Regelstudienzeit Nur 40 Prozent schaffen Studium wie vorgesehen

Das Studium zügig durchziehen? Nur knapp 40 Prozent der Absolventen machen ihren Abschluss in der Regelstudienzeit. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen auch: Fast jeder Vierte überzieht um mehr als ein Studienjahr.
Vorlesung an der Uni Leipzig (Archivbild): Regelstudienzeit ist nicht die Regel

Vorlesung an der Uni Leipzig (Archivbild): Regelstudienzeit ist nicht die Regel

Foto: Jan Woitas/ dpa

Wiesbaden - Beim Bachelor sind es meist sechs und beim Master vier Semester, die sogenannte Regelstudienzeit, in der Studenten ihr Studium abschließen sollten - wenn es nach den Hochschulplanern geht. Doch wenn es nach den Studenten geht, ist diese Zeit offenbar zu kurz: Im Jahr 2012 machten nur 39,9 Prozent der Absolventen ihren Abschluss in der Regelstudienzeit. So berichtet es das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden. Am höchsten war die Abschluss-in-der-Regelstudienzeit-Quote unter Bachelor-Absolventen (49,4 Prozent).

Sehr viel länger als die Regelstudienzeit brauchen die meisten allerdings nicht: Zählt man zur Regelstudienzeit noch zwei weitere Semester dazu, liegt der Anteil der Absolventen, die in diesem Zeitraum erfolgreich abschließen, immerhin bei 77 Prozent. Hier liegt die höchste Quote bei Master-Absolventen (90,5 Prozent). Insgesamt erreichten im Jahr 2012 365.800 Jungakademiker einen Abschluss.

In diesen Fächern sind die Absolventen am schnellsten - so viele von ihnen schlossen ihr Studium in der Regelstudienzeit plus zwei Semester ab:

  • Verwaltungswissenschaftler: 98,7 Prozent
  • Humanmedizin: 88,4 Prozent
  • Sozialwesen: 85,3 Prozent
  • Mathe, Naturwissenschaften: 84,4 Prozent
  • Sonderpädagogik: 84,3 Prozent

In diesen Fächern sind die Absolventen am langsamsten - so viele von ihnen schlossen ihr Studium in der Regelstudienzeit plus zwei Semester ab:

  • Sportwissenschaft: 59,4 Prozent
  • Philosophie: 59,8 Prozent
  • Geschichte: 59,8 Prozent
  • Evangelische Theologie: 65 Prozent
  • Germanistik: 68,5 Prozent

Die Regelstudienzeit schwankt von Studiengang zu Studiengang erheblich. Ob Studenten heute schneller oder langsamer studieren als frühere Studenten-Generationen, lässt sich anhand dieser Zahlen allerdings nicht sagen; sie werden erst seit kurzem statistisch erfasst. Vergleiche sind nur mit den Jahren 2010 und 2011 möglich. Im Prüfungsjahr 2010 befanden sich insgesamt 38,6 Prozent der Absolventen noch in der Regelstudienzeit, 2011 waren es 38,5 - im Vergleich zu diesen beiden Jahren ist die Quote also etwas gestiegen.

Wichtig ist die Regelstudienzeit vor allem für Studenten, die Bafög bekommen. Denn das wird nur unter bestimmten Voraussetzungen über die Regelstudienzeit hinaus gewährt. Auch bei einem Rückzahlungserlass spielt die Regelstudienzeit eine Rolle.

Diese Zahlen stehen allerdings nicht in Verbindung zu den Studienabbrechern. Hier zeigen die Zahlen: Mehr als jeder vierte Bachelor-Student beendet sein Studium nicht, durchschnittlich 28 Prozent brechen ab - an Universitäten deutlich mehr (35 Prozent) als an Fachhochschulen (18 Prozent). Besonders hoch sind die Abbruchquoten bei Mathematikern, Informatikern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern.

Immer locker bleiben
Foto: privat

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lgr/dpa
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