Ranking-Nachschub Die Favoriten der Personalchefs

Absolventen der RWTH Aachen sind bei Unternehmen besonders beliebt. In einem neuen Ranking landete Aachen gleich in drei Fächern ganz vorn. Die besten Betriebswirte kommen dagegen von einer Uni, die es nicht einmal in die Auswahlliste des Elite-Wettbewerbs schaffte.


Die RWTH Aachen siegte im Ranking der Zeitschrift "Wirtschaftswoche" sowohl im Fach Elektrotechnik als auch im Maschinenbau und setzte sich in diesem Jahr obendrein in der Informatik an die Spitze. In der Informatik überholte sie dabei die drei Vorjahressieger TU München, TU Darmstadt und die Universität Karlsruhe.

Auch in der Selbstvermarktung Spitze: Uni-Mode aus Aachen
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Auch in der Selbstvermarktung Spitze: Uni-Mode aus Aachen

Bei den Wirtschaftsingenieuren hoben die Personalchefs die Uni Karlsruhe erneut ganz nach oben aufs Treppchen. Die beste Jura-Ausbildung bekommen Studenten nach Meinung der Personalverantwortlichen an der Universität Heidelberg. Die Uni Köln ist in der Volkswirtschaftslehre Spitze, die besten Betriebswirte kommen - wie auch in den Jahren zuvor - von der Uni Mannheim.

Für das Ranking hatte der Kölner Personaldienstleister Access über 1000 Personal- und Rekrutierungsverantwortliche in deutschen Großunternehmen befragt. Sie sollten berichten, von welchen Hochschulen sie die qualitativ besten Bewerbungen erhalten - eine sehr subjektive Größe also, die den persönlichen Präferenzen der Personalchefs ein großes Gewicht einräumt.

Elite ist nicht gleich Elite

Was die jetzigen und künftigen Ausbildungsstätten von Deutschlands Elite-Nachwuchs angeht, haben Personalverantwortliche und die Wissenschaftler im Auswahlgremium von Wissenschaftsrat und Deutscher Forschungsgemeinschaft offenbar unterschiedliche Meinungen: So steht die Universität Mannheim nicht auf der offiziellen Liste jener zehn Unis, die die Elite-Auswahlkommission vor einigen Wochen als "Spitzen im Universitäts- und Wissenschaftsbereich" dazu aufforderte, detailliertere Bewerbungen einzureichen. Auch die in Unternehmen hoch gehandelte TU Darmstadt schaffte es nicht unter die Top Ten der Exzellenzinitiative.

Die Universität Bremen, einer der Exzellenz-Überraschungssieger, wird dagegen von den Personalverantwortlichen links liegen gelassen. Sie schaffte es im Wirtschaftswoche-Ranking in keinem einzigen Fach auf die vorderen Plätze. Nicht besonders gut kommen bei den Personalchefs Absolventen von Privathochschulen weg. Die Recruiter bemängeln, dass bei Bewerbern von privaten Hochschulen zunehmend eine unterschwellige Überheblichkeit oder überzogene Gehaltsvorstellungen festzustellen seien, was häufig den Ausschlag gegen eine Einstellung gebe.

Seitenhieb auf Privatunis

Zudem bringen die Absolventen von Privatunis nach Ansicht vieler Personaler zwar die nötige Internationalität und eine beachtliche Liste absolvierter Praktika mit. Doch fast ein Drittel der Befragten monierte, dass Privatstudenten im Beruf häufig zu wenig Eigeninitiative zeigten. Die Ursache: Ihr Studium sei weitestgehend vororganisiert und fordere die Studenten in einer sich schnell verändernden Welt nicht ausreichend. An den Massenunis seien die Absolventen weniger stromlinienförmig und einer Art natürlichen Auslese unterworfen, bei der sich nur die Besten durchsetzen würden.

In einer aktuellen Rangliste von 31 privaten Universitäten, die im "Hochschulanzeiger" der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschienen ist, belegt in der Kategorie "Berufseinstieg" die WHU Vallendar den ersten Platz. In der Kategorie "Einkommen" schaffte die Frankfurter Hochschule für Bankwirtschaft (HfB) die Spitzenposition. Für das Ranking wurden die Absolventen gefragt, wie gut sie durch ihre jeweilige Hochschule auf den Arbeitsmarkt vorbereitet wurden.

ank, jaf



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