Missglückter Jux Studenten lassen VW Käfer in Fjord plumpsen

Fünf kanadische Studenten wollten ein Auto von einer Brücke baumeln lassen - doch es fiel ins Wasser. Der Pannen-Ulk dürfte den jungen Ingenieuren eine empfindliche Strafe einbringen. Schlimmer noch: Sie sind jetzt das Gespött des ganzen Fachbereichs.


Fünf angehende Ingenieure in Kanada wollten Anfang der Woche ihr fachliches Können unter Beweis stellen - und versagten kläglich. Die Polizei erwischte das Quintett in Vancouver beim Versuch, einen VW Käfer von einer Brücke baumeln zu lassen.

Vorbildlich (Biennale in Sao Paolo): SO hängt man einen Käfer auf
DPA

Vorbildlich (Biennale in Sao Paolo): SO hängt man einen Käfer auf

Die Polizei setzte die Studenten der University of British Columbia fest, nachdem sie die Karosserie mit Seilen an eine Brücke hatten hängen wollen, sagte Polizeisprecherin Lindsey Houghton. Als die Studenten die Hülle des Autos gerade die 30 Meter hohe Ironworkers Bridge herabließen, riss eines der Stahlseile, und der Käfer klatschte ins Wasser des Burrard Fjords.

Zu der Festnahme kam für die fünf Witzbolde noch die Schmach: Trotz ihres Studienfachs gelang es ihnen nicht, den Wagen nach allen Regeln der Ingenieurkunst an der Brücke aufzuhängen. Das garantiert ihnen die Häme der Kommilitonen.

In Nordamerika haben mechanisch und planerisch anspruchsvolle Ingenieursscherze Tradition. Seit fast 30 Jahren hängen die Studenten der British Columbia University alljährlich die Außenhaut eines VW Käfer an besagte Brücke - und das bislang immer erfolgreich.

Dekan schämt sich für seine Studenten

Solche Streiche, sogenannte Pranks, gelten als Beweis der in technischen Studiengängen erworbenen Fähigkeiten. Berühmt sind an der Ostküste der USA die waghalsigen Deko-Aktionen von Studenten des Massachusetts Institue of Technology, die regelmäßig Autos und Häuser auf repräsentative Unigebäude pflanzen.

Die fünf unglücklichen Ingenieurstudenten von Vancouver mussten sich obendrein noch von der lokalen Polizei verspotten lassen. Eine Sprecherin höhnte, der Studentennachwuchs "sollte vielleicht die Vorlesungen über Seilwinden noch einmal durchgehen".

Bruce Dunwoody, Vize-Dekan für Ingenieurwissenschaften, zeigte sich beschämt von der Aktion seiner Studenten: "Das Ganze ist eine peinliche Geschichte, und die Tatsache, dass sie mit ihrem Versuch gescheitert sind, macht es auch nicht besser." Die Studenten sähen in derartigen Streichen "eine Möglichkeit, ihre wachsenden Talente auf technisch schwierigem Gebiet unter Beweis zu stellen" - oder eben das Fehlen des Talents.

Dunwoody sagte, er sei immerhin erleichtert, dass bei der misslungenen Aktion niemand verletzt wurde. Die Polizei setzte die Studenten wieder auf freien Fuß, leitete aber Ermittlungen wegen groben Unfugs ein und empfahl eine Strafe von 5000 kanadischen Dollar. Auch die Universität will den Fall untersuchen.

cht/AFP



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