Randale in China Straßenschlacht zwischen Studenten und Polizei

Sie warfen mit Steinen und setzten ein Auto in Brand: Rund 1000 chinesische Studenten lieferten sich letzte Nacht in Zhengzhou einen erbitterten Kampf mit der Polizei. Auslöser war offenbar die Misshandlung einer Studentin.

Zhengzhou - Vier Stunden dauerten die schweren Zusammenstöße am Mittwoch in der chinesischen Provinzhauptstadt Zhengzhou. Die Tumulte begannen nach Angaben des chinesischen Informationszentrums für Menschenrechte und Demokratie mit dem Übergriff zweier Polizisten auf eine Studentin. Die junge Frau hatte an einer Straße einen Verkaufsstand aufgebaut, ohne dafür eine Genehmigung zu besitzen. Die Beamten räumten den Stand. Nach Augenzeugenberichten schlugen sie der Studentin so heftig ins Gesicht, dass sie einige Zähne verlor.

Zehn Studenten, die den Vorfall miterlebten, griffen daraufhin die Polizisten an. Die Situation eskalierte. Hunderte Studenten aus drei umliegenden Universitäten strömten herbei. Der Tross aufgebrachter junger Chinesen zog danach randalierend durch die Straßen. Sie warfen mit Steinen, kippten zwei Polizeiautos um und setzen eines in Brand.

Etwa hundert Polizisten rückten mit Schlagstöcken an und sperrten die Straßen ab. Nach Berichten einer Lokalzeitung unter Berufung auf die Stadtverwaltung wurden sechs Studenten festgenommen. Zwei weitere Demonstranten sollen im Studium zurückgestuft werden, vier müssen mit Verwaltungsstrafen rechnen.

Studenten-Proteste sind in China von enormer historischer Brisanz. 1989 besetzen Studenten über Monate den Platz des himmlischen Friedens in Peking, um für mehr Demokratie zu protestieren. Das chinesische Militär räumte schließlich gewaltsam den Platz. 3000 Menschen kamen beim "Tian'anmen-Massaker" ums Leben.

pop/ap/reu

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