Klimaschutz in der Mensa Londoner Uni verkündet Rindfleisch-Verzicht

Die britische Küche ist bekannt für Pies und Patties. In den Kantinen einer Hochschule soll es die in Zukunft aber nur noch ohne Rind geben. Das nutzt womöglich dem ramponierten Image der Uni mehr als dem Klima.

Cheeseburger
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Eine Londoner Universität will vom kommenden Semester an keine Rindfleischprodukte mehr in ihren Mensen und Cafés verkaufen - und begründet dies mit der globalen Erderwärmung. "Bei der Erklärung eines Klimanotstands darf es sich nicht um leere Worte handeln", sagte die Rektorin der Universität Goldsmiths, Frances Corner, in einer Mitteilung der Hochschule.

Man befinde sich an einem "entscheidenden Moment in der globalen Geschichte". Wie auch andere Organisationen werde ihre Hochschule handeln, um den CO2-Verbrauch zu reduzieren, teilte Corner mit. Das britische Parlament hatte im Mai nach heftigen Protesten von Umweltaktivisten den Klimanotstand ausgerufen.

Die Universität kann positive Berichterstattung gut gebrauchen. Erst vor wenigen Jahren hatte die Hochschule nach Berichten des "Guardian" ein weitreichender Fall von sexueller Belästigung erschüttert.

Nun will die Uni mit Klimaschutz punkten - nicht nur durch Fleischverzicht: Von September an soll der Mitteilung zufolge eine Gebühr von zehn Pence (elf Cent) auf Wasserflaschen und Einwegbecher aus Plastik erhoben werden. Außerdem werde die Hochschule mehr Sonnenkollektoren auf dem Campus im Südosten der britischen Hauptstadt installieren und in ihre Schrebergartenanlage investieren.

in der Debatte um den Klimawandel gilt Rindfleisch unter vielen Wissenschaftlern als Klimakiller, der Verzicht darauf grundsätzlich als sinnvoll. Jedes Kilo Rind, das in Deutschland verkauft wird, erzeugt laut dem Klimarechner des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) im Schnitt ein Äquivalent von gut zwölf Kilogramm CO2. Zum Vergleich: Wird ein Kilogramm Schweinefleisch erzeugt, entstehen ungefähr vier Kilogramm CO2. Geflügel liegt in einem ähnlichen Bereich. Bei der Produktion von einem Kilo Kartoffeln werden dagegen nur 0,4 Kilogramm CO2-Emissionen frei.

lmd/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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Europa! 14.08.2019
1. Absolut vernünftig
Ein Rindfleischverzicht ist völlig vertretbar. Das zähe und fade Zeug ist sowieso bloß ein teures Prestigefutter. Schwein und Kartoffeln (das Beste was Amerika uns geschenkt hat) schmecken eh besser. Kartoffeln schmecken sogar ohne Fleisch ausgezeichnet - mit Räucherlachs oder einfach mit Butter. Die Sorten werden immer köstlicher.
curlybracket 14.08.2019
2. Das nutzt womöglich dem ramponierten Image der Uni mehr als dem Klima
Was soll dieser Satz in der Einleitung? Das wirkt so, als würde die Maßnahmen für das Klima wenig bis nicht helfen.
exHotelmanager 14.08.2019
3. Bangers
Der Fleischanteil in den traditionell beliebten Würsten (Bangers) war nie bestimmend für den Geschmack und Nährwert.
wutbürger23 14.08.2019
4. Es geht....
... auch ohne Fleisch. Eine deutlich reduzierter Fleischkonsum schadet niemanden. Außer vielleicht den Tierverachtenden Großproduzenten von minderwertigem Billigsch***. Kauft euer Fleisch beim Bauern eures Vertrauens und esst wie Oma nur am Wochenende mal was richtig gutes. Dafür kann es dann auch mehr kosten. Es dankt euch das Klima, das Tier und der Bauer
Schartin Mulz 14.08.2019
5. Das wirkt nicht nur so,
Zitat von curlybracketWas soll dieser Satz in der Einleitung? Das wirkt so, als würde die Maßnahmen für das Klima wenig bis nicht helfen.
das ist so.
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