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14. August 2007, 13:41 Uhr

Ranking

Beste deutsche Uni auf Weltrang 53

Im internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten Unis in Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Dominiert wird die Konkurrenz von US-Hochschulen.

Die Studenten und Professoren wissen es längst: Harvard ist der ewige Klassenprimus. Bei internationalen Hochschul-Ranglisten landet die US-Universität stets völlig unangefochten auf dem ersten Platz. So war es zuletzt beim Ranking der britischen "Times", so ist es auch jetzt beim "Academic Ranking of World Universities" der Universität Shanghai - und der Abstand zu den internationalen Rivalen ist beträchtlich.

LMU München: Mit Rang 53 die beste deutsche Uni im Shanghai-Ranking
DDP

LMU München: Mit Rang 53 die beste deutsche Uni im Shanghai-Ranking

Auch sonst dominieren amerikanische Hochschulen aus Sicht der Wissenschaftler aus Shanghai den weltweiten Wettbewerb deutlich: 17 der Top 20 sind aus den USA, darunter Stanford und Berkeley, das MIT und das Caltech.

Lediglich die klassischen britischen Nobelhochschulen können mithalten. Cambridge auf Rang 4 schlägt dabei Oxford (10. Platz) - "the other place", wie man an beiden Unis jeweils gern über den Dauerrivalen sagt. Die Verschiebungen gegenüber vorherigen Shanghai-Rankings sind auf den oberen Plätzen geringfügig.

Nach deutschen Spitzenuniversitäten indes muss man in der Rangliste lange suchen. Die erste, die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, erreicht Rang 53, knapp gefolgt von der benachbarten Technischen Universität München. Ebenfalls unter die besten 100 kommen die Universitäten Heidelberg, Göttingen, Freiburg und Bonn. Sie dürfen sich auch noch Chancen im "Exzellenzwettbewerb" der deutschen Unis ausrechnen und stehen, mit Ausnahme von Bonn, im diesjährigen Finale. Die beiden großen Münchner Unis räumten schon 2006 viele Millionen Euro für die Förderung der Forschung ab.

Beim Shanghai-Ranking schafften es insgesamt 35 weitere deutsche Hochschulen von Frankfurt bis Saarbrücken Platzierungen in den Top 500. Nicht vertreten sind zwei Berliner Mammut-Hochschulen, die ebenfalls in die "Eliteuni"-Endrunde gelangten: Die Humboldt-Universität (HU) und die Freie Universität (FU), beide 2004 dabei, tauchen jetzt nicht mehr auf - sie streiten sich um die Zuordnung der Nobelpreisträger der damaligen Berliner Universität in der Zeit zwischen 1911 und der FU-Gründung nach dem zweiten Weltkrieg. Offenbar deshalb werden beim Shanghai-Ranking derzeit weder HU noch FU berücksichtigt.

Bildungsexperten zählen das Shanghai-Ranking, das zuerst 2003 erschien, zu den seriösen und transparenten Hochschul-Vergleichen. Gewogen und gemessen werden weltweit über 1000 Universitäten, die besten 500 kommen in die Wertung.

Die Forscher der Jiao Tong University untersuchen vor allem, wie häufig Wissenschaftler in wichtigen Fachmagazinen veröffentlichen, wie oft sie zitiert werden und wie viele Nobelpreisträger eine Universität hervorbringt. Hinzu kommt eine Gewichtung der Forschungsleistung in Bezug auf die Größe der Hochschule. Die Shanghai Jiao Tong University selbst erreicht einen Mittelplatz unter den 500 "Top Universities".

jol

Übersicht: Die 41 deutschen Unis, die es unter die "Top 500" schafften

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