Präsidentenwahl in Eichstätt Katholische Uni will Kopflosigkeit beenden

Das Ende des Führungs-Durcheinanders ist in Sicht: Die einzige katholische Universität Deutschlands, die KU Eichstätt, soll wieder einen Präsidenten bekommen - nach drei Jahren. Zur Wahl am Donnerstag treten zwei Theologen gegeneinander an.

KU Eichstätt: Drei Jahre ohne Uni-Spitze
dpa

KU Eichstätt: Drei Jahre ohne Uni-Spitze


Die Katholische Universität Eichstätt (KU) soll am Donnerstag erstmals seit drei Jahren wieder einen regulären Präsidenten bekommen. Zur Wahl durch den Hochschulrat stehen der Berliner Theologe Andreas Lob-Hüdepohl, der die Hochschule seit Oktober 2009 übergangsweise leitet, sowie der US-Amerikaner Richard Schenk. Der Ordensgeistliche ist derzeit Professor für Philosophie und Theologie an der Dominican School of Philosophy and Theology im kalifornischen Berkeley.

Mit der Wahl soll die Universität in der oberbayerischen Bischofsstadt wieder zur Ruhe kommen. Im Frühjahr 2008 war es zu einem Eklat gekommen, als der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sich weigerte, den ordnungsgemäß gewählten Theologen und Unternehmer Ulrich Hemel als neuen Präsidenten zu bestätigen.

Das Nein Hankes versetzte Professoren und Studenten in Aufruhr. Im Verlauf des Streits kündigten mehrere Mitglieder der Hochschulleitung. Zuvor war bekannt geworden, dass der Vatikan Hemel ablehnte. Hemel kritisierte damals, man habe ihm keine Gründe genannt und ihm keine Chance gelassen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Die Präsidentensuche ging in eine weitere Runde. Die Wahl fiel auf den in den USA lehrenden Theologe Richard Hütter. Der machte nach seiner Wahl im Mai 2009 aber selbst einen Rückzieher, weil er mit den Vertragsbedingungen nicht einverstanden war.

Die Hochschule Eichstätt-Ingolstadt ist mit ihren acht Fakultäten, 4.600 Studenten und 120 Professoren als katholische Universität in Deutschland etwas Besonderes. Sie wird zu etwa drei Vierteln vom Land Bayern und zu einem Viertel von den bayerischen Bischöfen finanziert.

Die reformierte Hochschulverfassung sieht vor, dass die Kirche gegen einen vom Hochschulrat gewählten Kandidaten künftig keinen Einspruch mehr erheben kann. Sie kann aber zuvor in ihren Augen ungeeignete Bewerber "aussieben".

Zudem leitet seit Oktober 2010 der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, anstelle von Ortsbischof Hanke den Stiftungsrat der KU, der als offizieller Träger der Hochschule fungiert. Marx ist auch Vorsitzender der Bayerischen Bischofskonferenz.

Berichtigung: In einer früheren Version dieses Artikels wurde die Hochschule Eichstätt-Ingolstadt fälschlicherweise als die einzige katholische Universität im deutschsprachigen Raum bezeichnet. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

otr/dapd

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Blue Rabbit, 26.05.2011
1. Krass
Ich unterstütze unfreiwillig mit meinen Steuern zu 75% diese VooDoo Lehranstalt. Soviel zum Thema säkularer Staat.
güti 26.05.2011
2. als katholik sage ich da mal
Zitat von Blue RabbitIch unterstütze unfreiwillig mit meinen Steuern zu 75% diese VooDoo Lehranstalt. Soviel zum Thema säkularer Staat.
Danke und Pech für sie:-) Nein im Ernst. Es ist ja eine ganz normale UNI auf der auch jeder studieren kann und ganz normale Fakultäten bestehen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.