NC-Fächer im Überblick Hier stehen die Chancen auf einen Studienplatz am besten

Fast jeder zweite Studiengang ist mit einem NC belegt. Doch oft reicht schon die Bewerbung in einem anderen Bundesland, um noch einen Platz im Wunschfach zu kriegen. Die Übersicht.

Uni Mainz: In Rheinland-Pfalz sind nur wenige Fächer zulassungsbeschränkt

Uni Mainz: In Rheinland-Pfalz sind nur wenige Fächer zulassungsbeschränkt

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Das Abitur ist gerade geschafft, da steht die nächste Hürde an. Fast die Hälfte aller Studiengänge in Deutschland ist mit einem Numerus clausus belegt: 41,5 Prozent. Das geht aus dem Numerus-clausus-Check des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hervor, der am Dienstag vorgestellt wird und SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Studiengänge werden zulassungsbeschränkt, wenn die Hochschulen weniger Plätze als Bewerber haben. Deshalb müssen sie eine Auswahl treffen, die sich oftmals nach der Durchschnittsnote auf dem Zeugnis für die Hochschulreife richtet. Manchmal spielen auch noch andere Kriterien eine Rolle, etwa Eignungstests, Auswahlgespräche und Wartezeiten.

Die gute Nachricht für Abiturienten: Im Vergleich zu früheren Jahren ist der Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge in diesem Jahr leicht gesunken, am deutlichsten in Bayern und Bremen. 2015 lag die Quote der NC-Studiengänge bundesweit noch bei 42 Prozent. Vor drei Jahren waren sogar 45,5 Prozent der Studienangebote zulassungsbeschränkt.

Abhängig vom Bundesland und Fächerwunsch gibt es allerdings immense Unterschiede. In Hamburg sind in Mathematik und Naturwissenschaften sowie Sprach- und Kulturwissenschaften mehr als 90 Prozent der Studiengänge mit einem NC belegt. Damit ist es in der Hansestadt deutlich schwieriger, für diese Fächer einen Studienplatz zu bekommen als in anderen Bundesländern. Dafür haben es Bewerber für Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Hamburg leichter als etwa im Saarland, wo mehr als 80 Prozent der Studiengänge in diesem Bereich zulassungsbeschränkt sind.

Der Überblick nach Bundesländern:

  • Bewerber in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Rheinland-Pfalz haben es deutlich leichter, an einen Studienplatz zu kommen als anderswo. In diesen Ländern sind fast 80 Prozent aller Studiengänge zulassungsfrei. Abiturienten bekommen sicher einen Platz - egal, wie gut oder schlecht ihr Abiturzeugnis aussieht.
  • Im Stadtstaat Hamburg haben es Bewerber am schwersten, einen Studienplatz zu ergattern. Hier sind fast Dreiviertel aller Studiengänge mit einem NC belegt, die Quote stieg zuletzt von 69,2 auf 72,3 Prozent.
  • In Bremen ist es etwas leichter geworden, einen Platz an der Uni zu bekommen. Hier gilt noch für 60,8 Prozent der Studiengänge ein NC. In Berlin liegt die Quote etwas darunter. Rund die Hälfte der Studienangebote ist in der Hauptstadt zulassungsbeschränkt.


Es kommt auf das Studienfach an:

  • Besonders schwer haben es Bewerber in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften . Bundesweit sind 52,9 Prozent dieser Fächer zulassungsbeschränkt.
  • In den Sprach- und Kulturwissenschaften reicht es dagegen meist, einfach nur das Abiturzeugnis vorzulegen. Nur 31,7 Prozent der Studiengänge in diesem Bereich haben einen NC.

Fachhochschule oder Universität, Bachelor oder Master?

