Kabinettskarussell Die Grüßtante

Wer wird's, Frau Pieper, Herr Röttgen oder noch einmal Annette Schavan? Bundesbildungsminister sind meist blasse Gestalten, haben wenig zu melden und machen im Amt ein bisschen Winke-Winke - da ist ziemlich egal, wer Schavans Nachfolge antritt, meint Jan Friedmann.

Annette Schavan grüßt: Hat erfolgreich an der eigenen Überflüssigwerdung gearbeitet
dpa

Annette Schavan grüßt: Hat erfolgreich an der eigenen Überflüssigwerdung gearbeitet


Heiteres Beruferaten: Wer ist Rainer Ortleb? Nie gehört? Na gut. Karl-Hans Laermann? Noch immer nichts? Jürgen Rüttgers, Edelgard Bulmahn, Annette Schavan? Ah, der Rüttgers ist doch der in Nordrhein-Westfalen, mit den Rumänen und vorher mit den Indern.

Der CDU-Politiker war auch mal Bundesbildungsminister, wie die vier anderen aus der Liste. Nur erinnert sich daran kaum noch jemand. Blasse Gestalten?

Es liegt auch am Amt: Bundesbildungsminister haben einfach nichts zu tun, Bildung wird in den Bundesländern gemacht. Seit der Föderalismusreform 2006 muss sich Amtsinhaberin Schavan damit begnügen, Grüßtante und, als Forschungsministerin, Hightech-Beauftragte zu sein. Eine typische Bewegung fürs Beruferaten wäre: Schutzbrille und weißen Kittel anlegen für die Laborbesichtigung.

Wenn die Bundeskanzlerin ihr neues Kabinett vorstellt, wird dort wieder keiner sitzen, der in der Bildung etwas zu sagen hat. Eine PR-Offensive muss her: Regieren statt Repräsentieren? Kinder statt Rinder? Studenten statt Renten? Dem Ex-Minister Rüttgers fällt sicher was ein.



© UniSPIEGEL 5/2009
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