Jugend in Castros Kuba "Wir glauben an nichts"

Nach einer Kindheit unter Fidel Castro träumen junge Erwachsene auf Kuba von ihrer eigenen Revolution: Sie wollen reisen, Arbeit und mehr Internet. Drei von ihnen erzählen von ihrem Land, und warum die einen bleiben und die anderen nur weg wollen.

Von , Havanna


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Jugend in Castros Kuba: Freiheit, die wir meinen
Die kubanischen Revolutionäre sind ergraut, die Kalter-Krieg-Rhetorik wirkt angestaubt, und der Inselalltag ist oft nur mit viel Improvisation zu bewältigen - doch Durchhalteparolen an Häuserwänden verkünden, dass die Jugend den sozialistischen Sonderweg fortführen wird. Viva la Revolución?

Die jungen Kubaner sind mit den Reden des greisen Fidel Castro aufgewachsen, mit den Heldengeschichten der Revolutionäre, sie haben aber auch erlebt, wie Propaganda und Realität auf Kuba auseinanderklaffen. Nicht alle wünschen sich gleich ein anderes politisches System, aber viele sind unzufrieden, weil ihnen ein besserer Lebensstandard, höhere Gehälter, Karriereaussichten und Zugang zu mehr Informationen fehlen.

Unter Raúl Castro lässt der Staat seinen Bürgern ein bisschen mehr Spielraum, Kubaner dürfen sich in bestimmten Berufsgruppen selbstständig machen, Handys und Computer besitzen, in Internetcafés surfen, reisen.

Doch die meisten können sich die neuen Freiheiten nicht leisten, und der Wandel geschieht quälend langsam. Viele Akademiker und Berufsanfänger wie der Informatiker Reiniel, 28, wollen weg von der Sonneninsel. Doch es gibt auch Studenten wie Felix, 24, oder Yuanling, 20, die nirgendwo anders leben möchten.



insgesamt 59 Beiträge
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winston2411 09.10.2013
1. Sie wollen weg? aus dem sozialistischen Paradies?
Da basteln die Kubaner seit mehr als 50 Jahren am Sozialismus und der funktioniert wohl immer noch nicht so perfekt, dass die Leute nicht flüchten wollen. Das sollte zu denken geben.
testthewest 09.10.2013
2.
Zitat von winston2411Da basteln die Kubaner seit mehr als 50 Jahren am Sozialismus und der funktioniert wohl immer noch nicht so perfekt, dass die Leute nicht flüchten wollen. Das sollte zu denken geben.
Tja, lieber "Lohnsklave im Niedriglohnland" Deutschland, als "Arbeiter im Sozialistenparadis" Kuba. Lieber 2 Klassen-Medizin, als sozialistische Rundumversorgung. Lieber Lehmann Brothers als Fidel Castro. Manche werden es trotz der Tatsachen nie kapieren. Der (Raubtier!!)Kapitalismus hat mehr Leute aus der Armut geholt als jede andere Wirtschaftsform. Wir heulen ob unserer Wehwehchen, verdammen ihn, aber haben nichtmal die leiseste Ahnung wie mies es uns ohne ihn ginge.
anne_lotta 09.10.2013
3. Wo wollen sie hin? Ins kapitalistische Paradies?
Da bastelt der Rest der Welt seit 200 Jahren am Kapitalismus und er funktioniert immer noch nicht. Kriege, Hunger, Armut selbst in den Industrienationen. Das sollte zu denken geben.
johannes.kepler 09.10.2013
4. Frau Iotta
Da müssen Sie einfach von Land wechseln: ab nach Kuba. Die Castrodiktatur ist noch nicht kollabiert, weil die venezolanische Autokratie das Leben des Regimens noch verlängert. Sonst wäre der sogenannte Sozialismus in Kuba schon lange zu Ende.
baldurszorn 09.10.2013
5. Keine Ahnung
Der Artikel spiegelt gut die Meinung junger Cubaner in den grossen Städten, speziell Habana, aber er ist dennoch einseitig. Es wird verschwiegen, dass die Cubaner immer noch massiv von den USA boykottiert werden. Darunter leidet die Wirtschaft, speziell der Fremdenverkehr als mittlerweile Haupteinahmequelle des Staates, aber auch vieler Cubaner, ganz besonders. Hier ist zB nicht bekannt, dass die "freiheitsliebenden" vereinigten Staaten ihren Bürgern verbieten, in Cuba BNadeurlaub zu machen. Erlaubt sind nur Studienreisen mit staatlicher Genehmigung. Anderenfalls droht Gefängnis (bis max. 10 Jahre). Kreuzfahrschiffe laufen zB keine Häfen in uba an, da jedes Schiff, dass in Cuba anlegt, ein Verbot für US-Häfen bekommt (6 Monate lang). Welche Reederei kann es sich also leisten, nach Cuba zu fahren? Sehr viele Cubaner haben auf Obama gesetzt, sind aber bitter enttäuscht worden. Cuba ist noch ein wahres Paradies, da es nicht verdorben ist von der Knechtschaft des Kapitals. Viele Bewohner sehnen sich zwar nach Konsumgütern, aber wissen auch, dass sie ihre Seele verkaufen würden, wenn das Raubtier Finanzkapitalismus zuschlagen könnte. Daher ist eine behutsame Öffnung nach außen der beste Weg.
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