Rekordspende für Elite-Hochschule Milliardär spendet 150 Millionen Pfund an Universität Oxford

Spendenrekord in Großbritannien: Ein US-Milliardär finanziert der Uni Oxford ein Institut für Ethik im Bereich künstliche Intelligenz mit 150 Millionen Pfund - nicht sein einziges Investment.

Das Oriel College der Universität Oxford (Archivbild 2016)
Chris Ratcliffe/ Getty Images

Das Oriel College der Universität Oxford (Archivbild 2016)


Die britische Elite-Universität Oxford hat eine Spende in Höhe von 150 Millionen Pfund (rund 168 Millionen Euro) von US-Milliardär Stephen A. Schwarzman erhalten. Mit der höchsten Einzelspende in der Geschichte der Hochschule soll das "Stephen A. Schwarzman Centre" für Geisteswissenschaften entstehen.

In dem Gebäude sollen unter anderem die Fakultäten für unter anderem Geschichts- und Sprachwissenschaften, Philosophie, Musik und Theologie zusammengelegt werden. Rund ein Viertel aller Oxford-Studenten sind in diesen Fächern eingeschrieben. Zusätzlich soll dort ein neues Institut für Ethik im Umgang mit Künstlicher Intelligenz entstehen, wie die Universität mitteilte.

Schwarzman ist Gründer, Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Blackstone. Zuvor studierte er in Yale und Harvard und machte Karriere bei Lehman Brothers an der Wall Street. Sein Vermögen wird vom US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin "Forbes" auf rund 15 Milliarden US-Dollar geschätzt.

"Bedeutendstes Thema der Zeit"

Der "BBC" sagte Schwarzman, der bis 2017 Mitglied eines Beratergremiums von US-Präsident Donald Trump war, er habe das Geld an Oxford gespendet, da künstliche Intelligenz das bedeutendste Thema der Zeit sei. Universitäten müssten daher dabei helfen, ethische Grundsätze für den schnellen technologischen Wandel zu entwickeln.

Die britische Regierung begrüßt laut "BBC" das Investment. Louise Richardson, Vizekanzlerin der Universität, nannte die Spende eine "wesentliche Unterstützung für den Wert der Geisteswissenschaften im 21. Jahrhundert und für die Oxford-Universität als weltweiten Spitzenreiter auf diesem Gebiet".

Schwarzman, der sich auf der Webseite von Blackstone als "aktiver Philanthrop" bezeichnet, hat bereits jede Menge Geld an US-amerikanische Universitäten gespendet, darunter 350 Millionen US-Dollar an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) und 150 Millionen US-Dollar an Yale. In Chinas Tsinghua University investierte er 575 Millionen US-Dollar und rief dort das "Schwarzmann-Stipendium" ins Leben.

Auch seiner eigenen High School in Abington um US-Bundesstaat Pennsylvania gab der Blackstone-Chef 25 Millionen Dollar. Dafür sollte diese nach ihm benannt werden. Dies jedoch verhinderten die Einwohner der Stadt.

ngo/dpa/Reuters

insgesamt 11 Beiträge
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senkfuss 19.06.2019
1. Aktiver Philanthrop?
Es ist ausgeschlossen, dass jemand der Gründer, Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender einer 300 Milliarden Investmentfirma ist, dazu noch 15 Milliarden US-Dollar Vermögen angehäuft hat, ein aktiver Philanthrop ist.
ische081517 19.06.2019
2. Spende / Investment passt nicht zusammen
"Spendenrekord in Großbritannien: Ein US-Milliardär finanziert der Uni Oxford ein Institut für Ethik im Bereich künstliche Intelligenz mit 150 Millionen Pfund - nicht sein einziges Investment." Die vom Autor verwendeten Begrifflichkeiten passen aus meiner Sicht nicht zusammen. Spende = uneigennützig. Investment=mit Hoffnung hinterher etwas raus zu bekommen. Dabei ist mir natürlich trotzdem klar, dass Spenden in der Realität oftmals nicht ganz so uneigennützig getätigt werden. Aber speziell für die Steuerbehörden ist es ein kleiner (?) aber feiner Unterschied, wenn die Spende dazu verwendet wird um irgendwie Steuern einzusparen. "Her Majesty's Revenue and Customs" sollten vielleicht da mal genauer hinschauen und der Autor evtl. seine Begriffswahl überdenken.
PeterAlef 19.06.2019
3. @senkfuss...was soll ich da noch sagen...
...außer, dass jemand wie dieser Philanthrop mal eben so bestimmen kann, was mit einem Bruchteil seines Vermögens in dieser altehrwürdigen Universität geschieht und so eine Abhängigkeit von seinem Unternehmen und von sich selbst erzeugt. Die Milliardäre haben längst die Gestaltungsmacht übernommen. Version 1.0 zu besichtigen in KIR ROYAL...'ich scheiß Dich zu...'...
In_Frankreich_lebend 19.06.2019
4. Doch sehr erfreulich, ...
... dass Vermögende wie Herr Schwarzman als aktive Philanthropen Geld an Universitäten und andere Bildungseinrichtungen spenden, um so ihren Beitrag zur Zukunft der Menschheit zu leisten. Die Bildungseinrichtungen können das Geld sicher gut gebrauchen, v.a. weil es wohl weniger ein Investment ist. Die schon wieder zu lesenden Neidstimmen müssen typisch sein für Leute, die es nicht geschafft haben, im Leben 15 Mrd an Vermögen anzuhäufen. Ich freue mich für Herrn Schwarzman, dass er das geschafft hat und auch noch einen Teil davon abgibt.
senkfuss 19.06.2019
5.
Zitat von In_Frankreich_lebend... dass Vermögende wie Herr Schwarzman als aktive Philanthropen Geld an Universitäten und andere Bildungseinrichtungen spenden, um so ihren Beitrag zur Zukunft der Menschheit zu leisten. Die Bildungseinrichtungen können das Geld sicher gut gebrauchen, v.a. weil es wohl weniger ein Investment ist. Die schon wieder zu lesenden Neidstimmen müssen typisch sein für Leute, die es nicht geschafft haben, im Leben 15 Mrd an Vermögen anzuhäufen. Ich freue mich für Herrn Schwarzman, dass er das geschafft hat und auch noch einen Teil davon abgibt.
Ehe Sie sich zu sehr freuen: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wer 15 Milliarden "Verdienst" oder 300 Milliarden Investment erarbeitet hat, bzw. wer dafür bezahlt hat? Nebenbei bemerkt ist Blackstone eine Tochter von Blackrock; der weltweit größte Fondverwalter mit einem Volumen von 5,5 Billionen Dollar (!). Anders, als eine Bank, wo immerhin in Ansätzen eine Kontrolle stattfindet, unterliegen diese Gesellschaften keinerlei öffentlicher Kontrolle. Ich jedenfalls empfinde bei diesen Summen keinerlei Neid, wie Sie anscheinend annehmen, sondern eher Abscheu.
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