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23. Juni 2017, 06:44 Uhr

Tipps für die Wohnungssuche

So überzeugen Sie Makler und Vermieter

Von Anna Wilke

Wer eine Wohnung sucht, hat viel Konkurrenz. In begehrten Lagen können Vermieter unter Hunderten Bewerbern auswählen. Aber mit ein paar Tricks können Sie Ihre Chancen verbessern.

1. Schreiben Sie eine E-Mail

Sind in einer Anzeige sowohl Telefonnummer als auch E-Mail-Adresse angegeben, sollten Sie besser mailen, empfiehlt Martin Steinbeiß vom Münchner Maklerbüro Aigner Immobilien. "Da ich den ganzen Tag in Terminen bin, habe ich ständig verpasste Anrufe von Interessenten. Da sind E-Mails effektiver."

2. Erzählen Sie von sich

Für Vermieter und Makler ist die finanzielle Situation des potenziellen Mieters wichtig. Sie können daher schon in der ersten E-Mail deutlich machen, dass Sie ein geregeltes Einkommen haben. Verlieren Sie außerdem ein paar Sätze über sich, Ihre Wohnsituation oder den Umzugsgrund, empfiehlt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Achten Sie auch darauf, dass alle Kontaktdaten leicht zu finden sind.

3. Wirken Sie seriös

Hinterlassen Sie auch schon mit der Mailadresse einen vertrauenswürdigen Eindruck. Tauschen Sie süßebiene1989@domain.de oder dirty-harry@domain.com also lieber aus. Falls Ihr Arbeitgeber erlaubt, private Mails vom dienstlichen Mail-Konto zu schicken, kann das ebenfalls einen seriösen Anstrich verleihen. Ob sich dieser Tipp lohnt, kommt allerdings auf den Arbeitgeber an. "Wenn ich von der Adresse @Mieterbund.de schreibe, erhöhe ich meine Chancen wahrscheinlich nicht", sagt Ulrich Ropertz.

4. Achten Sie darauf, wer unterschreibt

Das Ergebnis der gemeinsam Untersuchung von SPIEGEL und Bayerischem Rundfunk zeigt: Männer mit arabisch oder türkisch klingendem Namen bekommen seltener Antworten als Frauen mit deutschem Namen. Sucht ein Paar eine Wohnung, könnte es also für die Erfolgsaussichten besser sein, wenn Hanna und nicht Ismail die Mail an den Makler schreibt - bei der Besichtigung können dann beide zusammen überzeugen.

5. Halten Sie sich an Höflichkeitsregeln

Makler Steinbeiß ist wichtig, dass Bewerber pünktlich, ehrlich und vor allem höflich sind. "Ich habe schon erlebt, dass ein Bewerber die Wohnung vor anderen Interessenten schlecht geredet hat - und als alle vergrault waren, selbst den Zuschlag wollte. Das kann ich gar nicht leiden", sagt er. Solche Interessenten empfehle er dann auch nicht an den Vermieter weiter.

6. Stellen Sie die richtigen Fragen

Um auf einer Massenbesichtigung nicht unterzugehen, sollten Sie das Gespräch mit Makler oder Vermieter suchen und durch Fragen Interesse signalisieren: Wie sind die Nachbarn? Wann wurde das Haus gebaut? Fragen zu Feuchtigkeitsschäden oder Renovierungsarbeiten sollten bei der ersten Besichtigung nicht gestellt werden, empfiehlt Ropertz vom Mieterbund. "Am Anfang sollte man erst einmal positiv auffallen." Über Reparaturen kann später gesprochen werden.

Führt ein Vermieter selbst durch die Wohnung, rät Ropertz zu kleinen Schmeicheleien: "Die meisten selbst vermietenden Eigentümer freuen sich, wenn die geschmackvollen Badezimmerfliesen gelobt werden."

7. Erzählen Sie nicht alles

Stellen Makler oder Vermieter Nachfragen zu Ihrem Privatleben, dürfen Sie übrigens auch lügen: Fragen zu Rauchverhalten, Religion oder Vorstrafen müssen nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden. "Wenn der Vermieter fragt, welche Musikrichtung ich mag, tue ich mir keinen Gefallen, wenn ich mich als Hardrocker oute", sagt Ropertz vom Mieterbund. Wer in die Wohnung einziehen will, muss hingegen wahrheitsgemäß beantwortet werden. In welcher Beziehung die Bewohner zueinander stehen, geht den Vermieter nichts an.

8. Bereiten Sie eine Mappe vor

Um Vermieter und Makler endgültig zu überzeugen, sollten Sie eine Bewerbungsmappe mit allen relevanten Informationen zusammenstellen: Beruf, Gehaltsnachweise, Schufa-Auskunft usw. Datenschutzrechtlich dürfen diese Informationen nicht eingefordert werden. "Wenn man die Wohnung haben will, wird man aber eine Mappe abgeben müssen. Andere Interessenten haben wahrscheinlich weniger Probleme damit", sagt Ropertz vom Deutschen Mieterbund.

Außerdem können Sie ein Foto beilegen. "Darauf sollte man möglichst so aussehen wie am Tag der Wohnungsbesichtigung", rät Makler Steinbeiß. Auf dem professionellen Bewerbungsbild sieht man zwar gut aus, aber doch anders als bei der Besichtigung. "Mein Team sieht pro Woche rund 150 neue Gesichter. Da kommt man schnell durcheinander."

9. Verfassen Sie ein Anschreiben

Bei privaten Vermietern kann auch ein kleines Anschreiben hilfreich sein, in dem Sie sich nochmals vorstellen. "Für viele Vermieter ist es wichtig, ein Gefühl für den Menschen zu bekommen", sagt Martin Steinbeiß.

Auch einen letzten Tipp hat der Makler: "Wenn etwas mit der Hand geschrieben wird - leserlich schreiben!" Die beste Überzeugungsarbeit hilft schließlich nichts, wenn der Makler am Ende die Telefonnummer nicht entziffern kann.

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