Korruptionsermittlungen in Florenz Polizei geht gegen Professorenkartell vor

Haben sich Steuerjuristen in Florenz die Lehrstühle gegenseitig zugespielt? Die Polizei ermittelt gegen mehr als 80 Hochschulprofessoren, einige wurden unter Hausarrest gestellt.
Die Kathedrale von Florenz (Archiv)

Die Kathedrale von Florenz (Archiv)

Foto: LUCA BRUNO/ AP

Ein Korruptionsskandal ungeahnten Ausmaßes versetzt italienische Hochschulen in Aufregung: Offenbar wurden zahlreiche Lehrstühle unter der Hand und womöglich gegen Geld vergeben.

Am Montag waren sieben Professoren in mehreren Regionen des Landes unter Hausarrest gestellt worden, 22 weitere für ein Jahr suspendiert. Die Finanzpolizei Florenz ermittelt insgesamt gegen 59 Personen wegen des Verdachts der Korruption, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Bildungsministerin Valeria Fedeli sah sich gezwungen, Stellung zu beziehen. Sie nannte es am Dienstag "inakzeptabel", dass an verschiedenen Hochschulen des Landes offenbar mittels intransparenter Methoden und Korruption Lehrstühle vergeben worden sind.

Deutlich schlechter qualifiziert

Die Ermittlungen hatte laut Polizei ein Wissenschaftler angestoßen, der sich auf einen Lehrstuhl beworben hatte. Er habe sich nicht gegen einen anderen Kandidaten durchsetzen können, obwohl dieser deutlich weniger qualifiziert für den Posten gewesen sei, hieß es in der Mitteilung der Finanzpolizei.

Weiterführende Untersuchungen hätten "systematische, korrupte Vereinbarungen zwischen zahlreichen Steuerrechtsprofessoren" aufgedeckt. Über Beförderungen sei nicht nach dem Leistungsprinzip, sondern unter anderem nach Maßgabe persönlicher Interessen entschieden worden.

mamk/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.