Ranking-Elfkampf der FU Berlin Gut, dass wir verglichen haben

Bayern und Berlin lieferten sich ein hartes Rennen, als die Freie Universität Berlin elf Ranglisten zu einem "Meta-Ranking" zusammenfasste. Wichtigste Erkenntnis: Die Spitzengruppe deutscher Hochschulen ist seit Jahren "erstaunlich stabil".

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Während die "Wirtschaftswoche" Personalchefs zu Wort kommen ließ, setzte die Freie Universität Berlin ganz andere Schwerpunkte. Sie erstellt bereits seit Jahren ein "Meta-Ranking", das zunächst internen Zwecken diente - die FU wollte schlicht wissen, wie sie im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten bei elf wichtigen Kriterien zur Forschung abschneidet.

Gewinner im Meta-Ranking: LMU München
Daniel Hintersteiner

Gewinner im Meta-Ranking: LMU München

Inzwischen veröffentlicht die FU ihre Rangliste. Starke Forschung konzentriert sich demnach vor allem auf Bayern und Berlin. Als beste Universität Deutschlands ging diesmal die LMU München aus dem "Elfkampf" hervor. Hart auf den Fersen sind ihr Heidelberg, die FU Berlin selbst, die TU München und die Humboldt-Uni. Den Sprung in die Top Ten schafften auch Tübingen, Göttingen, Aachen, Bonn und Stuttgart.

Die Ludwig-Maximilians-Universität München sammelte erstklassige Platzierungen in allen Feldern ein. Bei der Drittmitteleinwerbung musste sie sich nur Aachen geschlagen geben, bei den Sonderforschungsbereichen der benachbarten TU. Heidelberg trumpfte bei der Zahl der Graduiertenkollegs auf. Und die FU Berlin lockt besonders viele Wissenschaftler aus dem Ausland an: Keine andere Universität verzeichnet so viele Stipendiaten der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Weitere Kriterien bilden beim Berliner Meta-Ranking zum Beispiel die Zahl der Leibniz-Preise, der Umfang der Förderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und die Platzierung in einem weltweiten Ranking der Universität Schanghai. Die Qualität der Lehre zählt nicht zu den Faktoren. Zudem hat die FU Berlin keine Fakultäten, sondern ausschließlich Universitäten verglichen.



"Fachbezogene Daten sind sehr viel schwieriger zu ermitteln", sagt Andrea Syring, an der FU zuständig für Controlling, Kennzahlen und Informationssysteme. Sie räumt ein, dass schon in Deutschland ein unangreifbares Forschungsranking "ausgesprochen knifflig" und international "praktisch unmöglich" sei, zumal es weltweit völlig unterschiedliche Hochschultypen gebe. Eine reine, ultimative Methode werde es nie geben.

Dennoch glaubt Andrea Syring an den Wert solcher Rankings. So hat sie beobachtet, dass sich an den deutschen Hochschulen eine "erstaunlich stabile Spitzengruppe" bildet - ein Tross von sieben, acht Universitäten liefere seit Jahren exzellente Leistungen. Das könne auch die Debatte über deutsche Eliteuniversitäten befruchten.








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