Lyrik Die Kritiker der Elche

Das gesammelte Gereimte von F. W. Bernstein

Der Spruch ist ein Klassiker, der sich noch heute auf so mancher Uni-Toilette findet: "Die schärfsten Kritiker der Elche / Waren früher selber welche." Gedichtet hat diesen Zweizeiler ein gewisser F. W. Bernstein, neben Robert Gernhardt und F. K. Waechter Gründer der Neuen Frankfurter Schule, einer Satiriker- und Nonsenstruppe der sechziger und siebziger Jahre. Bernstein, im wirklichen Leben Fritz Weigle, war Autor für "Pardon" und "Titanic", Zeichenlehrer, Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. Das alles kann man wissen - muss man aber nicht. Jetzt liegen Bernsteins gesammelte Gedichte vor, genau 345, und die machen vor allem eines: Spaß. Denn zu viel Bedeutung war dem Künstler immer verdächtig, er sieht sich als Gelegenheitsdichter und reimt über die Liebe, den Mond von Hamburg, Franz Beckenbauer oder was sonst noch wichtig ist. Eine wunderbare Lektüre, um nicht ganz zu verzweifeln, insbesondere nach Seminaren über Thermodynamik oder das Lehnswesen im Mittelalter.


F. W. Bernstein: "Die Gedichte". Verlag Antje Kunstmann, München; 598 Seiten; 19,90 Euro.

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