Jugend-Umfrage Darum wird die Welt untergehen

Alles öko? Sieht ganz so aus. Junge Europäer richten ihr Leben heute oft am Umweltschutz aus. Im UniSPIEGEL erzählen Studenten aus sieben Ländern, wie sie nachhaltig konsumieren, was sie sich sehnlich wünschen - und woran schließlich die Welt zugrunde gehen könnte.

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Grüne Großstädter: Nur noch kurz die Umwelt retten
Der Weltklimagipfel in Durban ist vorbei, ein bisschen Katerstimmung ist geblieben: Wieder einmal haben sich Vertreter aus knapp 200 Staaten auf einen ziemlich kleinen Nenner geeinigt: Bis 2015 soll ein Weltklimavertrag zur Begrenzung der Erderwärmung erarbeitet werden. 2020 soll er in Kraft treten. Verhandelt haben wieder einmal vor allem Menschen älteren Semesters. Junge Menschen waren, wie schon beim Gipfel in Kopenhagen 2009, kaum vertreten - obwohl es um ihre Zukunft geht.

Ungeachtet der quälend langsamen Fortschritte auf Uno-Ebene bemüht sich heute eine ganze Generation recht selbstverständlich darum, grüner zu leben. Viele junge Erwachsene organisieren ihr Leben ohne Auto, kaufen bewusster ein, zügeln den eigenen Konsum - und fordern ihre Mitmenschen auf, über ihren Ressourcenverbrauch nachzudenken.

Eine grüner werdende Arbeitswelt hat außerdem viele Studienfächer verändert: Architekturstudenten lernen heute eher als früher, Häuser energiesparend zu entwerfen. Ingenieure tüfteln nicht nur an Kerosin verfeuernden Flugzeugturbinen, sondern auch vermehrt an Windkraftanlagen, Stadtplaner denken zuerst an die Menschen und an geringen Ressourcenverbrauch, dann an den Autoverkehr - wenn sie ihn nicht gleich ganz aussperren.

Zur neuen Generation der pragmatischen Umweltschützer gehören auch 22 europäische Studenten, die von der Stadt Hamburg, der Firma Siemens und der HAW Hamburg zu Städte-Botschaftern ernannt wurden. Sie haben geholfen, eine Studie zur grünen Stadt der Zukunft durchzuführen, die Mitte der Woche vorgestellt wird. Dafür befragten sie in acht europäischen Ländern insgesamt gut 1000 junge Erwachsene zu Umwelt- und Zukunftsfragen.

Im UniSPIEGEL verraten zehn Vertreter der Generation grün, wofür sie Geld ausgeben, was ihnen wichtig ist - und welche Probleme in ihrer Heimat am meisten drängen.

