"Into the Wild" Endpunkt Alaska

Im Aussteiger-Epos "Into the Wild" sucht ein junger Idealist sein Glück in der Natur - und ist ihr nicht gewachsen.

Christopher McCandless will weg, einfach nur weg. Er ist 22, hat gerade das College abgeschlossen, auf ihn wartet ein Jurastudium und dann die große Karriere. Doch die interessiert ihn nicht, den Studienplatz tritt er nie an. Er spendet die 24 000 Dollar auf seinem Ausbildungskonto für gute Zwecke, setzt sich in seinen verrosteten Wagen und fährt los. Als das Auto in der Wüste Arizonas einen Totalschaden erleidet, läuft er einfach weiter. Irgendwo da draußen in der Wildnis wartet seine Bestimmung, glaubt er, ein Leben außerhalb einer maroden, materialistischen Gesellschaft - ohne Familie, ohne Zwang, nur Freiheit.

Es ist eine wild-romantische Idee, die vielleicht jeder schon einmal kurz im Kopf für sich durchgespielt hat: aussteigen, ein friedliches Leben in und mit der Natur. Es gibt nur ein Problem: Die Natur ist gnadenlos. McCandless (Emile Hirsch), der sich mittlerweile Alexander Supertramp nennt, weiß das, aber er will sie bezwingen. Erst in den berauschend schönen und genauso grausamen Tiefen Alaskas merkt er, dass auch er es nicht kann.

Mit großem Respekt, aber ohne verklärte Bewunderung, erzählt Sean Penn in seiner vierten Regiearbeit "Into the Wild" (nach dem Bestseller von Jon Krakauer) die wahre Geschichte eines trotzigen, nicht unbedingt sympathischen Abenteurers, der schließlich an sich selbst zerbricht.

Es ist Penns bisher bester Film. Als Schauspieler neigt Penn manchmal zu den großen, überdeutlichen Gesten; als Regisseur schlägt er hier dagegen einen nahezu leisen, lyrisch-hypnotischen Ton an, der es dem Zuschauer erlaubt, sich selbst ein Bild von Christopher McCandless zu machen. Mit viel Ruhe, präzise und in grandiosen Aufnahmen beschreibt Penn die Reise des Alexander Supertramp als Traum und Alptraum zugleich.

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