Momentaufnahme einer Generation "Ich will müde, schmutzig, durstig sein"

Sie machen sich Gedanken über Ehrgeiz und Mut, über Schulden und Handy-Fotos - Krisenkinder aus der Generation der 20- bis 35-Jährigen erzählen, was ihr Lebensgefühl ausmacht. Und warum das Wort "Vielleicht" zur Überlebensstrategie werden kann.

Sind sie überhaupt eine Generation?

Natürlich sind sie das. Aber nicht so richtig.

Die Menschen zwischen 20 und 35 Jahren empfinden sich kaum als Generation. Es gibt keine Protesthaltung, die sie eint, keine Wortführer, keine Ideologie. Sie sind nur viele Einzelne, die sich gleichen.

Geprägt wurden die jungen Deutschen durch die Anschläge vom 11. September 2001 und durch die Weltwirtschaftskrise. Was sie am stärksten verbindet, ist ein Gefühl der Unsicherheit. Sie leben in instabilen Verhältnissen, oft prekär - zwischen Terror-Angst und Traineeprogramm, Assessment Center und Arbeitsamt.

Der einzige Vertrag, den sie noch unbefristet bekommen, ist der Trauschein. Sie wollen im Schnitt zwei Kinder, haben aber nur 0,6. Und sie wollen vor allem eins: nicht schlechter leben als ihre Eltern. Um all das kämpfen sie: meist nicht gemeinsam, sondern jeder für sich.

Die 20- bis 35-Jährigen, sie sind Krisenkinder. Und an manchen Begriffen lässt sich dieses Lebensgefühl festmachen. Ehrgeiz ist einer davon, auch Schulden, Mut oder Handy-Fotos. Und das unscheinbare Wörtchen "Vielleicht" - weil morgen schon nicht mehr stimmen muss, was heute noch richtig ist.

Der SPIEGEL hat Angehörige dieser Generation gebeten aufzuschreiben, was diese Begriffe mit ihrem Leben zu tun haben. Fünf von ihnen kommen hier zu Wort:

Arsalan Moradi-Chargari, 23, Student, über Ehrgeiz

Foto: Nadine Elfenbein

"Mit elf Jahren bin ich gemeinsam mit meiner Familie aus Iran nach Deutschland gekommen. In den ersten vier Jahren waren wir immer wieder von Ausweisung bedroht. Wir hatten keine Ahnung vom deutschen Schulsystem, also bin ich einfach auf die nächstgelegene Schule gegangen, eine Hauptschule. Ich konnte kein Wort Deutsch, als ich anfing. Aber ich hatte ein Ziel.

Ich habe angefangen, Tag und Nacht zu lernen, die Vokabeln, Grammatik, Aufsätze schreiben, alles. Eineinhalb Jahre später bin ich auf die Realschule gewechselt, eineinhalb Jahre später war ich auf dem Gymnasium. Bei jedem Wechsel sagten die Lehrer: 'Arsalan, es bringt nichts, dein Deutsch ist nicht gut genug.'

Am Ende machte ich das drittbeste Abitur der Schule. Und in Deutsch hatte ich 13 Punkte - eine Eins minus.

Drei Dinge habe ich gebraucht, um das alles zu erreichen; erstens: ein klares Ziel, zweitens: die Leute, die mir Mut gemacht haben, und drittens, das Wichtigste: Ehrgeiz. Das ist der einzige Unterschied zu meinen Freunden aus der Hauptschule, die diesen Weg nicht gegangen sind. Ich bin nicht schlauer als sie, ich hatte nur den Ehrgeiz.

Man muss sich mit Ellenbogen voraus durchschlagen

Als ich am ersten Tag am Gymnasium in die Klasse kam, sah ein Mädchen mich an und sagte: 'Ich glaube, du bist falsch.' Es war sicher, dass ich eigentlich in den Berufsschulflügel wollte. Das Gleiche an der Uni: Wenn ich am Anfang mal erzählte, ich hätte eine Eins geschrieben, haben immer alle gelacht.

