Lernen Buch schlägt Internet

Lerngewohnheiten ändern sich nicht so schnell: Am besten lernen Studenten bei Webangeboten, deren Aufbau an ein Buch erinnert. Das fanden US-Forscher bei einem Test heraus.


Nur gut strukturierte Webseiten können mit Büchern mithalten
GMS

Nur gut strukturierte Webseiten können mit Büchern mithalten

Eine typische Internetseite ist allenfalls zweite Wahl für Studenten, die einen neuen Stoff pauken. Wollen sie von Webangeboten ebenso profitieren wie von gedruckten Texten, sollten sie Internetseiten aufsuchen, die nicht nur die üblichen Hyperlinks enthalten - auch der Aufbau sollte deutlich an ein Buch erinnert. Das ergab eine neue amerikanische Studie.

Die Forscher der Universität Ohio und Wisconsin-Madison ließen zweihundert Studenten etwas über die Verbreitung von Grippe lernen. Ein Teil der Studenten bekam dazu einen ausgedruckten Text; die anderen mussten den Stoff aus dem Internet lernen. Anschließend überprüften die Wissenschaftler die Lernerfolge in einem Test.

Etwa gleich gut schnitten beim Test Studenten ab, die entweder den gedruckten Text erhielten oder von gut strukturierten Internetseiten lernen konnten. Die Internetseiten enthielten außer den anklickbaren Verweisen - den Hyperlinks - auch ein Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen, wie es in Büchern üblich ist. Von Internetseiten, die ausschließlich Hyperlinks enthielten, lernten die Studenten dagegen deutlich schlechter. Ebenfalls schlechtere Lernergebnisse erzielten Studenten ab, deren Internetseiten zwar ein Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen hatten, aber keine Hyperlinks.

"Wir haben nur begrenzte geistige Reserven", sagt William Eveland, einer der beteiligte Forscher von der Staatsuniversität Ohio. "Alles, was uns etwas von diesen Reserven nimmt, behindert das Lernen." Dazu gehöre zum Beispiel die Entscheidung, ob man einem Hyperlink folgen soll oder nicht. In einem Buch könne man dagegen einen Text von oben nach unten ohne Ablenkung durchlesen. "Nur gut aufgemachte Webseiten, auf denen man sich leicht zurechtfindet, können diesen Nachteil wieder wettmachen", so der Forscher.



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