höheren akademischen Graden gibt es ein leichtes Plus.
Absolventen in Bonn (Archiv): Abschlüsse wie Staatsexamen, Magister und Diplom werden immer seltener

Absolventen in Bonn (Archiv): Abschlüsse wie Staatsexamen, Magister und Diplom werden immer seltener

Foto: Julian Stratenschulte/ DPA

Es ist nur ein kleiner Rückgang, doch er steht im Widerspruch zu der Zahl der Studierenden: Im Prüfungsjahr 2018 haben rund 499.000 Studierende ihr Studium erfolgreich beendet. Damit ist die Zahl der Absolventen erstmals seit 2001 wieder gesunken - im Vergleich zum Vorjahr (502.000) um ein Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt  am Dienstag mit.

Die Zahl der Studierenden hingegen steigt seit Jahren. Im vergangenen Wintersemester waren gut 2,8 Millionen Menschen an Deutschlands Hochschulen eingeschrieben. Zum Vergleich: 1996 zählte das Bundesamt nur rund 1,8 Millionen Studenten in Deutschland, im Jahr 2006 waren es knapp unter zwei Millionen.

Allerdings ist auch die Zahl der Studienabbrecher hoch: Knapp jeder dritte Student verlässt die Uni ohne Abschluss, geht aus der letzten Absolventenbefragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hervor.

Jeder zweite Absolvent macht den Bachelor

Die meisten Absolventen haben 2018 einen Bachelorabschluss erreicht. Jedes zweite Examen (247.200) führte zu diesem ersten akademischen Grad. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl demnach leicht um zwei Prozent.

Einen Rückgang um zwei Prozent gab es zudem bei den Promotionen (auf 27.900).

Dagegen erhöhte sich die Zahl der Masterabschlüsse (141.000) und der Lehramtsprüfungen (45.500) gegenüber dem Prüfungsjahr 2017 jeweils um drei Prozent.

In den herkömmlichen Abschlüssen wie Staatsexamen, Magister und Diplom machten 30.000 Studierende an Unis (minus sieben Prozent) und 7200 Absolventen an Fachhochschulen (minus zwölf Prozent) einen Abschluss.

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften liegen vorn

  • Mit 40 Prozent der Abschlüsse gibt es die meisten Absolventen in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
  • Gut jeder vierte Abschluss (26 Prozent) wird in den Ingenieurwissenschaften erreicht.
  • Elf Prozent der Hochschulabschlüsse entfallen auf Mathematik und Naturwissenschaften.
  • Zehn Prozent werden in den Geisteswissenschaften erworben.
  • In der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften erreichten sechs Prozent der Absolventinnen und Absolventen einen Abschluss.
  • Die restlichen sieben Prozent der Abschlüsse entfielen auf die übrigen Fächergruppen Sport, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin sowie Kunst, Kunstwissenschaft.

Die Zahlen zu den Fachrichtungen entsprechen denen aus dem Vorjahr.

sun
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