Ungarn Studenten protestieren nackt gegen Kleiderordnung 

Nie wieder im kurzen Rock und Flip-Flops in die Uni? Aus Protest gegen eine neue Kleiderordnung haben sich Studenten in Ungarn gleich ganz ausgezogen.

Nacktprotest an ungarischer Uni: Rocklänge nicht objektiv messbar
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Nacktprotest an ungarischer Uni: Rocklänge nicht objektiv messbar


Budapest - Aus Protest gegen ein Verbot von kurzen Röcken haben Studenten und eine Professorin an einer ungarischen Universität blank gezogen. Damit wollten sie gegen eine neue Kleiderordnung demonstrieren, die neben einer Maßgabe gegen zu kurze Röcke auch zu tiefe Ausschnitte, zu starkes Parfum oder Schminke verbietet. Männliche Studenten dürften nicht in Shorts im Hörsaal erscheinen und müssten bei Prüfungen einen "eleganten" Anzug und Krawatte tragen, schrieb Professor Ferenc Szavai, Rektor der staatlichen Universität in der Kleinstadt Kaposvár.

Zehn männliche und weibliche Studenten wollten das aber offenbar nicht hinnehmen. Einige von ihnen zogen sich bis zur Unterwäsche aus, andere scheinen in einem Video der Aktion, das von einer lokalen Nachrichtenseite hochgeladen wurde, vollkommen nackt zu sein.

Studentenorganisationen wie das links-liberale "Hallgatói Hálozat" ("Studenten-Netzwerk") hatten sich schon im Vorfeld über die neue Kleiderordnung lustig gemacht. Sie veröffentlichten per Facebook das Foto eines Studenten, der nur mit einer Pelzmütze auf dem Kopf posiert. Kritiker empfahlen dem Rektor, die Anordnung zurückzunehmen. Eine Rocklänge oder die Intensität von Parfums und Schminke seien nicht objektiv messbar.

Die Studenten haben angekündigt, ihren Protest am Montag fortzusetzen. Dann wollen sie mit Flip-Flops und Strandhandtüchern zu den Vorlesungen erscheinen.

vks/dpa/AP



insgesamt 37 Beiträge
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jejo 04.10.2013
1. Rocklänge objektiv nicht messbar?
Ich denke schon, dass es möglich ist, die Rocklänge objektiv zu messen, auch relativ zu Körpermerkmalen wie den Knien. Dass es nicht sinnvoll ist, Grundrechte verletzt und eh nur einem ehrpusseligen, auf Äußerlichkeiten bedachtem Karneval dient, ist ja nun eine andere Sache. Wobei die Verfechter dieser Uniformierung ja eigentlich gegen eine rigide Ordnung sein sollten, haben sie so doch die Möglichkeit, sich abzugrenzen (und können so auch von anderen leichter erkannt werden).
realist29 04.10.2013
2. Übertrieben
Ich gehöre selbst nicht dem konservativen Spektrum an, aber ich finde die Idee geht in die richtige Richtung. An deutschen Unis laufen Frauen im Sommer fast unbekleidet herum. Von Röcken kann keine Rede mer sein. Sie tragen eher etwas längere Unterwäsche. Das gleiche gilt für den Ausschnitt. Jeder der schonmal unterrichtet hat kennt die Probleme. Setzt man sich als Lehrender hin, kann man den Mädels problemlos zwischen die Beine sehen und feststellen das nicht alle Unterwäsche tragen. Bleibt man stehen, sieht man mehr blanke Brüste als an einem typischen Oktoberfestabend. Ich finde es daher richtig, dass Röcke bis zum Knie gehen und die Brüste nicht zu sehen sehen. Warum jedoch Shorts bei Männern verboten werden sollen verstehe ich nicht. Die Nummer mit dem Anzug ist ebenfalls quatsch.
gog-magog 04.10.2013
3.
Zitat von sysopAFPNie wieder im kurzen Rock und Flip Flops in die Uni? Aus Protest gegen eine neue Kleiderordnung haben sich Studenten in Ungarn gleich ganz ausgezogen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/nacktprotest-gegen-verbot-von-kurzen-roecken-an-uni-in-ungarn-a-926011.html
Unfassbar, auf welche kruden Anordnungen die ungarische Nomenklatura so kommt. Erst erringen sie die Freiheit vor der Diktatur so mühsam, nur um sie dann wieder einzuschränken und eine Gesinnungs- und Kleindungsdiktatur zu etablieren. Mich würde interessieren, ob jemand durchfällt, der nicht im Anzug mit Krawatte zur Prüfung erscheint und wie das vor dem Staat zu rechtfertigen ist?
aldifreak 04.10.2013
4. Recht haben sie
... wo kaemen wir auch hin, wenn man sich ploetzlich angemessen kleiden muesste? Sicher, einige der Anordnungen sind nicht objektiv messbar, aber in ihrer Summe durchaus verstaendlich. Ich selber habe das Problem meinen frisch graduierten Mitarbeitern manchmal klar zu machen was angemessene Buerokleidung ist. Dies betrifft allerdings in der Regel nur die Herren, die meinen mit 3 S (Socken, Sandalen, Shorts) erscheinen zu muessen. So und nun noch der Satz fuer die Hobbydeutschlehrer unter den Foristen: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.
arimahn 04.10.2013
5.
Zitat von sysopAFPNie wieder im kurzen Rock und Flip Flops in die Uni? Aus Protest gegen eine neue Kleiderordnung haben sich Studenten in Ungarn gleich ganz ausgezogen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/nacktprotest-gegen-verbot-von-kurzen-roecken-an-uni-in-ungarn-a-926011.html
Das ist in etwa so logisch wie wenn die Inder sich damals vor den Britens elbst verprügelt hätten. Eine typische GenY Trotzreaktion. Was ist an einer Kleiderordnung so schlimm, per se? Ein wenig Gewöhnung an die spätere Kleiderordnung im Beruf schadet nicht.
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