Pisa-Debatte Lehrer sollen Lernlust steigern

Pisa und kein Ende: Jetzt sollen neue Unterrichtsarten Schüler zum Lernen motivieren. Aber bitte mit möglichst wenig Spaß.


Schulunterricht: Lehrer sollen motivieren
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Schulunterricht: Lehrer sollen motivieren

Ein Mix aus verschiedenen Unterrichtsformen soll "Lust aufs Lernen" machen, forderte Knud Dittmann, Vorsitzender des hessischen Philologenverbands, am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion in Marburg. An eine Überdosis Spaß denkt Dittmann dabei aber nicht: "Allein die Fähigkeit, eine Unterrichtsstunde unterhaltsam zu gestalten, reicht nicht aus", betonte er, denn allzu oft gerate "das eigentliche Ziel in den Hintergrund, Kindern etwas beizubringen".

Mahnung an Eltern

Dittmann ermahnte auch die Eltern, sich mehr zu engagieren. Die Pisa-Studie haben "erschreckend deutlich" gemacht, dass sich viele Eltern kaum für die schulischen Leistungen ihrer Kinder interessierten. "Sie sollen ja nicht zu den Nachhilfelehrern der Nation werden", so Dittmann. "Aber was ist schon dabei, sich beim Abendessen über die Schule zu unterhalten?" Viele Schüler, so der Schulleiter, seien nur darauf aus, den Vormittag irgendwie über sich ergehen zu lassen - "gezeichnet von der Feier am letzten Abend, den Nachmittagsjob schon fest im Blick".

Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU) will Kinder zu Leseratten machen, die mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gegen die Schlafzeiten-Gebote ihrer Eltern aufbegehren. Erreichen will die Ministern das mit einer "Lese-Offensive" an den Schulen. Außerdem regte sie Änderungen in der Ausbildung von Grundschullehrern an: Eines der drei Fächer Sachkunde, Mathematik und Deutsch solle einem "Lese-Grundkurs" weichen. Zudem gehört nach Wolffs Meinung das Alter der Einschulung auf den Prüfstand: Um die strikte Trennung zwischen "spielerischem" Kindergarten und dem schulischen "Ernst des Lebens" aufzuheben, müssten Kinder früher eingeschult werden.



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