Panne in Niedersachsen Jurastudenten schreiben zweimal die gleiche Klausur

Die Fragen dürften ihnen bekannt vorgekommen sein: 200 angehende Rechtsreferendare haben in Niedersachsen die gleiche Klausur geschrieben wie die Prüflinge im Vorjahr. Gestaunt haben wohl vor allem die Wiederholer.
Jurastudenten in einer Vorlesung (Archivbild)

Jurastudenten in einer Vorlesung (Archivbild)

Foto: Peter Endig/ picture alliance / dpa

Das erste Staatsexamen in Jura ist bekannt dafür, besonders knifflig zu sein. Manche Studenten zahlen viel Geld für private Repetitorien, andere erarbeiten schon Jahre vorher genaue Lernpläne. In Internetforen kursieren Gedächtnisprotokolle zahlreicher Klausuren - und wer sich diese genau angeschaut hatte, war in diesem Jahr in Niedersachsen klar im Vorteil. Denn das Landesjustizprüfungsamt hat knapp 200 angehenden Rechtsreferendaren in der dritten Zivilrechtsklausur die gleichen Fragen vorgelegt wie den Prüflingen im Vorjahr.

Für zehn Studenten bedeutete das, die gleiche Prüfung noch einmal zu schreiben: Sie waren nämlich als Wiederholer dabei.

Das Ministerium begründet den Fehler mit einer Nachlässigkeit im Amt: "Bei der Klausur ist im Juli 2016 die entsprechende Kategorisierung als verwendete Klausur unterblieben. In Folge eines Personalwechsels ist dieses Versehen bei der Stellung der Klausur für Juli 2017 nicht weiter aufgefallen, so dass es zu der Doppelverwendung kam", heißt es in einer Stellungnahme, über die zuerst die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet hatte.

Wiederholt werden soll die Klausur nicht. Die richtigen Lösungen seien im Vorjahr schließlich nicht veröffentlicht worden, zudem hätten auch die Wiederholer nicht damit rechnen können, dass die gleichen Fragen noch einmal gestellt werden, so das Ministerium. Die Korrektur sei noch nicht abgeschlossen, der Notendurchschnitt stehe deshalb noch nicht fest.

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