Prüfungsangst Harvard-Student drohte mit Bombenanschlag

Vier Gebäude der Eliteuniversität Harvard wurden nach einer Anschlagsdrohung geräumt, Abschlussprüfungen gestoppt. Jetzt kam heraus: Ein Student hatte vor Bomben gewarnt, um seinen Klausuren zu entgehen. Nun droht dem 20-Jährigen eine harte Strafe.

Elite-Campus Harvard: Vier Gebäude evakuiert
AP/dpa

Elite-Campus Harvard: Vier Gebäude evakuiert


Die Sicherheitsbehörden im Großraum Boston sind seit dem Anschlag auf den Marathonlauf am 15. April in erhöhter Alarmbereitschaft. Zwei Attentäter hatten damals selbstgebaute Bomben an einer Marathonstrecke gezündet. Dabei kamen drei Menschen ums Leben und mehr als 260 wurden verletzt.

Auch die Eliteuniversität Harvard in der Stadt Cambridge liegt in der Nähe von Boston. Wie sich nun herausstellte, machte sich ein 20-jähriger Student die Sensibilität der Behörden zunutze, der sich um seine Examensklausur drücken wollte. Er hatte am Montag E-Mails mit Bombendrohungen an die Polizei und die Uni-Leitung versandt.

Auf dem Campus seien Sprengsätze platziert worden, in zwei Gebäuden würden die Splitterbomben bald gezündet werden, schrieb der Student. In einem davon sollte um neun Uhr morgens seine Prüfung stattfinden. Laut FBI hatte der Student seinen Internetzugang zuvor anonymisiert.

Die Universität hatte vier Gebäude geräumt, darunter ein Wohnheim. Laufende Abschlussprüfungen wurden abgebrochen. Die Polizei durchsuchte den Campus, fand aber nichts. Neben den örtlichen Beamten schaltete sich auch die Bundespolizei FBI in die Ermittlungen ein. Nun landete der Student, der sich um eine Prüfung drücken wollte, vor Gericht, am Mittwoch wurde er dem Haftrichter vorgeführt. Die Höchststrafe für eine Bombendrohung liegt in den USA bei fünf Jahren Gefängnis und 250.000 Dollar Strafe.

Erst vor vier Wochen hatte es einen ähnlich schlechten Scherz in Yale gegeben: Ein anonymer Anrufer hatte sich aus einer Telefonzelle heraus bei der Polizei gemeldet und behauptet, sein Mitbewohner habe eine Waffe und sei auf dem Weg zum Campus. Darauf wurden Studenten und Beschäftigte der Universität aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Bewohner der Stadt sollten die Gegend meiden, ein Helikopter kreiste über dem Gelände. Ein Bewaffneter war aber nicht gefunden worden.

cpa/AP

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