Kurz bevor ich ein Ziel erreicht habe, muss ich mir immer schon ein neues suchen. Ich studiere Wirtschaft, nebenbei Jura. Das erhöht meine Chancen, einen Job zu bekommen. Heute ist das System so aufgebaut, dass man sich mit Ellenbogen voraus durchschlagen muss. Auslandssemester, viele Praktika, sehr gute Noten. Anders funktioniert das nicht, friss oder stirb, entweder du machst mit, oder du bist ausgeschieden.

Deshalb bringe ich diese Opfer. Ich habe nur Angst, dass sich dieser ganze Weg im Nachhinein mal als Misserfolg herausstellt. Dass ich es mal bereue, nicht nach dem Abitur einfach ein Jahr ins Ausland gegangen zu sein oder mehr Zeit mit meinen Freunden verbracht zu haben. Auch wenn ich das gern gemacht hätte."

Jan-Ole Arps, 30, Aktivist, über "Vielleicht"

"Andauernd sage ich: 'vielleicht'. Das heißt: Ich will mich nie festlegen, ich kann mich schwer entscheiden. Damit bin ich nicht allein. Meine Generation leidet an der Vielleicht-Krankheit, sagen zumindest Beobachter. Sind wir planlos, traurig, selbstmitleidig, einfallslos, weil es uns zu gut geht und wir uns nie entscheiden mussten?

Das glaube ich nicht. Weil wir uns entweder im Dispo oder im Unklaren bewegen und weil uns der Zwang nicht mehr von außen entgegentritt, sondern wir ihn als Selbstdisziplin verinnerlicht haben, ist es nicht leicht, Nein zu sagen. Deshalb: vielleicht.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Zwar kann ich mich wirklich oft schwer entscheiden, aber wenn ich ehrlich bin, ist es ganz anders: 'Vielleicht' ist meine Art, Nein zu sagen.

Wir mogeln uns so durch - und warten auf unsere Gelegenheit

Lebensplan? Nein. Karriere? Nein. Ich mache Jobs, aber vor allem mache ich, was mir wichtig ist. Straßen blockieren gegen G 8, gelegentlich in die Ferne fahren, lesen und darüber schreiben. Das gegen einen noch so tollen 40/60-Stunden-Job einzutauschen, erscheint mir nicht sehr attraktiv. Den meisten, die ich kenne, bekommt es auch nicht gut. Klar, ich muss mich arrangieren, Geld verdienen, Kompromisse machen, aber ich achte darauf, dass meine Interessen nicht zu kurz kommen. Meine Arbeit organisiere ich drum herum.

Und das geht nicht nur mir so, auch vielen Freunden und Bekannten.

Dass der Kapitalismus falsch ist, ist mir seit langem klar. Er lässt die Menschen gegeneinander antreten, anstatt zusammen zum Wohle aller zu arbeiten. Wie dumm eigentlich! Er ist das Recht des Stärkeren. Er zerstört die Umwelt und ruiniert das Klima. Wer das befürwortet, ist nicht bei Trost.

Ich weiß also, wie es nicht gehen kann. Ich weiß nur nicht genau, wie es anders sein soll. Der sogenannte wissenschaftliche Sozialismus hat ausgedient, mit der Mini-Version von Sozialismus, mit besetzten Häusern, war es wenige Jahre später auch vorbei. Nur mit einem Ja zu irgendeiner Alternative kann man auch Nein zum Kapitalismus sagen.

Unser Trick besteht also darin, auf dieses alles-oder-nichts-mäßige Nein zu verzichten und trotzdem nicht Ja zu sagen zum kapitalistischen Wahnsinn um uns herum. Wir mogeln uns so durch - und warten auf unsere Gelegenheit. Fragt man mich nach meinen Plänen, sage ich: 'Ich weiß nicht genau, hab da was in Aussicht, vielleicht klappt's aber auch nicht, und ich bin auch gar nicht sicher, ob ich es wirklich will.' Und das ist noch nicht einmal gelogen.

