Hongkong Studenten fordern zu Unistreik auf

Im Konflikt mit China erhöhen Hongkonger Studenten den Druck: Mindestens zwei Wochen wollen sie der Uni fernbleiben - wenn nötig auch länger.

Demonstrantin in Hongkong
DPA/Adryel Talamantes

Demonstrantin in Hongkong


Das neue Semester steht kurz bevor, doch in Hongkong könnten die Universitäten leer bleiben. Inmitten des schwelenden Konflikts mit China haben Studentenvertreter zu einem knapp zweiwöchigen Unistreik aufgerufen. Die Studenten sollten "Zeit bekommen, darüber nachzudenken, was gerade in unserer Gesellschaft passiert und was wir für unsere Zukunft machen können", sagte der Vorsitzende der Studentenvertretung, David Wong, am Donnerstag.

Das neue Semester startet in Hongkong am 2. September, die Vorlesungen sollen vorerst bis zum 13. September boykottiert werden. Sollte der Streik nicht die gewünschte Wirkung zeigen, wolle man weitersehen, hieß es von Studentenvertretern. Ein Generalstreik mit offenem Ende könne zu weiteren Maßnahmen zählen.

Viele Studenten gehörten zuletzt zu den treibenden Kräften hinter den Massendemonstrationen in Hongkong. Millionen Menschen gehen dort seit mehr als zehn Wochen friedlich auf die Straßen. Sie fordern, dass ihre Stadt weiterhin unabhängig von China bleibt und fürchten eine schrittweise Machtübernahme durch die Zentralregierung in Peking.

Erst am vergangenen Freitag waren mehr als eine Million Demonstranten in Hongkong auf die Straße gegangen - trotz strömenden Regens. Die Veranstalter selbst sprachen von 1,7 Millionen Menschen, Reporter der Nachrichtenagentur dpa schätzen die Teilnehmerzahl auf deutlich mehr als eine Million Menschen. Bis zum späten Abend blieben die Proteste friedlich.

Die chinesische Zentralregierung hatte zuvor mit einem deutlich schärferen Kurs gegenüber der Protestbewegung gedroht, unter anderem mit Bildern von Truppenbewegungen und warnenden Kommentaren. Zudem war die Protestbewegung wegen Prügelszenen auf Hongkongs Flughafen, wo Demonstranten auf einen chinesischen Reporter losgingen, in die Kritik geraten.

lmd/AFP/AP

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