Gefährliche Uni-Rituale Wilde Geschichten vom Wassertrinken

Aufnahmeritual mit gefährlichen Folgen: Bei einer sogenannten Studenten-Taufe schluckte eine junge Frau so viel Wasser in so kurzer Zeit, dass sie ins Koma fiel. Jetzt hat die Uni Lüttich in Belgien solche Bräuche untersagt. Vorläufig.

Zu viel Wasser: Eine Studentin fiel ins Koma
DPA

Zu viel Wasser: Eine Studentin fiel ins Koma


In der kommenden Woche starten die Seminare und Vorlesungen an den Unis in Deutschland; für viele Erstsemester hat die Zeit der Eingewöhnung allerdings bereits begonnen - und damit oft auch Tage des Exzesses. In Orientierungswochen sollen sie lernen, wie die Uni funktioniert. Doch die ersten Tage arten oft zur harten Feierei aus, immer wieder gibt es dabei gefährliche Zwischenfälle.

In Göttingen etwa landeten im vergangenen Jahr 18 Studienanfänger mit Alkoholvergiftungen im Krankenhaus. Im Nachbarland Belgien ist jetzt ein ähnlicher Vorfall durch die Presse gegangen, der hatte allerdings nichts mit Alkohol zu tun, sondern mit einem kruden Aufnahmeritual. Vor zwei Wochen war eine Studentin ins Koma gefallen war, nachdem sie zu viel Wasser in zu kurzer Zeit getrunken hatte.

Als Folge hat die Universität Lüttich sogenannte Studenten-Taufen vorläufig verboten. Der konkrete Anlass seien mehrere neue, aber weniger ernste Vorfälle, teilte der Rektor der belgischen Hochschule, Bernard Rentier, mit. Die Uni verhängte demnach ein "Moratorium", bis eine Verständigung über das weitere Vorgehen getroffen sei.

Der Rektor verwies auf den Fall der Studentin, die am 22. September in den Ardennen an einem Aufnahmeritual der Tierärztlichen Fakultät teilgenommen hatte. Dabei hatte die junge Frau in kurzer Zeit so viel Wasser getrunken, dass sie für zwei Tage ins Koma fiel. Im Krankenhaus wurde ein Gehirnödem festgestellt. Nach Angaben des Rektors entging sie nur knapp dem Tod.

In den vergangenen zwei Wochen gab es demnach drei weitere Vorfälle bei Aufnahmeritualen an der Universität Lüttich. Ein Student habe eine Unterkühlung erlitten, die anderen beiden Fälle seien harmloser, teilte Rentier mit.

Die Aufnahmerituale an belgischen Hochschulen sind berühmt-berüchtigt. Die Teilnehmer müssen zum Beispiel harte körperliche Prüfungen auf sich nehmen, oft auch viel Alkohol trinken. Wenn die Tradition generell aufrechterhalten werden solle, müssten künftig, so verlangte es der Rektor der Uni Lüttich, alle erniedrigenden, gefährlichen und schmerzhaften Praktiken wegfallen.

otr/AFP



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