Uni-Ratgeber Sieben Tipps gegen Prüfungsangst

Zähne zusammenbeißen und durch! Diesen Ratschlag hören Studenten mit Prüfungsangst oft - doch er ist falsch. Was wirklich hilft.
Stress im Studium: Prüfungsängste lassen sich überwinden

Stress im Studium: Prüfungsängste lassen sich überwinden

Foto: Corbis

Kalter Schweiß, flauer Magen, rasendes Herz: Die Symptome der Angst sind vielfältig. Die meisten Studenten kennen das Gefühl der Nervosität vor Prüfungen. Einige leiden allerdings so stark, dass sie Prüfungen schließlich ganz meiden und ihre akademische Karriere damit gefährden. Wer bereit ist, seine Schwäche einzugestehen, dem kann geholfen werden.

Die negativen Impulse, die auf dem Weg zur Prüfung aufkommen, sind eigentlich fehlgeleitete Instinkte. "Im Grunde sind das Signale, die zur Flucht aufrufen", erklärt die Berliner Psychologin und Ratgeberautorin Helga Knigge-Illner. Droht Gefahr, schlägt der Körper Alarm. Was in der Steinzeit Leben rettete, steht dem modernen Menschen im Weg.

Studenten mit Prüfungsangst sind nicht auch automatisch die schlechteren Akademiker, nur haben sie es ungleich schwerer als Kommilitonen, die angstfrei duchs Studium gehen. Doch wer einen Uniabschluss haben will, der kommt nicht umhin, sich den fehlgeleiteten Angstzuständen zu stellen.

Zwei Gruppen sind besonders gefährdet, sagt Knigge-Illner: solche, die schlecht vorbereitet sind, und die besonders Ehrgeizigen, die sich selbst stark unter Druck setzen. "Menschen mit großer Prüfungsangst neigen zu übermäßiger Besorgtheit und unterminieren damit ihr Selbstvertrauen", erklärt die Psychologin.

Diese Tipps können helfen, die Ängste zu überwinden:

  • Das Lernen lernen: Bei vielen reicht es schon aus zu lernen, wie man richtig für eine Prüfung paukt. Bei schweren Fällen hilft allerdings nur zu ergründen, was die Ursache der Angst ist.

  • Den Druck durch positive Suggestion mildern: Man sollte sich ausmalen, wie man die Prüfung gut bewältigt und sich vor Augen halten, dass man es schaffen kann.

  • In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist: Also auch auf den Körper achten, sich gesund ernähren, ausreichend trinken oder auch eine Entspannungstechnik lernen.

  • Kein last-minute-Pauken: Am Prüfungstag selbst sollte man nicht mehr lernen, das steigert nur die Nervosität. Stattdessen einen Spaziergang machen oder gut frühstücken.

  • Strategisch vorgehen: Wenn es dann soweit ist, immer mit der Aufgabe beginnen, die am einfachsten ist und gelöst werden kann.

  • Wer während einer mündlichen Prüfung ein Brett vor dem Kopf hat, spricht es am besten offen an. Beispielsweise einfach sagen, dass man eine kurze Pause braucht.

  • Und zuletzt, das Wichtigste: Der Prüfling sollte seine Ängste sportlich nehmen. Ganz ohne Angst würde sich wahrscheinlich niemand hinsetzen und lernen. Die wenigsten haben gar keinen Bammel.

Fazit: Es geht bei Prüfungen nie um Leben und Tod. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, eine schlechte Note zu bekommen oder durchzufallen. Ganz falsch ist es, komplett die Fassung zu verlieren und nach Mitteln und Wegen zu suchen, die Prüfung ausfallen zu lassen. Wer sehr starken Leidensdruck empfindet, sollte sich immer professionelle Hilfe suchen .

loe/dpa
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