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Viel Geld haben Studenten nicht - aber viele Möglichkeiten, Geld zu sparen.


Sie sind jung, sie sind gebildet, sie wollen Karriere machen. Kein Wunder, dass angehende Akademiker eine der am heftigsten umworbenen Zielgruppen sind. Um ihre Gunst buhlen Banken ebenso wie Versicherungen, Telefongesellschaften oder Reiseveranstalter ­ zur Freude der Studenten immer häufiger auch mit Rabatten und kostenlosen Angeboten.

Längst ist der Studentenausweis nicht mehr nur an der Kinokasse oder im Museum bares Geld wert: Billiger und besser telefonieren ist angesagt. So bietet die Deutsche Telekom ISDN-Anschlüsse ohne die sonst fällige Gebühr von 100 Mark. Der Anschluss spart nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Ärger mit den Mitbewohnern in der WG: Es können bis zu zehn verschiedene Telefonnummern geordert werden.

Auf Zusatzgeräte wie das Teledat USB 2, in das bis zu drei analoge Apparate eingestöpselt werden können, gibt es bei der Telekom ebenfalls Rabatt: Für Studis kostet es weniger als die Hälfte der regulären 200 Mark. Und was immer noch nicht alle Bafög-Empfänger wissen: Sie können bei der Telekom einen Sozialtarif beantragen und über Freieinheiten rund 14 Mark im Monat sparen.

Natürlich warten auch beim Mobil-Telefonieren Schnäppchen. Der Netzbetreiber E-Plus hat einen Sondertarif für Nachwuchsakademiker im Angebot. Bei einer Monatsgebühr von 25 Mark sind 20 Freiminuten ins Fest- oder E-Plus-Netz sowie 50 Handy-Kurznachrichten inklusive.

Des Studenten liebste Beschäftigung nach dem Büffeln ist das Reisen. Bei der deutschen Bahn lohnt sich für lange Strecken die BahnCard Junior zum Preis von 130 Mark. Schüler und Studenten bis 26 Jahre können damit ein Jahr lang zum halben Preis Bahn fahren.

Auch in die Luft gehen Studenten günstiger. Die Lufthansa bietet im Internet Billig-Flüge nur für Studiosi (www.studentmiles.com). Wer sich mit seiner Semesterbescheinigung angemeldet hat, kann beispielsweise für 74 Mark von Frankfurt nach London fliegen. Nahezu alle Fluggesellschaften geben auf Flüge Rabatte, manchmal bis zu 500 Mark auf Langstrecken.

Für Reisen ins Ausland sollte sich jeder einen Internationalen Studentenausweis besorgen. Der kostet 18 Mark und garantiert Vergünstigungen für Flüge, Hotels, Museen und Kinos. Inhaber sind damit im Ausland auch unfallversichert.

Fachzeitschriften und Zeitungen können sogar bis zu 75 Prozent unter dem normalen Verkaufspreis abonniert werden. Bei der Studentenpresse (Service-Telefon: 0 62 21-9 04 01 20) sind über 300 Titel im Angebot. So kostet die "Süddeutsche Zeitung" für Studenten statt 43,80 Mark im Monat nur noch 28,50 Mark. Auch den SPIEGEL gibt es für 182 Mark jährlich um 78 Mark günstiger.

Nicht zuletzt lässt sich bei den Banken sparen. Fast alle Geldinstitute bieten gebührenfreie Kontoführung. Bei der Dresdner Bank kostet eine Kreditkarte von Visa oder Eurocard für Studenten bis 27 Jahre statt 40 nur 30 Mark jährlich. Viele Banken gewähren Rabatte beim Aktien- und Fondskauf sowie bei der Depotverwaltung.

Wie viel Geld Studenten insgesamt sparen können, wenn sie im richtigen Moment ihre Studienbescheinigung dabeihaben, hat die Forschungsstelle für Betriebswirtschaft und Sozialpraxis in Mannheim ausgerechnet: 1187 Mark pro Semester ­ das ergab eine Befragung von 418 Studenten an den Universitäten in Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe.

Die Wissenschaftler machten fast 50 Einsparmöglichkeiten aus. Allein durch regelmäßiges Essen in der Mensa gewinnt ein Student 144 Mark im Semester, durch einen kostenlosen Internet-Zugang über die Hochschule weitere 122 Mark. Hinzu kommen niedrige Mieten in Wohnheimen, die Befreiung von Zuzahlungen für Medikamente und Zahnersatz sowie von Rundfunk- und Fernsehgebühren bei einem Einkommen unter dem Sozialhilfesatz. Studenten müssen nur ermäßigte Beiträge zur Krankenversicherung überweisen, und in der Familien-Haftpflicht sind sie so lange mitversichert, wie sie nicht einen anderen Hauptwohnsitz haben oder eine Familie gründen. In vielen Uni-Städten können sie mit dem Semesterticket oder ermäßigten Monatskarten Busse und Bahnen günstig nutzen (verbilligte Angebote jeder Art gibt es auch beim Internet-Dienst "allmax").

Und nach der Vorlesung lässt es sich beim Tanzen, Golfen oder Sprachenlernen entspannen ­ alles zu Sonderpreisen. Wer nicht fragt, bleibt arm.

MARION SCHMIDT



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