Forschung im Pub-Labor Uni bittet zum kontrollierten Trinken

Cheers! Eine Londoner Uni hat eine Labor-Kneipe eingerichtet, um das Trinkverhalten studentischer Probanden zu erforschen. Allerdings wissen die Versuchspersonen nicht, was sie da eigentlich gerade kippen.

London South Bank University

Sich beim Trinken zuschauen lassen, von nüchternen Menschen? Wenn Sie nicht gerade Charlie Sheen heißen, finden Sie das wahrscheinlich wenig attraktiv. An der Londoner South Bank University allerdings hat der Fachbereich Psychologie jetzt ein Kneipen-Labor genau dafür eingerichtet: Menschen beim Trinken beobachten und daraus lernen.

Wie unter anderem der "Guardian" berichtet, ließen die Wissenschaftler für rund 20.000 Pfund, umgerechnet etwa 24.000 Euro, eine Bar einrichten, in der die Kunden so etwas sind wie Labormäuse, die nicht wissen, womit sie gefüttert werden.

Denn was wirklich ausgeschenkt wird, weiß nur das Personal, darunter viele Studenten, die die Wirkungen von Alkohol auf das Verhalten des Trinker untersuchen wollen. "Das Glas wird nach Alkohol riechen, aber nicht immer wird in dem Drink wirklich Alkohol enthalten sein", so zitiert die Zeitung den Leiter des Psychologiefachbereichs, Antony Moss. Es gehe darum, wie sich Menschen verhalten, wenn sie lediglich glauben, Alkohol zu bekommen.

Alles wird kontrolliert - Licht, Lautstärke, Ansprache

Das Placebo-Saufen in falschen Bars ist dem Bericht zufolge keine ganz neue Methode, in den USA habe es das schon öfter gegeben, aber in Großbritannien wurde offenbar noch kein ähnliches Experiment durchgeführt.

Die Idee: Die Testtrinker befinden sich in einem möglichst authentischen Umfeld, die Wissenschaftler jedoch können so gut wie alle äußeren Bedingungen kontrollieren - Licht, Lautstärke, Hintergrundgeräusche, Ansprache. Was sich an der Bar tut, wird von Kameras übertragen, so dass die Studenten in Echtzeit zugucken können, wie sich andere beim Trinken verhalten. Ein solches Experiment lasse sich nicht in einer echten Kneipe durchführen, wird Moss weiter zitiert, dort gebe es zu viele andere Einflüsse.

Moss konzentriert sich in seiner Forschung vor allem auf das Thema Sucht, unter anderem hat er ein Buch mit dem Titel "Die Psychologie des Suchtverhaltens" veröffentlicht und mehrere Aufsätze über Alkoholkonsum und Verhalten unter Alkohol.

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juergw. 19.02.2014
1. Trinkverhalten erforschen ???
Zitat von sysopLondon South Bank UniversityStudenten und Alkohol, das ist oft eine innige Beziehung. Eine Londoner Uni hat jetzt eine Labor-Kneipe eingerichtet, um das Trinkverhalten zu erforschen. Allerdings wissen die Probanten nicht immer, ob sie gerade wirklich Bier, Schnaps oder Wein kippen. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/kneipen-labor-an-londoner-uni-saufen-fuer-die-wissenschaft-a-954196.html
Du meine Güte ,man braucht in London am Wochenende nur die Besoffenden zur späten Stunde beobachten.Toll,wo man überall forschen kann.
redbayer 19.02.2014
2. Eine tolle Idee der South Bank Uni
sich ein hauseigenes Pub für 24 TEURO bauen zu lassen, zum Forschen! Die meisten der Probanden werden wohl keinen Alk bekommen oder nur schlechten Whisky. Dafür können sich die Experimentatoren am Abend selbst voll laufen lassen. Übrigens Tipp für die Engländer, die "Besäufnis Uni" ist nicht neu. In München-Freising gibt es die Forschungsbrauerei, als Ergebnis intensiver Forschung der TU in Brauerei-Technologie. So sind Forschungsgelder wirklich gut angelegt - siehe Bayerns Position als Wissenschaftsstandort.
af17555 20.02.2014
3.
Zitat von sysopLondon South Bank UniversityStudenten und Alkohol, das ist oft eine innige Beziehung. Eine Londoner Uni hat jetzt eine Labor-Kneipe eingerichtet, um das Trinkverhalten zu erforschen. Allerdings wissen die Probanten nicht immer, ob sie gerade wirklich Bier, Schnaps oder Wein kippen. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/kneipen-labor-an-londoner-uni-saufen-fuer-die-wissenschaft-a-954196.html
Eigentlich denkt man ja, den engländern müssten die skurilen Ideen irgendwann mal ausgehen. Nee, im Gegenteil, denen fällt immer wieder was lustiges ein und Saufgewohnheiten erforschen macht ja bestimmt auch noch Spaß, besoners den Probanden.
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