Ich habe mich längst entschieden. 'Vielleicht' ist meine Überlebensstrategie - bis das Nein wiederkommt."

Julian Ditz*, 32, SEK-Beamter, über Mut

"Wenn die Kripo sagt: 'Das ist uns zu gefährlich, der ist bewaffnet und schießt auf uns', dann kommen wir. Da fährt man innerlich hoch, das Adrenalin steigt. Wir kümmern uns um Geiselnahmen, Erpressungen, Entführungen.

Trotz jahrelanger Erfahrung lassen mich die Einsätze nicht kalt. Es ist immer eine Gefahr mit diesem Job verbunden.

Mut klingt nach Heldentum. In meinem Beruf gibt es keinen Platz für so was. Wenn ich meine Uniform anziehe, trage ich Verantwortung. Als Polizist läufst du einem bewaffneten Straftäter hinterher, springst ins Wasser, wenn ein Kind reinfällt. Das ist nicht mutig, das ist meine Arbeit.

Mut ist was Privates für mich. Mutig sein heißt, ein unkalkulierbares Risiko einzugehen. Sich als Künstler ohne Kohle eine Eigentumswohnung kaufen. Aus Lust auf was Neues den Job kündigen, alles hinter sich lassen und nach Australien auswandern.

Mutig fand ich mich, als ich mit 20 meine Sachen gepackt habe, in mein Auto gestiegen bin und in eine neue Stadt zog. Ich stand zum ersten Mal auf eigenen Füßen. Ein kompletter Neuanfang, keiner kannte mich, keine Vorgeschichte. Es ging mir gut, aber ich war auf der Suche nach mehr.

Manchmal fehlt mir was Kreatives in meinem Beruf. Mein Beamtenstatus hat viele Vorteile, gerade in der momentanen Krise. Ich habe 'nen bombenfesten Job, bekomme mein Geld. Trotzdem denke ich manchmal: "Es muss doch noch was geben." Wo ist das Risiko? Was sind die ursprünglichen Gefahren des Lebens? Ich will müde sein, schmutzig sein, durstig sein.

Heute braucht man zum Leben keinen Mut mehr. Ich muss nicht um mein Essen kämpfen, nicht um meinen Schlafplatz. Unsere Eltern haben es noch zu was gebracht, weil es einen Mangel gab. Meine Generation lebt beschützt und behütet, zerbricht sich den Kopf an Kleinigkeiten und ist zu träge, um sich gegen was aufzulehnen.

*: Name geändert

Dana Bönisch, 27, Autorin, über digitale Schnappschüsse

Foto: Nadine Elfenbein

"Arm ausstrecken, Freunde um sich scharen, ein Augenaufschlag von unten, das von Sounddesignern hergestellte Klacken, das den Auslöser simuliert, dann das sofortige Einziehen des Arms und der kollektive Blick auf den kleinen Bildschirm, um eingefroren zu sehen, was gerade eben noch da war: Das ist die definierende Bewegung dieser Jahre, unermüdlich wiederholt vor allem in den Nächten, auf den Tanzflächen, gerne auch auf Konzerten, wo doch eigentlich die Bühne der Fluchtpunkt des Begehrens ist.

'Früher', also noch bis vor drei Jahren, hätte man sich eher ein Bein abgehackt, als auf der Tanzfläche eines Clubs zu fotografieren. Fotografieren war eine Touristengeste, es bedeutete, außerhalb zu sein, wo sich doch alles darum drehte, innerhalb zu sein.

Ausgehen markiert eine Art Loch in der Zeit

In der Sprache der Zeitungen gehört 'flüchtig' zu 'Discobekanntschaft' wie 'tragisch' zu 'Unfall', weil das Dunkle einer Ausgeh-Nacht als dubiose Schattenversion des 'echten' Lebens gewertet wird, als oberflächliches Übersprungsverhalten, als Verschwendung von Zeit.

