Neue Prognose An den Unis werden Studienanfänger knapp

Alle reden vom Wettbewerb zwischen den Universitäten - schon bald könnten sie auch um Studenten konkurrieren.


Einer neuen Prognose der Kultusminister zufolge werden an deutschen Hochschulen in den nächsten Jahren die Studienanfänger knapp. Die Ursache dafür sei nicht der Geburtenrückgang, sondern die drastisch gesunkene Studienbereitschaft von Abiturienten. Die Kultusministerkonferenz (KMK) registrierte dies mit Sorge. Schon jetzt fehlen Informatiker und teilweise auch Lehrer. Bald könnten weitere akademische Berufe, vor allem die Ingenieure, hinzukommen.

Lediglich 68 Prozent der Abiturienten nehmen heute ein Studium auf. Vor zehn Jahren waren es noch 82 Prozent, heißt es in dem noch unveröffentlichtem Papier. Wenn sich in den nächsten Jahren nicht wieder mehr junge Menschen für ein Studium gewinnen ließen, werde die Zahl der Hochschulanfänger von derzeit 308.000 um elf Prozent auf 274.000 im Jahr 2015 sinken. Die Universitäten seien vom Rückgang überdurchschnittlich betroffen. Gleichwohl steigen aber in den alten Ländern die Abiturientenzahlen, zumindest noch bis 2008, deutlich an.

Die OECD hatte unlängst in einer Studie aufgezeigt, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Industrienationen eine viel zu geringe Akademikerquote hat, um seinen akademischen Fachkräftebedarf in Zukunft mit eigenen Hochschulabsolventen zu decken. Während im OECD-Schnitt 40 Prozent eines Altersjahrganges ein Studium aufnehmen, sind es in Deutschland nur 28 Prozent. Zugleich ist in Deutschland die Studienabbrecherquote überdurchschnittlich hoch.



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