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24. Mai 2006, 16:13 Uhr

Papstbesuch in Bayern

Schneller pauken für den Pontifex

Weil Papst Benedikt XVI. im September nach Regensburg kommt, müssen Bayerns Jura-Studenten früher ins Examen. Die bayerische Staatsregierung hat sich entschieden, die Prüfungen vorzuziehen - aus Gründen der Chancengleichheit.

"Wir hätten nicht sicherstellen können, dass alle Prüfungsteilnehmer rechtzeitig den Prüfungssaal erreichen", sagte Guido Tiesel vom Bayerischen Justizministerium auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. In der Tat steht Regensburg wohl der Ausnahmezustand ins Haus: Zur Papstmesse in der 150.000-Einwohner-Stadt werden bis zu 350.000 Besucher erwartet. Menschenmassen und Polizeiabsperrungen dürften das Leben in der Stadt während des Papstbesuchs stark behindern.

Papst Benedikt XVI.: Ausnahmezustand in Regensburg
AFP

Papst Benedikt XVI.: Ausnahmezustand in Regensburg

Um die Chancengleichheit für die Studenten angesichts des zu erwartenden Chaos zu wahren, seien an allen Universitäten in Bayern die Prüfungen nun um fünf Tage vorverlegt worden, erklärte das Ministerium. Die rund 1500 betroffenen Studenten würden über die Änderung informiert. Ursprünglich sollten die Prüfungen in der Zeit vom 5. bis 14. September stattfinden.

Dass die Studenten nun weniger Zeit für die Vorbereitung haben, findet Ministeriumssprecher Tiesel nicht schlimm: "Aus der Erfahrung gehen wir davon aus, dass die Mehrzahl der Studenten nicht begeistert gewesen wäre, wenn wir den Termin nach hinten verlegt hätten." So könnten die angehenden Juristen immerhin pünktlich in den Urlaub starten.

Nicht nur für Studenten bringt der Papstbesuch in Bayern Veränderungen mit sich, sondern auch für Schüler. Sie können sich über längere Ferien freuen: Wegen Benedikts Besuch gibt es einen Tag extra frei.

chs/dpa

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