Neues Hochschulranking Essens Uni hat die meisten Frauen

An der Essener Uni ist die Gleichstellung von Männern und Frauen besser verwirklicht als anderswo. Zu diesem Schluss kommt ein neues Ranking, das die Studentinnen, Doktorandinnen, Habilitandinnen und Dozentinnen an den Hochschulen zählt.


Gleichstellung ist Aufgabe der Hochschulen
GMS

Gleichstellung ist Aufgabe der Hochschulen

Demnach hat die ehemalige Universität und Gesamthochschule Essen - mittlerweile mit der Duisburger Uni verschmolzen - die Nase vorn. In zweiter Reihe stehen die Berliner Humboldt-Universität und die Uni Göttingen, wo das Verhältnis von Akademikerinnen zu Akademikern ebenfalls einer gleichen Verteilung näher kommt als anderswo. Seltenheitswert haben Frauen dagegen offenbar an den Technischen Universitäten von Chemnitz und Ilmenau sowie an den Unis Passau und Stuttgart.

Das Ranking des "Kompetenzzentrums Frauen und Wissenschaft" an der Uni Bonn ist der erste Versuch, das Kriterium Gleichstellung in Form einer Rangfolge aller deutschen Hochschulen festzustellen. Bisher beziehen sich die Angaben auf Daten des Statistischen Bundesamtes aus den Jahren 2001 und 1996. Das Ranking soll jedoch fortgeschrieben werden und künftig auch andere Dimensionen einbeziehen - etwa das Vorhandensein besonderer Frauenförderpläne oder Karriereberatungen nur für Absolventinnen.

Bei den FHs liegt Hannover vorn

 den Weg in die höheren akademischen Sphären finden noch nicht so viele Frauen
DER SPIEGEL

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Die Erhebung richtet sich weniger an Studentinnen oder Abiturientinnen, die sich für eine Hochschule entscheiden müssen. Da die Studie nicht die einzelnen Fakultäten untersucht, ist ihre Aussagekraft für ein einzelnes Fach gering. Den Forschern ging es vielmehr darum, der Politik ein Kriterium für die Einschätzung der Unis zu geben. Schließlich heißt es im Hochschulrahmengesetz: "Die Hochschulen fördern die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirken auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." Damit sei Chancengleichheit ein zentrales Qualitätskriterium, das auch bei der finanziellen Ausstattung der Hochschulen zu berücksichtigen sei, so die Initiatoren des Rankings.

Auch die Fachhochschulen wurden unter die Lupe genommen. Hier haben die Frauen in Hannover offenbar die besten Chancen, während es in die Verwaltungsfachhochschule Kehl und die private Wirtschafts-FH Paderborn in allen Kategorien zur Schlussgruppe zählen.

Zwar beruht das Ranking lediglich auf quantitativen Daten. Doch die Wissenschaftler beschränkten sich nicht darauf, einfach nur die weiblichen Hochschulangehörigen zu addieren. Die Indikatoren wurden so definiert, dass der Fächerkanon einer bestimmten Uni nicht den Platz im Ranking vorbestimmt. Anderenfalls wären die Technischen Universitäten Berlin und München kaum unter die ersten zehn Unis gekommen.



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