Koch-Mehrins Titelverteidigung Uni Heidelberg lehnt Widerspruch ab

Die Uni Heidelberg bleibt hart: Das Rektorat der Hochschule hat den Widerspruch Koch-Mehrins gegen die Entziehung ihres Doktortitels zurückgewiesen. Doch ihr Kampf um den akademischen Grad geht in die nächste Runde - vor Gericht.

FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin: Nächste Runde vor Gericht
dapd

FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin: Nächste Runde vor Gericht


Beim Kampf um ihren verlorenen Doktortitel will FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin nun gerichtlich vorgehen. Zuvor hatte die Universität Heidelberg den Widerspruch der FDP-Politikerin gegen die Entziehung ihres Doktortitels zurückgewiesen. Das gab das am Freitag bekannt.

Nun will sie offenbar juristisch gegen den Titelentzug vorgehen. Ihr Anwalt Christian Birnbaum teilte mit, "der nächste von der Verfahrensordnung vorgesehene Schritt" sei die Klage vor dem Verwaltungsgericht.

Seit Monaten kämpft die liberale Europaabgeordnete um ihren Doktorgrad, der ihr wegen Plagiatsvorwürfen entzogen wurde. Nach Universitätsangaben hatte sie am 15. Juli Widerspruch gegen den Titelentzug eingelegt und diesen im Oktober noch einmal schriftlich inhaltlich begründet. Daraufhin habe sich der Promotionsausschuss erneut mit dem Fall befasst und "nach sorgfaltiger Prüfung" entschieden, an der Aberkennung des Doktortitels festzuhalten, teilt die Uni mit. Die endgültige Entscheidung, den Widerspruch zurückzuweisen, sei jetzt vom Rektorat der Universität getroffen worden.

Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät hatte der Politikerin im Juni den Doktortitel entzogen, weil ihre Dissertation "in substantiellen Teilen" aus Plagiaten bestehe. Koch-Mehrin hatte dagegen versichert, die wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer Arbeit beruhten auf ihrer eigenen Leistung.

Wegen der Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit ihrer Doktorarbeit hat die ehemalige FDP-Spitzenpolitikerin bereits im Mai alle Parteiämter niedergelegt und war als Vizepräsidentin des EU-Parlaments zurückgetreten. Zudem zog sie sich aus dem EU-Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie zurück. Eine Niederlegung des Abgeordnetenmandats lehnte sie allerdings ab.

seh/dapd/AFP

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adam68161 09.12.2011
1. Merke! :
eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus! (Gilt auch dann, wenn ein anderer Promotionsausschuss Gutachter gewesen wäre) arme Sylvana, jetzt lassen's dich im Regen stehn. (und dabei waren sie vorher so stolz auf die kühle Blonde...)
vogelskipper 09.12.2011
2. Wer es braucht....
Wenn ich schon so ausgesorgt hätte wie sie, würde ich mir diese Peinlichkeit nicht antun wegen des Titels noch vor Gericht zu ziehen. Man kann auch ohne Titel zeigen, dass man etwas drauf hat, wenn man es drauf hat und dafür gibt es genügend Beispiele. Sie scheint den Titel für ihr eigenes Ego ja sehr nötig zu haben, denn selbst wenn er vor Gericht zurück erstritten werden könnte, so macht sie das in der Öffentlichkeit doch nur noch lächerlicher.
Luscinia007 09.12.2011
3.
Zitat von sysopDie Uni Heidelberg bleibt hart: Das Rektorat der Hochschule*hat den Widerspruch Koch-Mehrins gegen die Entziehung ihres Doktortitels zurückgewiesen. Doch*ihr Kampf um den akademischen Grad*geht*in die nächste Runde*- vor Gericht. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,802729,00.html
In der FDP ist man wohl unsinnige Unternehmungen gewohnt. Wer jahrelang nur "Steuersenkung, Steuersenkung" geschrien hat, ist wohl auch in Sachen "Titelverteidigung" weit an der Realität vorbei.
inline 09.12.2011
4. So schön
Es ist schön zu sehen wie viel Energie Frau Koch-Mehrin aufbringen kann wenn ihr eine Sache wichtig ist. Es wäre schön gewesen wenn man dies auch in Zusammenhang mit Ihren politischen Ämtern hätte sehen können. Jedenfalls ist manchen Menschen einfach nichts zu peinlich.
my_goodness 09.12.2011
5. Titelverteidigung
Zitat von sysopDie Uni Heidelberg bleibt hart: Das Rektorat der Hochschule*hat den Widerspruch Koch-Mehrins gegen die Entziehung ihres Doktortitels zurückgewiesen. Doch*ihr Kampf um den akademischen Grad*geht*in die nächste Runde*- vor Gericht. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,802729,00.html
Ich wäre sehr amüsiert, wenn sie es wirklich täte. 80 von insgesamt 120 Seiten geguttenbergt, das wird verdammt eng. Aber da ihr bekanntlich auch sonst nichts zu peinlich ist, was ihre Pflichten im Parlament angeht, wird sie das sicher machen. Kampfmotto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich gänzlich ungeniert.
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