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Reziprozität 12.12.2011
1. Es fällt schon auf, dass ...
... mehr oder minder alle Befragten Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ressourcenschonung für wichtig halten. Das wird praktisch dadurch konterkariert schnell mal in die Ferien nach Brasilien oder Portugal zu fliegen. In Summa: Ziemlich dick aufgetragener Nullschwurbel.
FrüherAllesBesser 12.12.2011
2. Gutmenschen halt. das übliche.
Oh Gott wenn ich sowas immer höre. Nach Brasilien fliegen in Urlaub ( ~20 000 km hin + zurück, 3l Kerosin pro platz und 100 km im modernen Flugzeug, => 600 l Kerosin, um 100 kg Passagier+ gepäck da hinzubringen), öfter in Urlaub gehn wollen, wenns der Geldbeutel hergibt, und dann Elektroauto fahren, der Umwelt zu liebe, weil der Strom kommt ja aus der Steckdose. Nebenher nur Bio-Produkte essen, und den Müll trennen, zB Gelben Sack und Restmüll, der denn eh in der gleichen Müllverbrennungsanlage zu Atomstrom gemacht wird. Oh man. Ein bisschen mehr Konsequenz bitte. Ich kenne leute, die fahren fürs Wochenende Wandern in die Alpen 600km hin und zurück. Soweit OK, das mach ich auch. Aber dann auf der Fahrt über Umweltschutz labern, und sagen dass man immer alles hinterfragen muss, ob das auch zum grünen *Imitsch passt, was man da tut. Wozu, wenn man sich am Ende eh nicht danach richtet? Und die Antwort von diesen Leuten war dann: Naja, es ist halt schwierig, immer gradlining zu sein. Oh man. Dann doch lieber frei nach Dieter Nuhr, einfach mal die Klappe halten. Fehlt nur noch, dass hier wieder Atomstrom durch Solar ersetzt werden soll, der auf Satelliten angebaut wird oder so... Na, mir geht gerade ein Licht auf. Vielleicht hat man in dem Artikel auch einfach die falschen Leute interviewt; welche, die eben ganz normal leben und nicht ihr Leben am Umweltschutz ausrichten... Grüße! Carl -- ps Seit die grünen Protestler, die im Schlossgarten Stuttgart auf Bäumen wohnen, einen Dämpfer erhalten haben, hab ich meinen Glauben an das Gute im Menschen wiedergefunden.
Olaf 12.12.2011
3. .
Zitat von sysopAlles öko? Sieht ganz so aus. Junge Europäer richten ihr Leben heute oft am Umweltschutz aus. Im UniSPIEGEL*erzählen Studenten aus sieben Ländern, wie sie nachhaltig konsumieren, was sie sich sehnlich wünschen - und woran*schließlich die Welt*zugrunde gehen könnte. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,802555,00.html
Die Folge der jahrelangen Gehirnwäsche bei Kindern spätestens ab dem Kindergarten. So zieht man eine folgsame Generation heran, die glaubt sie sei mit einer Erbsünde belastet und müsste sich von ihren Sünden reinwaschen, in dem sie dafür zahlt. Ansonsten droht das Armageddon Letztlich ein Konzept, mit dem die Kirche seit Jahrtausenden erfolgreich ihre Macht gesichert hat, neu adaptiert von Grüne, Greenpeace und Co. Und an dem zur Aufrechterhaltung des schlechten Gewissens erforderlichen, ununterbrochenen Strom an schlechten Umweltnachrichten, verdienen die Medien auch noch. So sind alle zufrieden, einschließlich der Jugendlichen die, wie all die Generationen vor ihnen, lernen sich mit einer gesunden Doppelmoral in dem moralischen System der Eltern einzurichten und trotz schlechtem Gewissen mindestens einmal im Jahr zum Ballermann zu düsen.
GinaBe 12.12.2011
4. Es fällt schon auf, daß....
Zitat von Reziprozität... mehr oder minder alle Befragten Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ressourcenschonung für wichtig halten. Das wird praktisch dadurch konterkariert schnell mal in die Ferien nach Brasilien oder Portugal zu fliegen. In Summa: Ziemlich dick aufgetragener Nullschwurbel.
....die Jugend kein bißchen mehr Konsequenz zeigt, als die Gesellschaft es ihr in einer Vorbildfunktion vormacht. Eigenes denken ist ebensowenig angesagt, als eigenen Verzicht zu veräußern, schließlich will niemand Schuld sein am ökologischen Zusammenbruch, jeder aber ist durch sein Verhalten mitverantwortlich. Solange die kapitalistische Wirtschaftsordnung auf Ausbeutung von Natur und Menschen ihr Wachstum baut, ist auch kein Ende in Sicht und alles reden wird nichts fruchten.
forumgehts? 12.12.2011
5. Woran
Zitat von sysopAlles öko? Sieht ganz so aus. Junge Europäer richten ihr Leben heute oft am Umweltschutz aus. Im UniSPIEGEL*erzählen Studenten aus sieben Ländern, wie sie nachhaltig konsumieren, was sie sich sehnlich wünschen - und woran*schließlich die Welt*zugrunde gehen könnte. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,802555,00.html
die hiesige Welt zugrunde gehen wird, das ist schwierig vorherzusagen. Aber sehr wahrscheinlich wird das aus Versehen passieren.
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