Quiz mit Millionär Ein Hauch von Jauch

Eckhard Freise, erster Millionär bei Günther Jauch, hat inzwischen zum Quizmaster umgeschult. An der Uni Wuppertal moderierte der Professor jetzt ein Quiz, bei dem acht Schüler gegen acht Professoren antraten. Mit kniffligen Fragen wie: Welche Farbe hat die Hose von Donald Duck?

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Eckhard Freise: Foppt gern Schüler und Kollegen
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Eckhard Freise: Foppt gern Schüler und Kollegen

Mehr als 400 Zuschauer wollten sehen, wie sich der eloquente Abräumer aus Günter Jauchs RTL-Ratesendung denn so als Moderator macht. Und sie wurden nicht enttäuscht: Mehr als zwei Stunden lang lotste Eckhard Freise acht Oberstufenschüler aus dem Bergischen Land und acht Professoren der Wuppertaler Uni durch ein selbst entwickeltes Fragelabyrinth im "schlau-bergischen Quiz".

Der Weg zum Ober-Schlauberger war alles andere als ein Spaziergang: Doppelte Verneinungen, negative Fragestellungen, bizarre Antwortmöglichkeiten - manchmal stöhnte das Publikum, und die Ratefüchse verdrehten die Augen. "Welches dieser sinnlosen Gesetze gilt tatsächlich nicht in einem US-Staat?", wollte Eckhard Freise beispielsweise von seinen Kandidaten wissen.

8Schüler + 8 Professoren = 16 rauchende Köpfe
Petra Zöllner

8Schüler + 8 Professoren = 16 rauchende Köpfe

Dann zählte er vier Erlasse auf, die alleine schon Lachsalven auslösten: Bären dürfen in Alaska nicht geweckt und fotografiert werden. In Indiana gibt es das Verbot, Schnurrbärte zu tragen. Einwohnern von Colorado ist es untersagt, erkältet ein Pferd zu reiten. In Pennsylvania allerdings dürfen Schweine sehr wohl "Washington" heißen - hätten Sie's gewusst?

Zwischendurch frönte der Quizmaster auch schon mal der Anarchie: Dann streute er X-Fragen ein, bei denen keine der Antworten stimmte. "Denken Sie… jetzt!", forderte Freise die Teilnehmer immer wieder grinsend auf und betonte leutselig, mit "ein bisschen Zeitungslektüre" hätte man sein Quiz locker gewinnen können.

Superstar Freise, stets gut gelaunt

Möglicherweise meinte der Professor die Blätter mit den großen Buchstaben und den vielen Bildern aus Königshäusern ("Ich lese sowas schon mal beim Arzt"), denn wer sich mit Queen Mums Pferdewetten oder Affären mit Adjutanten auskannte, war leicht im Vorteil.

Hilfreich konnten aber auch Kenntnisse über Okultismus-Ermittlungen gegen einen gewissen Harry Potter sein. Oder das Wissen darum, welche deutsche Politikerin schon mal mit Hermine Granger (der Musterschülerin in Harry Potters Zauberschule) verglichen worden war - natürlich Angela Merkel. Mit Hang zum Schrägen und Skurrilen hatte Freise seine Fragen zusammengestellt, und die immer wieder aufbrandende Heiterkeit zeigte, dass er damit bei Publikum und Kandidaten gleichermaßen richtig lag.

Für die Uni Wuppertal wird Mediävistik-Professor Freise immer mehr zum Superstar: Im letzten Jahr hatte er hunderte von Zuhörern zu einer mitternächtlichen Vorlesung über Höllenqualen in den Hörsaal gelockt, diesmal war sein Quiz unbestrittener Höhepunkt der Schülerinformationstage.

"Jetzt wird erst mal Abitur gemacht!"

Am Ende vergab Freise noch in Herbert-Feuerstein-Manier ein paar Bonus-Punkte und konnte so einen Gleichstand melden: Der Informatik-Professor Andreas Frommer und die Remscheider Schülerin Nadine Tix verbuchten einen Doppelsieg. Für Nadine Tix bedeutet das als Hauptgewinn einen einwöchigen Aufenthalt in Wuppertals israelischer Partnerstadt Beer Sheva.

Quiz-Millionär und Publikum: Kleine Gemeinheiten
Petra Zöllner

Quiz-Millionär und Publikum: Kleine Gemeinheiten

Die 19jährige, die schon ein Jahr in den USA verbracht hat und erst kürzlich von einem zweimonatigen Brasilien-Aufenthalt ins Bergische Land zurückgehrt ist, wollte am liebsten sofort losfliegen. Dem schob allerdings ihr Schulleiter kurzerhand einen Riegel vor: "Jetzt wird erst mal Abitur gemacht!". Aber ob er über Donald Ducks Hosen Bescheid wusste?

Lesen Sie im zweiten Teil:



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