In Wirklichkeit markiert das Ausgehen eher eine Art Loch in der Zeit. Regelmäßig fragt man sich natürlich, was man eigentlich hier macht, wenn man sich wieder schreiend unterhält. Später, wenn es so weit ist, fällt es einem meistens wieder ein: Es geht um den Moment, alle warten nur auf den Augenblick, in dem etwas passiert, was sich gar nicht so genau erklären lässt. Es kann rührselig und erhaben sein wie das Ende einer Serie - oder aber so etwas wie die vollkommene Gegenwart, das kommt auf die Musik an.

Das Foto konserviert diesen Moment aber nicht; es versucht, ihn zu machen. Es zerteilt die Nacht in kleine, arrangierte Euphorie-Standbilder. Und weil spätestens seit Twitter, der dämlichsten Erfindung des neuen Jahrtausends, Disco-sein nicht mehr Offline-sein heißt, werden die Bilder ohne Verzögerung in die totale Gleichzeitigkeit eingespeist.

Fotos sind trotzdem schön, weil sie wenigstens dokumentieren, worauf alles menschliche Wursteln heimlich ausgerichtet ist: Den rührenden Versuch, Spuren zu hinterlassen, wo alles überschrieben wird.

"

Siiri Pflughaupt, 23, Friseurin, über Schulden

Foto: Nadine Elfenbein

"Nach der Meisterschule hatte ich 8000 Euro auf dem Konto und war arbeitslos. Beim Amt bieten die dir nur Zehn-Euro-Friseurjobs an. Ein Arschloch als Chef, unter den Kollegen nur Zickenterror?

Ich habe mich lieber selbständig gemacht. Keiner hat damals gesagt: 'Das ist Scheiße, lass das.' Freunde und Familie fanden die Idee cool. 8000 haben nicht gereicht, ich hab mir noch 12.000 von der Bank geliehen.

Vor anderthalb Jahren habe ich den Laden eröffnet. Am Abend zuvor bekam ich Zweifel. 'Was, wenn du krank wirst, wenn keiner kommt? Du hast einen Berg Schulden! Was, wenn du den nicht abbezahlen kannst?' Ich fand mich richtig hohl, hab nur noch geheult.

Der Laden läuft, ich bin ausgebucht. Ich lebe nicht sparsamer als vorher, kann mir meinen Luxus leisten: Klamotten, mal am Wochenende feiern oder nach London fliegen. Trotzdem gehen die Schulden mit jedem Tag zurück. Ich hab jetzt schon ein Drittel abbezahlt. In drei Jahren bin ich durch.

Es belastet mich nicht. Ich hatte nie viel Geld. Knapp zwei Euro Stundenlohn in der Lehre, da gehst du bewusst mit dem Geld um. Ich bin nicht stolz auf meine Schulden, aber wenn ich mir Gleichaltrige angucke, freu ich mich, so viel erreicht zu haben. Vielleicht bin ich erwachsener geworden durch den eigenen Laden und die Verantwortung, die er bringt.

Meine Freunde machen oft Promotion-Jobs. 300 Euro für ein Wochenende. Das verballern die noch am selben Abend.

Ich leih mir von keinem Freund Geld. Habe aber schon oft welches verliehen und musste darauf Monate warten oder hab es nie zurückbekommen - wie bei meinem Ex-Freund. Streiten wegen Geld? Bei der Bank leidet keine Freundschaft.

Ich kann das empfehlen: Schulden aufzunehmen, um einen Traum zu verwirklichen. Heute kann ich machen, was ich will. 12.000 Euro für Freiheit? Das find ich wenig."

Adrian Renner, 23, Student, über Politik

Foto: Nadine Elfenbein

"Ich kann nicht mehr sagen, wann ich merkte, dass Politik von langweiligen Menschen mit langweiligen Leben gemacht wird - und dass ich keiner von ihnen sein will und mir mein eigenes langweiliges Leben reicht. Ich stand in Berlin im Bundestag, in Straßburg im Europaparlament, in München im Landtag und habe sie reden hören, sie das tun sehen, was sie den Politikbetrieb nennen. Es ist wirklich ein Betrieb. Ich lese die Zeitungen und Magazine und schaue die Tagesschau und jede Landtagswahl, und denke: Na, wie geht's dem Betrieb denn so? Der hat dem wieder eine ausgewischt. Oh, ein neuer. Was sie da genau alles machen, kriege ich auch mit. Ich vergesse es nur schnell wieder, so schnell.

