Wanka und die Flüchtlinge Millionen für den DAAD

"Wer das Zeug dazu hat, soll bei uns studieren können", findet Bildungsministerin Johanna Wanka. Sie will Flüchtlingen deshalb den Weg an die Uni ebnen - mit einer Finanzspritze.

Bildungsministerin Johanna Wanka
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Bildungsministerin Johanna Wanka


Hundert Millionen Euro will das Bildungsministerium bis zum Jahr 2019 in Projekte investieren, die Flüchtlingen helfen sollen, in Deutschland zu studieren. Davon fließen in diesem Jahr bereits 27 Millionen Euro in entsprechende Angebote und Programme, teilte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am Montag mit.

"Wir wollen geflüchteten jungen Talenten möglichst schnell eine Perspektive als internationale Studierende geben, damit sie als Fachkräfte eines Tages ihre Heimat wieder aufbauen oder hier zum Wohl unseres Landes beitragen können", sagte Wanka. Ihre Finanzspritze erhält der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) für seine Angebote.

Profitieren sollen Flüchtlinge, die für ein Studium bereits einen passenden Schulabschluss aus ihrer Heimat mitbringen. "Kern der Maßnahmen ist die fachliche und sprachliche Vorbereitung von Flüchtlingen mit einer Hochschulzugangsberechtigung ihres Herkunftslandes auf ein Fachstudium in Deutschland", heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Hundert Millionen Euro verteilt auf 180 Hochschulen

Ende 2015 hatte die Behörde dazu das Hundert-Millionen-Euro-Programm aufgelegt. Die Summe verteilt sich über einen Zeitraum von vier Jahren und verschiedenste DAAD-Angebote an mehr als 180 deutschen Hochschulen. Das sind im Schnitt pro Jahr pro Hochschule rund 150.000 Euro. Einige könnten mehr finanzielle Hilfe bekommen, andere dagegen weniger.

Mit einem Teil des Geldes wird geprüft, ob die Flüchtlinge überhaupt zu einem Studium in Deutschland berechtigt sind. Ein Baustein sei die "Feststellung und Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen der Geflüchteten", so das Ministerium.

Flüchtlinge können demnach "kostenfrei einen Studierfähigkeitstest ablegen und ihre Bewerbungen für Studienplätze einreichen". Die anfallenden Gebühren bezahlt der DAAD aus BMBF-Mitteln. Mit den Tests wird festgestellt, ob ein Bewerber überhaupt eine Chance auf eine Hochschulzulassung hat.

Angebote, um das Deutsch zu verbessern

Ein weiterer Teil des Geldes fließt in das DAAD-Programm "Integra". Dabei geht es um 152 Projekte, mit denen bislang rund 2800 Plätze etwa an Studienkollegs oder in Fach- und Sprachkursen der Hochschulen bereitgestellt werden. "Größte Hürde ist derzeit noch die Sprache, deshalb sind Vorbereitungskurse etwa an Studienkollegs für einen erfolgreichen Weg ins Studium von zentraler Bedeutung", sagte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel.

Über den DAAD finanziert das Ministerium außerdem 152 Projekte im Programm "Welcome - Studierende engagieren sich für Flüchtlinge." Knapp 700 studentische Hilfskräfte arbeiten in diesen Programmen, um Flüchtlingen beispielsweise über Lerncafés oder Sprachpatenschaften zu helfen, ihr Deutsch zu verbessern.

Ob die Maßnahmen und das Geld am Ende reichen? Genaue Zahlen zu potenziellen Bewerbern für ein Studium liegen bisher offenbar nicht vor. Schätzungen zufolge seien mit dem Flüchtlingsandrang 2015 bis zu 50.000 studierfähige Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten nach Deutschland gekommen, so das Ministerium. Diese Zahl könnte möglicherweise aber noch nach unten korrigiert werden.

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fok/dpa



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