Rechte Burschenschaft Unterschlupf für Skinhead?

Die Münchner Burschenschaft Danubia kommt nicht aus den Schlagzeilen: Diesmal soll die Verbindung den mutmaßlichen Haupttäter eines Skinhead-Überfalls versteckt haben.

Stramm rechts präsentiert sich zurzeit die Münchner Burschenschaft Danubia unfreiwillig in der Öffentlichkeit: Im Januar dieses Jahres fand im Haus der Verbindung offenbar der mutmaßliche Haupttäter eines brutalen Überfalls auf einen Griechen Unterschlupf. Wie der leitende Oberstaatsanwalt Manfred Wick mitteilte, wurde das Danubia-Haus im Zuge der Ermittlungen durchsucht.

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Verbindung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Im Danubia-Haus dürfen ab und an bekannte Rechte wie der ehemalige stellvertretende NPD-Parteivorsitzende Felix Buck, der Franzose Alain de Benoist und NPD-Anwalt Horst Mahler ihre verqueren Ansichten vortragen.

Anklage wegen versuchten Mordes

Der 20-jährige Heizungsbauer, gegen den Anklage wegen versuchten Mordes erhoben wurde, war laut Staatsanwaltschaft nach der Tat zunächst verschwunden und wurde erst Wochen später in den Niederlanden festgenommen. In der Nacht zum 13. Januar habe er gemeinsam mit rund 20 anderen Skinheads im Münchner Schlachthofviertel einen Griechen zusammengeschlagen und mit Springerstiefeln getreten.

Der 31-jährige Grieche musste mit schweren Gesichtsverletzungen, Nasenbeinbruch, Prellungen und Schürfwunden in eine Klinik eingeliefert werden. Gegen rund ein Dutzend Skinheads erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Mordes.

Unter den Angeklagten ist auch eine 18-jährige Schülerin - eine Nachfahrin von Hitlers erstem Vize-Kanzler Franz von Papen. Sie soll den Angriff am Rande einer Geburtstagsfeier ausgelöst, den Griechen beleidigt und geschlagen haben. Das Verfahren gegen die Skinhead-Gruppe beginnt voraussichtlich Mitte August. Kurios: Zwei der mutmaßlichen Rassisten haben ausländische Väter.

Danubia-Mitglied in die Tat verwickelt

Ein Mitglied der Danubia sei ebenfalls in die Tat verwickelt gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Wick. Gegen ihn werde wegen schwerer Körperverletzung ermittelt. Unterdessen rückten vier andere Münchner Studentenverbindungen von der Danubia ab und bekannten sich zu den Idealen der Demokratie, Toleranz und Menschenwürde. "Wir distanzieren uns von politischen Extremisten und Gewalttätern", teilten die Burschenschaften mit.

Ins Danubenhaus wiederum hatte den Haupttäter vermutlich ein Mitglied der Regensburger Burschenschaft Teutonia mit seinem Auto gebracht. Dem Fahrer wird laut Staatsanwaltschaft Strafvereitelung vorgeworfen. Die Burschenschaft Teutonia fiel dem Verfassungsschutz wegen einiger geschmackloser Flugblätter auf. Unter anderem behaupteten die Bundesbrüder darin, dass es schlicht falsch sei, Angriffe auf Ausländer als rechtsextremistische Gewalttaten zu bezeichnen. Häufig stünden nur "soziale Konflikte" oder "übermäßiger Alkoholkonsum" dahinter. Die Uni will der Burschenschaft deswegen das Verteilen von Flugblättern auf dem Uni-Gelände untersagen.