Morehouse College US-Milliardär will Schulden von Uni-Absolventen begleichen

Robert F. Smith gilt als reichster Schwarzer in den USA. Nun hat er eine Rede vor dem Abschlussjahrgang am Morehouse College gehalten - und den fast 400 Absolventen versprochen, ihre Studiendarlehen zu begleichen.

Robert F. Smith: Der 2019er Abschlussjahrgang am Morehouse College hat keine Studienschulden mehr
Steve Schaefer/Atlanta Journal-Constitution/ AP

Robert F. Smith: Der 2019er Abschlussjahrgang am Morehouse College hat keine Studienschulden mehr


Sie konnten es zunächst kaum glauben. "Wir haben uns angeschaut und gedacht: 'Meint er das ernst?' Das ist eine Menge Geld", zitiert der US-Sender CNN den Uni-Absolventen Robert James, der gerade seinen Abschluss am Morehouse College in Atlanta, Georgia gemacht hat. Sein Klassenkamerad Jonathan Epps sagte dem Sender, er könnte das Ausmaß dieses "enormen Segens" noch gar nicht begreifen.

"Er", das ist der amerikanische Milliardär Robert F. Smith: Der 56-Jährige hielt am Sonntag eine Rede vor dem Abschlussjahrgang - und kündigte dabei an, die Studiendarlehen aller Absolventen des Jahrgangs 2019 zu begleichen. Er werde gemeinsam mit seiner Familie Stipendien ins Leben rufen, um die Schulden der Studenten zu begleichen.

Die Absolventen reagierten mit Standing Ovations und Jubelausbrüchen auf Smiths Rede
(Steve Schaefer/Atlanta Journal-Constitution/ AP

Die Absolventen reagierten mit Standing Ovations und Jubelausbrüchen auf Smiths Rede

Laut dem Vorsitzenden der Universität profitieren davon 396 Absolventen - die Gesamtsumme belaufe sich auf bis zu 40 Millionen Dollar, sagte David Thomas gegenüber CNN. Smiths Geste sei ein "Geschenk der Befreiung": "Wenn Sie Schulden begleichen müssen, schränkt das Ihre Möglichkeiten ein, was Sie in der Welt tun können." Das Geschenk von Smith gebe den jungen Menschen nun die Möglichkeit, "ihren Träumen und Leidenschaften zu folgen".

Smith bekam am Sonntag einen Ehrentitel der Universität verliehen, genauso wie Schauspielerin Angela Bassett. Smith ist Gründer einer Investmentfirma, das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" schätzt sein Vermögen auf etwa fünf Milliarden Dollar - er sei der reichste Afroamerikaner in Amerika.

Am Morehouse College werden nur Männer unterrichtet, die Einrichtung wurde 1867 gegründet und diente ursprünglich ausschließlich der Ausbildung von Afroamerikanern. Frühere Studenten waren Martin Luther King Jr., Samuel L. Jackson und Spike Lee.

aar

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muellimhirn80 20.05.2019
1. Tolle Geste
Vorbildlich, sollte für jeden Milliardär dieser Welt als Vorbild dienen. Wobei Absolventen nicht unbedingt darauf angewiesen sein werden mit ihren Abschlüssen. Für 40 Millionen hätte man durchaus einiges für wirklich Hilfsbedürftige erreichen können. Soll aber nicht seinen Einsatz schmälern, vielleicht spendet er ja auch regelmäßig für die ärmere Bevölkerung.
eiffe 20.05.2019
2.
Und darum ist ein steuerfinanzierter Sozialstaat besser als die willkürliche Wohltätigkeit einzelner Wohlhabender. Da kostet nämlich ein Studium in der Regel alle Studenten nichts.
Schnellleser 20.05.2019
3.
Zitat von eiffeUnd darum ist ein steuerfinanzierter Sozialstaat besser als die willkürliche Wohltätigkeit einzelner Wohlhabender. Da kostet nämlich ein Studium in der Regel alle Studenten nichts.
Kann man auch anders sehen. Studenten gehört typischerweise später zu den Besserverdienenden. Damit könnte man durchaus argumentieren, dass sich diese daher die Studiengebühren durchaus leisten könnten. Im Lehrling der später mal das gleiche verdient, kommt nicht in den Genuss derartiger Gelder. Ein Studium kostet schließlich den Steuerzahler je nach Studienfach schnell mal einen sechsstelligen Betrag. Das soll aber kein Argument gegen das Studieren sein. Auch gibt es Regionen, in denen ein Großteil der Studenten nach dem Studium wegzieht. Finanziert werden die Hochschulen aber von den Bundesländern. Armere Regionen subventionieren daher indirekt die Regionen, in denen höhere Löhne gezahlt werden können. Beim innerdeutschen Finanzausgleich, werden solche und andere Punkte unterschlagen.
zabadac 20.05.2019
4. zu schnell gelesen...
moin Schnellleser, da liegt was quer: es geht hier nicht um die studiengebühren sondern um teils horrende darlehen mit denen die studenten ihr leben und die ausbildung finanzieren müßen, die gebühren sind da nur ein teil...
t.malinowski 20.05.2019
5. Gut
Gut das der nette Mann das macht. Hut ab. Sinnvoller wäre es jedoch wenn er sich für geringere Studiengebühren einsetzen würde. Jeder der hier für die Sozialisierung der US-Unis argumentiert sollte sich mal die Preisentwicklung in den vergangenen 20 Jahren ansehen. Seit die Studiums--Darlehen von der US -Regierung ausgegeben werden, ca seit 2008 oder 2009, sind die Gebühren nur gestiegen. Die Unis bekommen ihr Geld ja schließlich, indirekt, schon vom Staat und brauchen nicht zu sparen, haben aber auch keine Qualitätskontrolle oder auch nur den Ansatz einer politischen Neutralität. Zum Zweiten, Das heißt entweder reichster Afroamerikaner oder Reichste farbige Person, nicht Schwarzer.
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