Politiker haben eine Agenda, ich habe keine Agenda. Wer mich fragt, ob ich ein politischer Mensch sei, dem sage ich: nein, und denke: stimmt nicht. Ich sage: ja, und denke immer noch, dass das nicht stimmt. Und dass ich eigentlich eine Antwort auf diese Frage haben sollte. Ich habe nur keine Ahnung, was 'politisch sein' heute überhaupt noch bedeutet. Was ich weiß: auf welcher Seite des politischen Spektrums ich stehe. Was ich tue: Ich definiere mich politisch, wenn das heißt, dass ich über mein Leben, und über die Welt, in der sich mein Leben abspielt, in politischen Kategorien nachdenke. Das ist meine Agenda.

Wir sollen rebellieren, dann sind die Leute beruhigt

Meine Agenda sagt nicht: Engagiere dich, trete einer Partei bei, löse das Welthungerproblem, überwinde den Kapitalismus, gehe fleißig demonstrieren, gestalte die Globalisierung oder gründe eine Bürgerinitiative. Ich weiß, das wird erwartet von mir, von uns, von der Jugend, von meiner Generation. Wir sollen rebellisch sein, und protestieren, gegen den Neoliberalismus und Studiengebühren und alles Mögliche. Dann sind die Leute, die das wollen, irgendwie beruhigt. Aber warum eigentlich?

Keine Sorge, meine Agenda beinhaltet nicht, dass mir alles egal ist. Leute, denen alles egal ist, wählen, um wenig Steuern zu zahlen, oder gehen zu Amnesty International, um das in ihren Lebenslauf zu schreiben. Ich kann sehr genau sagen, welche Dinge mich interessieren, Dinge, bei denen Wut, Zorn, Betroffenheit und Empörung da sind, und was ich dann tue, um damit klarzukommen. Nichts nämlich. Aber es ist nicht so, dass das mir leicht fällt. Oder dass ich es mir einfach machen will. Gerade das nicht.

Natürlich wähle ich. Natürlich demonstriere ich. Ich kann nur nicht Parteimitglied werden oder sonst etwas. Vielleicht haben Jusos, Demonstranten und Steinewerfer mir etwas voraus. Vielleicht haben die Leute, die dafür sorgen, dass in einem Vertrag die erste Zahl hinter dem Komma genau richtig groß oder klein ist und es damit vielleicht ein paar Menschen besser haben, mir etwas voraus. Vielleicht ist das Politik. Ich kann das nicht. Ich kann nicht einmal genau sagen, warum. Es ist so etwas wie ein ästhetisches Unbehagen. Die Angst, dass mein Leben so hässlich wird wie die Parteizentralen und ich so dumm wie alle, die einfach nur dagegen sind. Die Angst vor der Langeweile.

Es ist die gleiche Langeweile, wie sie in Gesprächen über Politik herrscht. Dieses eklige Das-ist-ja-schrecklich, das klingt, als wäre es auswendig gelernt. Ich will ratlos sein und ehrlich und wütend, und deshalb rede ich nicht über Realpolitik, über Erbschaftssteuerreformen, Mindestlöhne, Asylrecht und die Zukunft der Volksparteien. Ich rede über Liebe und Musik, über die letzten Wahlen in Israel und über ökosoziale Marktwirtschaft, über Bücher und Kunst, und wie fassungslos man jedes Mal aufs Neue ist, wenn man sieht, wie schlecht es Menschen in Deutschland gehen muss. Aber ich rede nicht über Politik. Nie."

Hierbei handelt es sich um die ungekürzte Version eines Textes, der diese Woche im aktuellen Spiegel in gekürzter Fassung erschienen ist.

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