Plagiatsvorwürfe Uni Bochum bittet Lammert um Stellungnahme

Bislang hat er wenig gesagt zu den Plagiatsvorwürfen gegen sich, jetzt soll er sich erklären: Die Uni Bochum bat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) um eine Stellungnahme zu seiner Doktorarbeit.

Bundestagspräsident Lammert: Er soll sich gegenüber der Uni äußern
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Bundestagspräsident Lammert: Er soll sich gegenüber der Uni äußern


Ende Juli hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) von den Plagiatsvorwürfen erfahren, jetzt wird er sich gegenüber seiner damaligen Uni dazu äußern: Der Ombudsmann der Ruhr-Universität Bochum habe Lammert um eine Stellungnahme gebeten, schreibt "Die Welt". In den kommenden Tagen werde diese bei der Hochschule eingehen, teilte eine Sprecherin der Bundestagsverwaltung der Zeitung mit.

Lammert hatte durch die Anfrage eines Journalisten von dem Verdacht erfahren. Er habe "nach bestem Wissen und Gewissen" gearbeitet, beteuerte er damals. Umgehend ließ er eine PDF-Version seiner Doktorarbeit auf seiner Webseite veröffentlichen und bat die Uni Bochum, seine Dissertation zu überprüfen. Der Uni Rektor Elmar Weiler sagte SPIEGEL ONLINE, er erwarte ein offizielles Plagiatsverfahren. Er hatte angekündigt, zuerst die Empfehlung des Ombudsmanns für wissenschaftliches Fehlverhalten abzuwarten, danach könne eine Prüfkommission beauftragt werden. Vor Ende August werde der Ombudsmann seinen Bericht nicht vorlegen, schreibt jetzt "Die Welt".

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Doktorarbeit des Bundestagspräsidenten: Das wird Lammert vorgeworfen

Hinter den Vorwürfen steckt ein anonymer Plagiatsjäger, der sich Robert Schmidt nennt. Unter dem Pseudonym trat auch schon der Plagiatsjäger auf, der die Doktorarbeit der zurückgetretenen Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) untersucht hatte. In einem Interview mit dem SPIEGEL sagte Schmidt: "Ich bin Wechselwähler" - und wies damit den Vorwurf zurück, aus parteipolitischer Motivation zu handeln.

Lammert hatte seine Arbeit in den siebziger Jahren an der sozialwissenschaftlichen Abteilung der Uni Bochum eingereicht. Das Thema: "Lokale Organisationsstrukturen innerparteilicher Willensbildung - Fallstudie am Beispiel eines CDU-Kreisverbandes im Ruhrgebiet". Er war bislang als Honorarprofessor an der Hochschule tätig.

Anfang der Woche hatte er sich erstmals öffentlich zu den Vorwürfen geäußert: "Ich finde an der ganzen Geschichte die Form unwürdig, die Sache unbegründet und die Wirkung ehrenrührig", sagte Lammert. "Sowohl die Reaktionen, die ich aus dem eigenen Umfeld erhalte, sowie insbesondere die Reaktionen aus dem Bereich der Wissenschaft lassen mich mit großer Zuversicht dem weiteren Gang der Dinge entgegenblicken."

fln/dpa

insgesamt 62 Beiträge
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Seite 1
Klaus100 08.08.2013
1. Vergangenheitsorientierung
Wie lange wollen sich die Menschen mit so einem Quatsch noch beschäftigen? Das einzige Problem ist doch wohl der anonyme Plagiatsjäger, der wohl mehr als ein Problem hat. Hört das denn nie auf?
Peick 08.08.2013
2.
Naja, Herr Lammert hat die Uni um eine Überprüfung seiner Arbeit gebeten. Natürlich wird die Uni ihn dann auch um eine Stellungnahme bitten. Was soll der Artikel? Hier wird alles noch mal wiederholt nur um die Sache im Gespräch zu halten, ist doch lächerlich.
siegfriedluckner 08.08.2013
3. Lächerliche Vorwürfe
Zitat von sysopDPABislang hat er wenig gesagt zu den Plagiatsvorwürfen gegen sich, jetzt soll er sich erklären: Die Uni Bochum bat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) um eine Stellungnahme zu seiner Doktorarbeit. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/plagiatsvorwuerfe-uni-bochum-bittet-lammert-um-stellungnahme-a-915462.html
Sorry, aber wenn das, was ich in der Bildstrecke des Spiegel als Beispiel für angebliches Fehlverhalten gesehen habe, alles ist, was man Herrn Lammert vorwirft, dann finde ich die gesamte Berichterstattung, die ein offenbar neurotischer Korintenk... initiieren konnte, geradezu lächerlich. Ich habe selbst fast 6 Jahre an meiner Doktorarbeit geschrieben. Eine Zeit, an die ich trotz erfolgreichem Abschluss noch heute nicht gerne zurückdenke. Dass man in einer mehrere hundert Seiten starken Arbeit auch an einigen wenigen Stellen versehentlich einmal einen handwerklichen Fehler gemacht hat, kann m.E. kein Promovierter, der ehrlich zu sich selbst ist, ausschließen. Mich würde einmal interessieren, was den "Plagiatsjäger" rumtreibt und warum er anonym bleiben will. Bei dem missionarischen Eifer, den er an den Tag legt, würde es mich nicht wundern, wenn er an den eigenen Ansprüchen letztlich selbst gescheitert ist und seine Arbeit unvollendet noch immer in seinem Schreibtisch liegt. Wenn dem so ist, soll er sie entweder endlich abgeben oder seinen Frieden mit sich selbst finden. P.S. Um eins klar zu stellen: Wer absichtlich unsauber arbeitet oder - wie Guttenberg - offenkundig Plagiate abliefert, muss den Titel entzogen bekommen. Daran kann es kein Zweifel geben. Nicht aber, wer auf Seite 123 mal ein Komma falsch gesetzt oder den Titel einer italienische Quelle falsch wiedergegeben hat (... Italiana statt Italiano; einfach nur lächerlich das ganze)
bert.hagels 08.08.2013
4. Nein ...
Zitat von Klaus100Wie lange wollen sich die Menschen mit so einem Quatsch noch beschäftigen? Das einzige Problem ist doch wohl der anonyme Plagiatsjäger, der wohl mehr als ein Problem hat. Hört das denn nie auf?
... offensichtlich nicht, denn sonst hätte die zuständige Uni kein Verfahren angekündigt und keine Stellungnahme von Herrn Lammert gefordert. Es liegt also zumindest ein Anfangsverdacht vor, dem nachzugehen ist und der ggf. entkräftet oder bestätugt wird.
heidschnucke 08.08.2013
5. Klaus100
Zitat von Klaus100Wie lange wollen sich die Menschen mit so einem Quatsch noch beschäftigen? Das einzige Problem ist doch wohl der anonyme Plagiatsjäger, der wohl mehr als ein Problem hat. Hört das denn nie auf?
Sie haben keine Ahnung von der Bedeutung eines Dr.-Titels. Dem Inhaber wird bescheinigt, dass er außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt, was sich zuletzt auch deutlich in seiner Entlohnung äußert. Deshalb ist Fusch auf diesem Gebiet so schlimm als wenn eine Kasiererin in die Kasse greift.
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