  • An den FHs haben im Schnitt mehr Studiengänge eine Zulassungsbeschränkung (45,8 Prozent) als an den Universitäten (40,1 Prozent).
  • Mit einem NC sind auch deutlich mehr Bachelor-Studiengänge (47,6 Prozent) belegt als Master-Angebote (35,5 Prozent). Das kann daran liegen, dass man für einen Master-Studiengang oft schon den Bachelor in der Tasche haben muss. Der Bewerberkreis ist damit bereits eingeschränkt. Ein NC ist nicht mehr unbedingt nötig.


Für die aktuelle Übersicht haben die CHE-Experten die Datenbank aus dem Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz ausgewertet, in der Unis und Fachhochschulen ihre Studiengänge eintragen können. Grundlage der Analyse waren 18.000 Studienangebote.

CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele wertet den Rückgang der zulassungsbeschränkten Studiengänge als Hinweis darauf, dass die Hochschulen das "Studierendenhoch" zunehmend bewältigen. Er bemängelt aber auch, dass Abiturienten beim Thema NC noch oft allein gelassen werden: "Die teilweise hochkomplexen Auswahl- und Berechnungsverfahren und die großen regionalen Unterschiede sind alles andere als selbsterklärend."



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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
Dengar 21.06.2016
1.
Wer kommt auf die absurde Idee, Naturwissenschaften (mit Ausnahme von Biologie) und technische Fächer mit einem NC zu belegen?
Chipslette 21.06.2016
2. Echt jetzt?
Zitat von DengarWer kommt auf die absurde Idee, Naturwissenschaften (mit Ausnahme von Biologie) und technische Fächer mit einem NC zu belegen?
ist das 'ne ernsthafte Frage? Ich hoffe, das bleibt so. oder wollen Sie demnächst Autos kaufen, die nicht fahren und unsicher sind, an medizinischen Geräten hängen, die Ihr Leben eher verkürzen etc. etc. Gehirn ist auch für was gut und in solche Berufsbereiche sollten eben nur die besten der Besten.
Münchner MV 21.06.2016
3.
NC ist ja schön und gut, wenn die Abi-Prüfungen bundesweit einheitlich wären. So macht es realtiv wenig Sinn ein Abi in Bayern mit einem Wald und Wiesen Abitur zu vergleichen, bei dem der Lehrer selbst die Prüfungen schreibt. "Mut zur Lücke" gibt es dort nicht und eigentlich muss man nur die letzten 4 Wochen Vorbereitung anwesend sein um genau zu wissen was einem dann in den Prüfungen begegnet. Richtiger wären Aufnahmeprüfungen statt eines NC egal für welchen Studiengang, dann sehen die Unis oder Hochschulen wer wirklich geeignet ist.
powaaah 21.06.2016
4. #1 und #2
Den NC gibt es, weil nicht genug Studienplätze existieren. Der Diplom-Studiengang Maschinenbau an der TU Dresden hatte beispielsweise bisher keinen NC. Das Vordiplom erledigt das aussieben. Gibt es aber 1000 Bewerber und nur 200 Studienplätze, dann muss nunmal ausgewählt werden.
lambo5 21.06.2016
5.
Zitat von Chipsletteist das 'ne ernsthafte Frage? Ich hoffe, das bleibt so. oder wollen Sie demnächst Autos kaufen, die nicht fahren und unsicher sind, an medizinischen Geräten hängen, die Ihr Leben eher verkürzen etc. etc. Gehirn ist auch für was gut und in solche Berufsbereiche sollten eben nur die besten der Besten.
Nur sagt die Abinote ziemlich wenig über die Qualifikation in solchen Bereichen aus! An meiner Uni sind die Ingenieurswissenschaften grundsätzlich NC-frei. Dafür wird dort in den ersten Semestern ordentlich aussortiert. Wer nichts auf dem Kasten hat, kommt auch nicht weiter. Ich weiß nicht, was die Deutsch-, Kunst- oder Geschichtsnoten über die Fähigkeit einen technischen/naturwissenschaftlichen Beruf zu erlernen, aussagen.
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