Berufswunsch Diätspezialist Japaner verklagt Frauen-Uni

Ein junger Japaner will Diätspezialist werden, doch die einzige Hochschule in der Nähe, die das Studium anbietet, ist eine Frauen-Universität. Jetzt klagt der Mann wegen Diskriminierung.

Die nächste Generation weiblicher Führungskräfte: Die Fukuoka Women's University nimmt seit 1923 nur Frauen auf.

Die nächste Generation weiblicher Führungskräfte: Die Fukuoka Women's University nimmt seit 1923 nur Frauen auf.


Ein Mann hat in Japan eine Universität für Frauen wegen Diskriminierung verklagt, weil sie seinen Antrag für eine Aufnahmeprüfung abgelehnt hat. Der junge Mann fordert in seiner am Montag beim Bezirksgericht im südwestlichen Fukuoka eingereichten Klage neben einer Zulassung zur Prüfung auch eine Entschädigung in Höhe von 660.000 Yen (rund 4900 Euro), meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Die öffentliche Lehranstalt habe gegen die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie das Recht auf Erziehung und damit gegen die Verfassung des Landes verstoßen.

Der Japaner will Diätspezialist und Ernährungsmanager werden. Unter den staatlichen Universitäten in seiner Heimatprovinz Fukuoka bietet allerdings nur die Fukuoka Women's University eine solche Ausbildung an.

Die Hochschule aber hatte seinen Antrag mit der Begründung abgelehnt, dass nur Frauen zugelassen würden. "Eine öffentliche Universität ist eine öffentliche Einrichtung, die mit Steuern unterhalten wird", hält der Kläger dagegen. Bei einer Ablehnung sei er gezwungen, an eine Universität außerhalb seiner Heimatprovinz zu gehen oder an ein private Lehreinrichtung, was deutlich kostspieliger wäre.

bkr / dpa



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uventrix 19.01.2015
1. War abzusehen
Tja recht hat er.. ob er auch recht bekommt ist eine andere Frage. Bei den ganzen Frauen only Angeboten die derzeit aus dem Boden sprießen unter dem Deckmäntelchen der Gleichberechtigung war das nur eine Frage der Zeit, dass auch Männer mit dem Beklagen anfangen.
Crom 19.01.2015
2.
Man stelle sich vor, es geben eine Uni nur für Männer. Die Femis würden doch ausrasten. Ich finde daher, das Anliegen gerechtfertigt.
satissa 19.01.2015
3. Na endlich
Jetzt brauchen wir noch Quoten für Kindergärtner und Grundschullehrer, Quoten für das Sorgerecht und dann kann man langsam über Gleichberechtigung sprechen. Wahrscheinlich wird sich aber noch Frau Schwarzer melden und Wiedergutmachung für das jahrhundertlange Patriachart fordern.
Velociped 19.01.2015
4. Gleichberechtigung heisst Gleichberechtigung
Es kann eng umrissene Ausnahmefälle geben, bei denen ein Geschlecht bevorzugt wird um die Unterrepräsentation aufzuheben. Bei der Diskussion um Quote und Frauenförderprogrammen wird aber allzu oft übersehen, dass diese das Gegenteil von Gleichberechtigung sind und daher stets in der Pflicht sind zu begründen, warum diese unbedingt erforderlich sind. Früher hatte Mädchen schlechtere Schulnoten als Jungen. Es wurde von einer Diskriminierung ausgegangen und Mädchenförderung betrieben. Dann waren die Noten im Schnitt gleich - ein gutes Ergebnis. Jetzt sind die Noten der Mädchen besser - das ist aber kein noch besseres sondern schlechteres Ergebnis. Alle die früher Mädchenförderung betrieben haben, müssten jetzt Jungenförderung betreiben. Doch die ideologische Scheuklappen verhindern dies. Stattdessen wird viel Aufwand getrieben um die Jugendiskriminierung klein zu reden und den Jungen selbst die Schuld zu geben. Genauso bei der Frauenquote: Wo 10% schlecht, 30% besser und 50% gut ist, ist 70% wieder schlechter. Gleichberechtigung ist einfach gleich berechtigt und Gleichstellung ist ein Gleichgewichtszustand, der in beide Richtungen korrigiert werden muss. Verkündet ein Startup, nur aus Frauen zu bestehen, gibt es positive Schlagzeilen statt eines Aufschreis wegen Sexismus. Schlimmer als die durchaus noch existierende unterschwellige Benachteiligung von Frauen ist die unterschwellige Zuordnung der Opferrolle. Leider profitiert gerade die ganze Gleichstellungsindustrie von diesem Opferabo und wird daher diesen überfälligen Punkt nie adressieren.
mitsuko 19.01.2015
5.
Zitat von uventrixTja recht hat er.. ob er auch recht bekommt ist eine andere Frage. Bei den ganzen Frauen only Angeboten die derzeit aus dem Boden sprießen unter dem Deckmäntelchen der Gleichberechtigung war das nur eine Frage der Zeit, dass auch Männer mit dem Beklagen anfangen.
Diese Uni nimmt laut Bildunterschrift schon seit 1923 nur Frauen auf. Da kann man kaum sagen, es handle sich dabei um eines der "Frauen only Angebote, die DERZEIT aus dem Boden spriessen". Es zeigt doch eher, wie stark die traditionelle Rollenvorstellung dort noch ist. Es ist gut, wenn er dagegen klagt. Ich hoffe, dass er seinen Berufswunsch erfüllen kann.
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